Gießen 46ers

Gießen 46ers wollen Negativserie endlich beenden

  • schließen

Fünf Niederlagen mussten die Gießen 46ers in Folge quittieren. Die Playoffs sind in weite Ferne gerückt. Um nicht ins Tabellen-Niemandsland zu rutschen, ist am Freitag ein Sieg in Braunschweig Pflicht.

Dass im Basketball alles möglich ist, mussten die 46ers mal wieder am vergangenen Samstag erfahren. Crailsheim schenkte dem Team von Ingo Freyer 15 Punkte in den letzten 100 Sekunden ein – und stahl so eine Partie, die beim Stand von 108:98 schon entschieden schien. Eine Flut an Fehlern brachte die Fans zur Verzweiflung. Das punktereichste Spiel der Bundesligageschichte ohne Verlängerung hatte die defensiven Schwächen der 46ers schonungslos offengelegt. Dabei war es gegen den nun folgenden Gegner Braunschweig ebenfalls ein High-Scoring-Game, das im Hinspiel siegreich für die 46ers endete. Das Rückspiel findet am Freitag um 20.30 Uhr (live auf MagentaSport) in der Volkswagenhalle statt.

Status Quo: Ein 99:97 über die Löwen hatte die Fans in der Osthalle im Januar zum Jubeln gebracht. Es folgte ein Sieg über Bonn, bevor den 46ers seit Februar etwas der Saft auszugehen scheint. Vier Punkte trennen die 46ers auf Rang zwölf gegenwärtig von einem Playoffplatz. "Die Enttäuschung ist schon vorhanden", sagte Geschäftsführer Heiko Schelberg gerade mit Blick auf die vertanen Chancen in den letzten zwei Spielen. "Wir wissen aber, wo wir uns einzusortieren haben", schob der Geschäftsführer eine realistische Einschätzung der Gesamtsituation nach. Nach erfolgsverwöhnten Jahren in ProA und BBL sowie dem zur DNA der 46ers gewordenen Abstiegs- und Existenzkampf vor dem Bundesliga-Abstieg ist es immerhin die erste Saison seit 2006, die früh im Niemandsland der Tabelle enden könnte.

Der Gegner: Daran ändern kann nur ein Run in den letzten acht Spielen, der schon in Braunschweig einsetzen muss. Die Löwen mischen im Kampf um einen hinteren Playoffplatz mit, mussten zuletzt aber Niederlagen gegen Vechta und Ulm verkraften. Das Team von der Oker hat mit Bayern und Bamberg zwar noch zwei hohe Auswärtshürden vor der Brust, trifft ansonsten aber auf schlagbare Gegner. Für die Niedersachen wäre es die erste Playoffteilnahme seit 2012.

Die Schlüsselspieler: Das Duell zwischen den zwei Top-Centern Scott Eatherton und Gießens John Bryant dürfte die meiste Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Eatherton hatte den 46ers Anfang 2018 30 Punkte eingeschenkt – bis heute seine Karrierebestleistung in der BBL. Dieses Jahr war es aber Bryant, der nach zirkusreifem Anspiel von Larry Gordon den Sieg per Korbleger sicherte, nachdem er Eatherton düpierte und dem 2,06-m-Mann ein Foul anhängte. In Acht nehmen müssen sich die Mittelhessen vor den beiden Point Guards Deandre Lansdowne (19,0 Punkte im Schnitt) und Thomas Klepeisz (10,0/4,7 Assists). Gegen Crailsheim waren es immer wieder kleine Spieler, die aus dem Zweipunkteland zu leichten Zählern kamen.

Personelles: Befreit von Verletzungssorgen machen sich die 46ers auf die Reise nach Niedersachsen. Neben Brandon Thomas, der nach einem Spiel Pause infolge einer Kapselverletzung schon am letzten Samstag zurückgekehrt war, stehen Coach Freyer auch wieder die Doppellizenzspieler zur Verfügung. Bei Braunschweig wird Headcoach Frank Menz weiterhin krankheitsbedingt durch seinen "Co" Steven Clauss ersetzt. Glück im Unglück hatte Eatherton, der wegen einer Überdehnung der Bandstrukturen zwar mehrere Wochen aussetzen musste, sich aber keinen Bänderriss zugezogen hatte. Mit zwei Double-Doubles meldete er sich zuletzt eindrucksvoll zurück. Ausfallen wird mit Bazou Koné ein Guard, der 2017 für Gießen spielte, bevor es ihn nach Braunschweig zog.

Das sagt Gießens Trainer Freyer: "Es treffen zwei Mannschaften mit ähnlichen Voraussetzungen aufeinander, wobei Braunschweig vielleicht etwas besser dasteht. Ich erwarte ein heißes Duell, ganz unabhängig von der Tabellensituationen."

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare