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Gießen Rackelos ziehen ins Viertelfinale ein

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Mit viel Willen und einer lauten Osthalle im Rücken drehen die Gießen 46ers Rackelos einen 15-Punkte-Rückstand gegen Itzehoe, gewinnen mit 78:71 und ziehen ins Viertelfinale der Pro B ein.

Noch Minuten nach dem Spiel sprangen Tim Uhlemann und Tim Köpple erfreut auf und ab. Kurz zuvor hatte Topscorer Jestin Lewis mit den begeisterten Anhängern eine Humba zelebriert, während 46ers-Geschäftsführer Heiko Schelberg das Rackelo-Trainergespann Rolf Scholz und Lutz Mandler innig herzte. "Danke an alle, die gekommen sind", freute sich Mandler über den Support der Fans. Mit 78:71 siegten die Gießen Rackelos gegen Itzehoe und gewannen das entscheidende dritte Spiel des Playoff-Achtelfinals in der ProB.

Die beiden Halbzeiten hätten kaum unterschiedlicher sein können. Nach zwei von der Offensive geprägten Vierteln zwangen die Rackelos ihren Gegner nach dem Seitenwechsel in einen beinharten Schlagabtausch. Dass die Führung so erst in der 33. Minute wechselte, nachdem die Eagles zuvor seit der Anfangsphase in Front gelegen hatten, war daher zu verschmerzen.

Bjarne Kraushaars Layup zum 2:0 sollte bis dahin die einzige Führung der Rackelos bleiben. Zwar hatten die Eagles die Teamfoulgrenze bereits nach vier Minuten erreicht. Gießen schlug daraus jedoch kein Kapital. Immer wieder versuchte man, die Abwehr der Holsteiner durch Distanzwürfe zu knacken. Dies gelang nur selten, etwa durch Bjarne Kraushaars Dreier zum 19:29. Vor allem die eigene Defensive ließ zu wünschen übrig. Während Kevin Mickle in Korbnähe immer wieder zu einfachen Abschlüssen kam, sorgten vier Dreier (Quote 100 Prozent) dafür, dass Itzehoe das erste Viertel mit 32:22 für sich entschied.

Gießen ließ im zweiten Abschnitt reihenweise gute Chancen ungenutzt und fand auch defensiv kein Mittel gegen die Adler. Nach einem krachenden Dunk durch Mickle (39:24) zog Scholz schließlich die Reißleine und bat sein Team zur Auszeit. Angeführt von Johannes Lischka, der bis zur Halbzeitsirene elf Punkte beisteuerte, schalteten die Rackelos dann gleich mehrere Gänge rauf. Angefeuert von den 600 Fans setzte man nicht nur offensiv Zeichen, sondern produzierte auch auf der Gegenseite Stops wie am Fließband. Zur Pause lag man so nur noch mit 46:48 im Hintertreffen. Dabei mussten die Gießener sowohl auf Thomas Tshikaya (hohe Foulbelastung) als auch Lewis verzichten. Der Guard war nach einem Kampf um den Ball unsanft aufgeschlagen, sollte nach einer Schonphase aber eindrucksvoll zurückkommen.

Nach dem Seitenwechsel verpassten es die 46ers mehrmals, aus der Dreipunktedistanz die Führung zu übernehmen. Itzehoe schwamm sich etwas frei. Erst ein Dreier von Lewis brach den Bann (56:59). Elf seiner 23 Punkte erzielte der US-Amerikaner allein im Schlussviertel, in welchem die Rackelos schließlich an Itzehoe vorbeizogen. Thorben Haakes Dreier zum 64:68 in der 38. Minute war der erste Feldkorb der Gäste in diesem Abschnitt. Allen voran Tshikaya rührte in der Abwehr mächtig Zement an. "Er hat Mickle komplett aus dem Spiel genommen", lobte Scholz nach dem Spiel.

Als sich Haake ein unsportliches Foul beim Einwurf einhandelte und Leon Okpara auf 73:64 stellte, war der Drops gelutscht. Die Eagles hielten zwar wacker dagegen. Es waren aber die Gießener Fans, die unter "Rackelo"-Sprechchören den Viertelfinaleinzug feiern durften. Los geht’s am 24. März (18 Uhr) mit einem Heimspiel. Ob Schwenningen oder Wedel wartet, entscheidet sich am Sonntag.

Gießen: Kraushaar (9), Köpple (5), Wiilliams (4), Uhlemann, Okpara (9), Lischka (22), Tshikaya (6), Lewis (23)

Itzehoe: Zirlys (5), Haake (11), Mickle (18), Zahariev (8), Wilke, Schmidt (7), Kröger (2), Stückemann (8), Nyberg (12)

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