Die Zähne fletschen und zweimal siegen müssen die Gießen 46ers um Johannes Richter (r.) am Wochenende, wenn sie in Vechta beim BBL-Pokal-Qualifikationsturnier um den Final-Four-Einzug noch eine Chance haben wollen.
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Die Zähne fletschen und zweimal siegen müssen die Gießen 46ers um Johannes Richter (r.) am Wochenende, wenn sie in Vechta beim BBL-Pokal-Qualifikationsturnier um den Final-Four-Einzug noch eine Chance haben wollen.

Gießen 46ers

Gießen 46ers wollen sich rehabilitieren

  • Wolfgang Gärtner
    vonWolfgang Gärtner
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Wenn die Gießen 46ers sich noch eine klitzekleine Chance auf den Einzug ins Final Four ausrechnen, müssen sie am Wochenende beim BBL-Pokal-Qualifikationsturnier in Vechta erst Frankfurt und dann Göttingen schlagen. Was nach dem schwachen Auftritt gegen den Gastgeber letzten Samstag fast undenkbar scheint.

Eine Niederlage schmerzt, eine mit 14 Punkten Unterschied noch ein bisschen mehr. Aber die am vergangenen Samstag beim BBL-Pokal-Auftakt im Rasta-Dome gegen Vechta hat bei vielen Fans der Gießen 46ers ein Kopfschütteln hinterlassen, weil beim mittelhessischen Basketball-Erstligisten so gut wie gar nichts stimmte. Am Samstag um 15 Uhr gegen die Skyliners aus Frankfurt und am Sonntag um 20.30 Uhr gegen die Veilchen aus Göttingen (beide Spiele live auf MagentaSport) hat die neuformierte Mannschaft von Trainer Ingo Freyer die Gelegenheit, sich zu rehabilitieren.

Lage: Fragende Blicke bei den Verantwortlichen und den Spielern nach dem letztwöchigen 85:99-Debakel gegen Vechta. Das war nicht bundesligatauglich, was das Freyer-Team am vergangenen Samstagabend produzierte. Ratlosigkeit bei den Anhängern, Erklärungsversuche vom Cheftrainer Freyer. Er sprach von einer zu kurzen Vorbereitung und davon, dass sich viele Spieler erst einmal an das Niveau der Bundesliga gewöhnen müssten und dass mit dem verletzten Jonathan Stark der etatmäßige Pointguard in der wichtigen Phase der Teamfindung durch Andrew Rowsey ersetzt wurde. Dennoch: Sportdirektor und Geschäftsführer Michael Koch machte deutlich, dass er sich trotz aller Widrigkeiten eine höhere Stabilität in der Verteidigung gewünscht hätte. Er bat in dieser Woche die Spieler zum persönlichen Gespräch. Man darf gespannt sein, was die Maßnahme bewirkt. Die 46ers müssen beide Partien gewinnen, um die Minimalchance des Final-Four-Einzuges zu erhalten. Und dann noch auf Schützenhilfe hoffen. In der Vierergruppe haben sich die Göttinger nach dem 79:64 gegen Frankfurt dank des besseren Korbverhältnisses auf Rang eins vor Vechta geschoben. Nur der Erstplatzierte erreicht die Pokal-Endrunde, die aufgrund der aktuellen Covid-Fälle bei Alba Berlin nicht am 1./2. November in München ausgetragen werden kann. Ein genauer Termin wurde seitens der BBL noch nicht bekanntgegeben.

Gegner Frankfurt: Das Duell der Auftaktverlierer - und das der beiden Hessenclubs. Die Rivalen standen sich bereits kürzlich in Hagen bei einem Turnier gegenüber. Damals gewannen die Skyliners mit 90:88, aber mit einem Team, das stark ersatzgeschwächt war. Bei der deutlichen Pokalniederlage in Vechta gegen Göttingen lief bei der Mannschaft von Trainer Sebastian Gleim ebenfalls nicht viel zusammen. In dieser Zusammensetzung hatten sie nach Gleim im Training und in der gesamten Vorbereitung noch nicht zusammengespielt. So sah es dann auch aus. Schon früh im Spiel suchten die Frankfurter in der Offensive ihr Heil von der Dreierlinie. Was im Nachhinein nach einer mehr als bescheidenen Quote von 14,8 Prozent (4 von 27) als gescheitert gewertet werden kann. Einzig Guard Jon Axel Gudmundsson traf jenseits der 6,75-m-Linie und war mit 20 Punkten Topscorer der Mainstädter. Vier seiner sieben Versuche landeten im Korb. Sein Partner im Backcourt, der Shootingguard Matt Mobley, enttäuschte indes mit gleich neun Dreier-Fehlwürfen. Insgesamt war das Angriffsspiel der Skyliners viel zu statisch. Rückkehrer Konstantin Konga brachte den Auftritt seines Teams bei MagentaSport auf den Punkt: »»Wir waren nicht bereit. Wir haben zu soft gespielt, müssen mit anderer Energie auftreten.«

Gegner Göttingen: Ganz anders dagegen traten die Göttinger auf - mit Power und Selbstbewusstsein. Aus einer homogenen Mannschaft ragten der mexikanische Aufbauspieler Jorge Gutierrez und der britische Guard Luke Nelson sowie die beiden Brettspieler Aubray Dawkins und Tai Odiase heraus. Göttingen hatte jederzeit die Kontrolle über das Spiel. Neu-Trainer Roel Moors, der zuvor bei Bamberg tätig war und dort seinen Platz mit dem Ex-Göttinger Coach Johan Roijakkers tauschte, analysierte im Nachgang, dass sein Team erwachsen gespielt habe. Das sei für ihn wichtig, da es in der Vorbereitung Aufs und Abs gegeben habe. Benedikt Turudic, der Gießener im Veilchen-Team, kam in elf Minuten auf drei Punkte. Auffällig die gute Reboundarbeit bei der BG - 43 Rebounds, davon 14 am offensiven Brett.

Personelles: Vor dem Vechta-Spiel wärmten sich die verletzten Gießener Akteure Stark und Alen Pjanic am Spielfeldrand mit Seilspringen auf. Beide sind aber noch nicht einsetzbar. Stark laboriert weiter an seinem Muskelbündelriss im Oberschenkel, Pjanic an einer Verletzung im unteren Rücken. Der Flügelspieler wird wohl beim Bundesliga-Auftakt am 7. November gegen den MBC auflaufen.

Die Frankfurter müssen weiterhin auf ihren Powerforward Richard Freudenberg (Reha nach Fuß-OP) verzichten, die Veilchen aus Göttingen auf Center Dennis Kramer (Fußverletzung).

Das sagt Sportdirektor Koch : »Nach unserem ersten offiziellen Auftritt im Pokal ist deutlich geworden, dass noch einiges an Arbeit auf uns zukommt. Wir müssen noch mehr als geschlossene Einheit auftreten, offensiv wie defensiv als Team agieren und kommunikativer werden. In dieser Woche haben wir viele Gespräche geführt, um uns diesem Ziel weiter zu nähern.«

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