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Gießens neuer Cheftrainer Pete Strobl: »Wir wollen Spieler mit Charakter und die eine harte Verteidigung spielen wollen.

Gießen 46ers

Gießen 46ers: Trainer Pete Strobls begeisternder Auftritt

  • Wolfgang Gärtner
    VonWolfgang Gärtner
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Bevor es nach Übersee geht, hat Pete Strobl einen Stopp in Gießen eingelegt. Der neue Cheftrainer der 46ers nutzte die Gelegenheit, um Rede und Antwort zu stehen, ehe er mit seiner Frau Sheryl und seinen vier Kindern nach Hause in seine Heimat nach Pittsburgh fliegt.

Durch den VIP-Raum der Gießen 46ers wehte eine frische Brise. Pete Strobl versprühte in der eigens für ihn anberaumten Pressekonferenz des Basketball-Erstligisten Aufbruchstimmung. Schon die ersten Aussagen des neuen Headcoachs machten Lust auf mehr: »Wir wollen Spieler mit Charakter und die eine harte Verteidigung spielen wollen. Die Leute werden sofort merken, wie wir als Mannschaft spielen werden. Die Aggressivität ist ein Schwerpunkt für uns. Wenn die Gegner in unsere Osthalle kommen, werden sie gleich sehen, dass es nicht leicht wird, uns zu schlagen. Das kommt aber alles erst durch viel harte Arbeit.« Die klaren Worte werden nicht nur die Fans freuen, die aufgerufen waren, über die sozialen Medien Fragen an den 43-Jährigen zu stellen.

Gießen 46ers: Strobl in bester Klopp-Manier

Zuvor beschnupperten die Journalisten den neuen sportlichen »Heilsbringer«, der von seinem geschäftsführenden Sportdirektor Sebastian Schmidt flankiert war. Und eines kann man vorwegnehmen: Strobl legte bei seiner Präsentation einen begeisternden Auftritt hin und meisterte alles mit Bravour. In bester Klopp-Manier, eloquent, charmant, stets mit einem Lächeln auf den Lippen, kompetent und zielorientiert, beantwortete er die Fragen. Jetzt weiß man, warum 46ers-Boss Schmidt von Strobl so angetan ist - beide arbeiteten bekanntlich schon erfolgreich beim Ligakonkurrenten Basketball Löwen Braunschweig zusammen: Strobl kann mit seiner Art und Weise Menschen einfangen.

Für ihn spielt die Kommunikation - besonders die mit seinen Spielern - eine bedeutsame Rolle. Jeder sei verschieden. Der eine brauche mal einen Schlag, der andere eine Umarmung, Er merke schnell, was für den einen oder anderen nötig sei. »Ich bin sehr streng, glaube an Disziplin und sage, was ich will. Das ist schwarz-weiß. Aber Spieler wollen gepusht sein«, erklärt er, wie wichtig das Mentalcoaching ist. Die Protagonisten, egal, welchen Alters, bräuchten das, um den nächsten Schritt zu machen. »Ich glaube, eine große Eigenschaft von mir ist es, Leute zu begeistern und zu motivieren, damit sie verstehen, dass wir gewinnen können«, führt der Trainer an.

Wir müssen eine Mannschaft formen, die bereit ist, mindestens soviel Leidenschaft wie unsere Zuschauer zu zeigen. Nur durch harte Arbeit haben wir eine Chance.

Pete Strobl, Trainer Gießen 46ers

»Wir brauchen Leute, die kampfbereit sind, mit Leidenschaft spielen und aggressiv verteidigen können«, erklärt Strobl. Die neu verpflichteten Kilian Binapfl und Dennis Nawrocki seien dafür perfekte Beispiele.

Die Sprache kam in diesem Zusammenhang auch auf die »Oldies« John Bryant und Brandon Thomas, deren Verträge ausgelaufen sind, ob sie auch in der kommenden Saison im Kader sein könnten? Dazu nahm Schmidt Stellung. Aktuell liefen Gespräche mit den beiden, »weil sie für uns wichtige Personen, Menschen und Spieler sind«. In welchen Rollen möglicherweise der eine oder andere hier auflaufen werde oder nicht, werde man sehen, so Schmidt. Mehr könne er momentan nicht sagen.

Gießen 46ers: Strobl hasst es, zu verlieren

An erster Stelle steht nun die Zusammenstellung eines Teams, das spätestens am Ende der zweiten Juliwoche komplett sein sollte. Bislang umfasst der Bundesliga-Kader Binapfl, Nawrocki, Tim Köpple, Tim Uhlemann und Bjarne Kraushaar - ausschließlich deutsche Spieler. »Wir müssen eine Mannschaft formen, die bereit ist, mindestens soviel Leidenschaft wie unsere Zuschauer zu zeigen. Nur durch harte Arbeit haben wir eine Chance«, hat Strobl eine klare Vorstellung. Er räumte zudem ein, dass auf die Defense das Hauptaugenmerk gelegt wird. Das werde täglich im Training im Vordergrund stehen. Er könne sich vorstellen, dass ihn seine Spieler in den ersten Monaten hassen werden. Er selbst hasse es, zu verlieren. Ein gutes Zeichen für bessere sportliche Zeiten für die 46ers.

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