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Das 46ers-Team 2019/2020 bei der Präsentation auf dem Stadtfest.

Stadtfest

Gießen 46ers zeigen Flagge

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Beim traditionellen Stadtfest-Auftritt der Gießen 46ers präsentieren sich die Spieler von Coach Ingo Freyer. Vor allem die Zugänge stellen sich den Fans vor.

(sks). Auch in diesem Jahr nutzten die Gießen 46ers das Stadtfest, um ihren neuen Kader zu präsentieren. Gut 200 Fans waren am Samstag zur "Gutburgerlich-Bühne" gekommen, um sich einen ersten Eindruck vom Team des heimischen Basketball-Bundesligisten zu verschaffen.

Bevor die Aufmerksamkeit allein den Spielern galt, gaben Geschäftsführer Heiko Schelberg und das Trainergespann Ingo Freyer/Steven Wriedt Einblicke in die Geschehnisse der Sommerpause. Immerhin hatten die 46ers über Wochen keine Informationen nach außen dringen lassen, bevor sich ab Anfang Juli die Nachrichten überschlugen. Lange Zeit offen war etwa, ob mit John Bryant der überragende Akteur des Bundesligisten den Verein wechseln würde. Gerüchte, die einen Abgang zum Konkurrenten Ulm befürchten ließen, kursierten bereits zum Ende der abgelaufenen Spielzeit. "Als Ulm bekanntgab, wer neuer Cheftrainer wird, habe ich aber gewusst, dass John bleibt", war Schelberg zu Scherzen aufgelegt. Dort war mit Jaka Lakovic ein Übungsleiter ans Ruder gekommen, dessen Spielstil nicht zu Bryants Anlagen passt.

Auch die Sorge, die Lizenzauflagen aufgrund eines zu niedrigen Etats nicht erfüllen zu können, prägten die Off-Season. "Es war ein heißer Sommer, aber wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und alle Auflagen erfüllt", gab sich der Geschäftsführer zufrieden. Ziel sei es, sportlich besser abzuschneiden als im Vorjahr. Damals waren die Mittelhessen auf Rang 13 ins Ziel gelaufen.

Stärker um die spielerische Ausrichtung ging es Cheftrainer Freyer, der erneut mehr Aggressivität und Intensität auf beiden Seiten des Feldes in Aussicht stellte. Besonders die Defensive der 46ers war immer wieder in den Mittelpunkt der Kritik gerückt. Freyer erklärte, dass es die gemeinsame Vision von Kader und Trainerstab sei, daran zu arbeiten.

Unter den Tönen der Einlaufmusik, die vor jedem Heimspiel der 46ers erklingt, betrat dann das Team die Bühne. Dabei durften sich die Neuverpflichtungen ihrer Anhängerschaft persönlich vorstellen. Den Anfang machte Duke Shelton, der aus der Slowakei an die Lahn gewechselt ist. Vor allem die größere Fanbasis sei Grund zur Freude und bringe "neue Energie", so der 22-jährige Center. Sein US-amerikanischer Landsmann Teyvon Myers sammelte Pluspunkte, indem er das Publikum auf deutsch begrüßte. "Hallo. Wie geht es euch?", fragte der Combo-Guard und erntete den erwartet lauten Beifall.

Nachhilfe in Phonetik gab Alexander Abreu, als er nach der Aussprache seines Nachnamens befragt wurde. Das hänge davon ab, ob man die englische oder spanische Version wissen wolle, führte der gebürtige New Yorker mit karibischen Wurzeln aus. Auf Englisch folgt auf ein langes, wie im deutschen ausgesprochenes A der Laut "briju". Einen schüchterneren, aber nicht weniger sympathischen Eindruck machten mit Luke Petrasek und Jordan Barnett zwei Neuzugänge, die zuletzt in der NBA Summer-League auf der Weltbühne des Basketballs reüssierten.

Mit einem Sonderapplaus wurde neben "Big John" Bryant auch Brandon Thomas bedacht, der bereits im Vorjahr zum Ensemble der Gießen 46ers zählte. Er freue sich wieder in der Stadt zu sein und in die altbekannten Gesichter zu blicken, ließ der Forward wissen, bevor er emotional auf die anstehende Spielzeit blickte. Die ersten Trainingseindrücke stimmten ihn positiv, er glaube an die Jungs und daran, was gemeinsam mit dem Heimpublikum im Rücken alles möglich ist. Definitiv sei die Osthalle "the place to be", der Ort in Gießen, an dem man in den kommenden Monaten nicht fehlen darf.

Drei Stunden später wurde mit den Rackelos auch das Farmteam der 46ers präsentiert: auf der Bühne in der Wolkengasse. Im Anschluss sollte dort Kool Savas auftreten, weshalb sich bereits hunderte Fans des erfolgreichen Deutschrappers versammelt hatten. Ein gutes Dutzend 46ers-Anhänger nutzte die Gelegenheit und feierte die Basketballer mit lautstarken Sprechchören. Das irritierte Teile der Savas-Fans - und sorgte für Erheiterung im Kader der Rackelos.

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