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Gießen 46ers

Gießen 46ers sinnen in Bonn auf Revanche

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Die Gießen 46ers wollen eine neue Siegesserie starten und die Bilanz aus dem neuen Jahr von zwei Erfolgen aus drei Spielen in Bonn aufbessern.

Zudem sinnen sie gegen die Telekom-Basketballer auf Revanche – das Heim-92:99 vor drei Wochen ist bei den Protagonisten noch im Kopf.

Das Jahr 2019 war gerade mal zwei Tage alt, da kassierten die Gießen 46ers die sechste Pleite in Folge. Eine vermeidbare Niederlage gegen die Bonner, denn nach einer furiosen Aufholjagd und einem Dreier von David Bell war die Mannschaft von Trainer Ingo Freyer in der Crunchtime beim 90:92 auf Schlagdistanz. Doch danach gelang nichts mehr, obwohl genügend Möglichkeiten vorhanden waren, den Sieg einzutüten. Das wollen die 46ers am Samstag um 20.30 Uhr im Telekom-Dome (live auf MagentaSport) besser machen. Und diesmal mit Topcenter John Bryant, der beim BBL-Hinspiel verletzungsbedingt pausierte. Übrigens liegt Gießens Kapitän vorne in der Fangunst bei der Nominierung ins Allstar-Team "National". Mehr als jeder zweite Anhänger hat ihn bislang in die Startformation gewählt.

Status quo: Das zuletzt erzielte 99:97 gegen die Braunschweiger Löwen glich einem Befreiungsschlag. Die Fans atmeten auf, die Spieler, Trainer, Geschäftsstelle und Gesellschafter ebenfalls. Der erste Sieg im neuen Jahr war eingefahren – einer in der letzten Sekunde. Genialer Pass von Larry Gordon aus dem Einwurf heraus auf John Bryant, der à la bonheur vollendete. Die Hinrunde war mit acht Siegen und neun Niederlagen abgeschlossen. Der Rückstand auf Rang acht, der letzte Platz, der zu den Playoffs berechtigt, wurde auf zwei Punkte reduziert. Also alles im grünen Bereich. Doch die Truppe von Freyer will mehr: Sie will wie zu Beginn der Saison eine Siegesserie starten – mit Erfolgen in Bonn und dann zu Hause gegen Würzburg. "Das wäre super – und wir hätten dann vier aus fünf", konnte sich Freyer mit diesem Vorschlag Mitte der Woche durchaus anfreunden. Erstmals trainierte er mit dem kompletten Kader. Alle zwölf Spieler absolvierten die Einheiten. Jared Jordan dürfte sich besonders auf die Partie an seiner alten Wirkungsstätte freuen. Immerhin trug er mehrere Jahre das Magenta-Trikot. "Jared will sicherlich dort allen zeigen, was er noch draufhat", so Freyer.

Gegner: Die letzten Tage verliefen turbulent bei den Telekom Baskets Bonn. Coach Predrag Krunic musste gehen – und Topscorer Ra’Shad James ebenfalls. Das ist sehr ungewöhnlich, dass man gleich zwei Protagonisten suspendiert. Warum sich die Bonner von ihrem vermeintlich besten Spieler getrennt haben, der wenige Tage später beim Ligakonkurrenten ratiopharm Ulm einen neuen Job fand, ist nicht begründet worden. Bei Krunic liegt es dagegen auf der Hand: Platz elf in der BBL und desaströse Auftritte in der Champions League haben dazu geführt, dass die Verantwortlichen die Reißleine zogen. Gestern beförderten die Bonner Interimstrainer Chris O’Shea zum Chefcoach. Der einstige "Co" hatte die Baskets in der vergangenen Woche nach der Beurlaubung von Krunic übernommen. Bei seinem ersten Auftritt verlor das Team nur knapp im Pokal-Halbfinale in Bamberg. Mitte der Woche überraschten die Bonner in der CL bei Umana Reyer Venedig mit dem 73:69. Nun ist O’Sheas Fokus ganz auf dem Samstag gerichtet. "Gießen ist für uns mit Blick auf die BBL unheimlich wichtig", zitiert ihn der Bonner "General-Anzeiger". Ob ein neuer Spieler schon gegen die 46ers auflaufen wird, ist nicht sicher. Aus dem Umfeld der Bonner Entscheidungsträger hörte man aber, dass Ersatz für James kommen soll.

Schlüsselspieler: Die Ex-Gießener TJ DiLeo und Yorman Polas Bartolo sind bei den Baskets gesetzt. Insbesondere Guard DiLeo übernimmt immer mehr Verantwortung. In Venedig blieb er in der hektischen Schlussphase cool und verwandelte alle seine Freiwürfe, die letztlich den Sieg bescherten. Beim Erfolg in Gießen trumpfte neben dem geschassten James vor allem der deutsche Center Martin Breunig mit 18 Punkten auf, der im Schnitt pro Spiel auf knapp über zehn Zähler kommt. Ihn wird sich sicherliche Bryant zur Brust nehmen, der im Hinspiel bekanntlich fehlte. Aufpassen müssen die 46ers noch auf Shootingguard Oliver Hanlan, Smallforward James Webb und Aufbauspieler Josh Mayo.

Das sagt Gießens Coach Freyer: Uns erwartet in Bonn eine aufgeheizte Halle mit Fans, die darauf brennen, ihr Team nach dem vermeintlichen Umbruch zu sehen. Das wird ein heißes Spiel. Darauf müssen wir vorbereitet sein und kühlen Kopf bewahren. Ich hoffe, dass einige von unseren Anhängern in der Halle sein werden, um uns zu unterstützen.

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