Emotional - 46ers-Trainer Ingo Freyer.
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Emotional - 46ers-Trainer Ingo Freyer.

Gießen 46ers

Gießen 46ers: Trainer Freyer erklärt Katastrophen-Start in die BBL-Saison

  • Wolfgang Gärtner
    VonWolfgang Gärtner
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Missglückter Saisonauftakt. Schwere Zeit für die Gießen 46ers. Drei Pflichtspiele, drei Niederlagen - zwei davon in der BBL gegen vermeintliche Abstiegskandidaten. Trainer Freyer stellt sich dem Interview.

Buh-Laute nach dem 75:79 im Heimspiel gegen die Hamburg Towers. Gegen den Aufsteiger, der zuvor zweimal eine Klatsche erhielt. Vereinzelt waren sogar Freyer-raus-Rufe zu vernehmen. Die Fans ließen ihrem Frust freien Lauf. Sicherlich auch im Gedanken mit der Angst, dass es in dieser Saison knapp mit dem Klassenerhalt für die Gießen 46ers in der Basketball-Bundesliga werden könnte. Sie fragen sich, »gegen wen sollen wir denn überhaupt gewinnen.« Geschäftsführer Heiko Schelberg, der so manche Krise in seiner sechsjährigen Tätigkeit bei den 46ers gemeistert hat, ist sich dieser schwierigen Situation bewusst: »Wir müssen Ruhe bewahren und alles sachlich analysieren.« Er sprach nach der Auftaktniederlage gegen Crailsheim schon von einem »Ritt auf der Rasierklinge«. Cheftrainer Ingo Freyer hat die Unmutsäußerungen einiger Anhänger ebenfalls wahrgenommen. Er erklärt, wie er damit umgeht.

Mit Crailsheim und Hamburg hat Ihre Mannschaft zum BBL-Auftakt gegen vermeintliche Abstiegskandidaten verloren. Ist das für Sie besorgniserregend?

Ingo Freyer: Ja. Es ist aber nicht besorgniserregend, dass wir gegen diese beiden Mannschaften verloren haben, sondern dass wir die ersten beiden Spiele verloren haben und somit schlecht in die Saison gestartet sind. Das hätte auch gegen andere Teams sein können. Man muss auch mal abwarten, Crailsheim hat danach gegen Bayreuth und in Bonn gewonnen, wo die Teams am Ende stehen werden.

Warum hat John Bryant gegen Hamburg im vierten Viertel - in der Crunchtime - überhaupt nicht mehr gespielt?

Freyer: Hamburg hat sehr klein gespielt, und John Bryant kann gegen eine kleine Aufstellung keine Defense spielen.

Warum kommen Luke Petrasek und Jordan Barnett nach guten Spielen in der Vorbereitung nicht in den Tritt?

Freyer: Petrasek versucht viel und gibt alles, aber ist noch nicht 100-prozentig angekommen. Barnett ist völlig emotionslos. Das stört ein bisschen - immer der gleiche Gesichtsausdruck. Eine sehr verhaltene Körpersprache. Ich glaube, dass es ihm schwer fällt, sich zu akklimatisieren.

Reicht das für ihn, bei den Gießen 46ers zu bleiben?

Freyer: Ja. Eigentlich ist er ein guter Spieler, das hat er in den Vorbereitungsspielen bewiesen. Er kann momentan seine Qualität nicht abrufen - das ist eine mentale Geschichte. Wir werden schauen, woran das liegt.

Es gab vereinzelte Freyer-raus-Rufe. Haben Sie die vernommen, und wie gehen Sie damit um?

Freyer: Ja sicher habe ich die vernommen. Das gehört zu unserem Geschäft. Ich sage doch immer, die Fans sollen ihre Emotionen rauslassen. Dafür steht der Sport und dafür gehen sie auch dorthin. Es ist klar, man fühlt sich nicht gut dabei - es ist eine negative Sache. Aber es ist auch andersherum. Wenn was gut läuft, hört man »Ingo Freyer Meistercoach«.

Es folgen für Sie und Ihre Mannschaft in der BBL zwei schwere Aufgaben - in Bamberg und gegen Oldenburg. Wie wollen Sie den Turnaround schaffen?

Freyer: Ich muss den Spielern die Überzeugung geben, dass wir Spiele gewinnen können - der Mannschaft als Vorbild dienen. So wie wir trainieren, haben wir alle den Eindruck, dass das dann auch klappt. Wir müssen fest daran glauben und weiterhin hart arbeiten.

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