Gießen 46ers

Gießen 46ers: Wiedergutmachung ohne Bell

  • Wolfgang Gärtner
    vonWolfgang Gärtner
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Die Gießen 46ers sind auf Wiedergutmachung aus. Sie wollen den Fans gegen Braunschweig unbedingt den ersten Heimsieg im neuen Jahr schenken. Dabei fehlt der gesperrte David Bell.

Wenn die 46ers am Samstag um 18 Uhr in der Gießener Osthalle zum Löwen-Zähmen bitten, ist Benjamin Lischka wieder dabei. Der Powerforward hat seinen grippalen Infekt auskuriert und meldete sich am Anfang der Woche aus dem Krankenstand zurück. Dagegen muss David Bell unfreiwillig pausieren. Der 37-Jährige erhielt bei der Niederlage gegen Göttingen ein disqualifizierendes Foul, das eine Sperre von einem Spiel und eine Geldstrafe in Höhe von 2000 Euro nach sich zog. Gegen diese Entscheidung von Spielleiter Dirk Horstmann (Tätlichkeit in einem minderschweren Fall) werden die 46ers nicht vorgehen. Das bestätigte Trainer Freyer: "Ich weiß aus Erfahrung, dass da nichts passiert."

Die Gießener, die vor zwei Wochen in Jena ihren Negativlauf von sechs Niederlagen in Folge b eendeten, aber am vergangenen Freitag beim Debüt von Jared Jordan gegen Göttingen das Feld erneut als Verlierer verlassen mussten, streben beim Vorrundenabschluss auch ohne Bell mit aller Macht gegen Braunschweig einen Sieg an.

Status quo: Die Erwartungshaltung ist bei den Anhängern der Gießen 46ers hoch. Vor allem der tolle Start in die Saison und das lange Aufhalten in den Playoff-Plätzen hat die Hoffnung bei den Fans geschürt, dass John Bryant und Co. ein Wörtchen im Kampf um die K.-o.-Meisterrunde mitreden werden. Zuletzt lief es aber nicht beim jetzigen Tabellenelften, der sieben Spiele gewann, neun verlor und einen Rückstand von vier Punkten auf den Rangachten Braunschweig aufweist. Krankheits- und verletzungsbedingt musste der Cheftrainer in letzter Zeit auf wichtige Akteure wie Bell, Center Bryant und Brettspieler Lischka verzichten. Dazukamen personelle Veränderungen. Guard Jeril Taylor musste die 46ers verlassen, dafür zogen sie den erfahrenen Spielmacher Jordan an Land. Diese ständigen Modifikationen im Kader führen dazu, dass sich immer wieder neue personelle Konstellationen ergeben, die sich dann im Wettkampf auf dem Court erst einmal zurechtfinden müssen.

Rotation: Mit Jordan kam erneut ein neuer Akteur ins Team, der Führungsansprüche auf der Königsposition eins geltend macht. Sein Debüt gegen Göttingen war glanzlos – mit viel Luft nach oben. In der Nachbetrachtung sagte der 34-jährige Pointguard: "Zu Beginn des Spiels haben wir ein paar Würfe nicht gemacht, während sie ihre gemacht haben. Dadurch konnten sie von uns wegziehen, dafür muss man ihnen Respekt zollen. Sie haben ein gutes Spiel gespielt. Wir müssen uns in der Defensive verbessern und ein paar Dinge herausfinden, die es abzustellen gilt." Recht hat Jordan, denn wenn man 104 Punkte in einem Spiel kassiert, wird es verdammt schwer, dieses zu gewinnen. Die 46ers fangen sich ligaweit die meisten Körbe ein, im Schnitt pro Spiel kommen sie auf 90,625. Im Angriff legen sie durchschnittlich 88,125 Punkte auf, das ist der drittbeste Wert hinter Oldenburg und den in dieser Kategorie führenden Berlinern.

Gegner: Die Löwen aus Braunschweig mit den durchschnittlichen Werten von 80,5 im Angriff und 79,625 gefangenen Punkten pro Spiel belegen den achten Rang, der als letzter Platz zum Einzug in die Playoffs berechtigt. Am Mittwoch erhielt die Mannschaft von Coach Frank Menz aber einen Dämpfer. Bei den Crailsheim Merlins verlor sie in der Verlängerung mit 94:99 – das nach sechs Siegen in Folge und das beim dato Tabellenletzten. Das bestätigt erneut Freyers Ansicht, dass die BBL eine ausgeglichene Liga ist und viel von der Tagesform abhängt.

Schlüsselspieler: Scott Eatherton ist ein wichtiger Faktor im Löwen-Team. Der 2,06 m große Hüne erzielt im Schnitt pro Partie 17,2 Punkte, beim Rebound sichert er sich durchschnittlich knapp zehn Abpraller. Das Duell unter den Brettern mit Gießens Koloss Bryant dürfte sehenswert sein. Zudem müssen die 46ers auf den 1,88 m großen DeAndre Lansdowne aufpassen, mit 18 Punkten im Schnitt bester Scorer. Von der Dreierlinie nicht heißlaufen darf indes der Österreicher Thomas Klepeisz, der zuletzt immer mal wieder in der Crunch-Time der Go-to-Guy der Braunschweiger war.

Lazarett: Freyer fehlen der gesperrte Bell und der grippekranke Alen Pjanic.

Das sagt Trainer Freyer: "Wir sind gut vorbereitet und gehen guter Dinge ins Spiel. Die Braunschweiger haben gute Schützen mit Lansdowne und Klepeisz, sind mit Blake und Hines athletisch. Im Backcourt sind sie mit Rahon, Kone und auch Klepeisz tief besetzt. Und wenn man Center Eatherton unter Kontrolle hat, ist es ein Schlüssel – dann ist man seinem Ziel, zu siegen, ein Stückchen näher."

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