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Bereit für den ersten Auswärtssieg - die Gießen 46ers um (v. l.) Jalen Tate, Nuni Omot, Kendale McCullum, Florian Koch und Brayon Blake.

Gießen 46ers

Gießen 46ers sind heiß auf den ersten Auswärtssieg

  • Wolfgang Gärtner
    VonWolfgang Gärtner
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Die Gießen 46ers wollen nach dem Heimsieg gegen die Wölfe aus Weißenfels nachlegen. Am Sonntag sollen die Würzburger die Stärke der Mannschaft von Coach Pete Strobl zu spüren bekommen. Dabei kommt es zum Wiedersehen mit dem ehemaligen Gießener BBL-Aufstiegstrainer Denis Wucherer.

Die Gießen 46ers spielten sich vergangenen Samstag beim 100:81 gegen den MBC aus Weißenfels in die Herzen der Fans. Auch wenn nur 1753 Zuschauer in der Osthalle waren, mehr als 3500 hätten Platz gehabt, sie veranstalteten einen Höllenlärm und pushten von Sekunde eins ab das junge und unerfahrene Basketball-Bundesliga-Team von Cheftrainer Pete Strobl. »Ich glaube, dass die Leute gesehen haben, wie wir uns als Mannschaft weiterentwickelt haben und uns von Woche zu Woche als Mannschaft verbessert haben«, sagte ein zuversichtlich in die Zukunft blickender Strobl. Bereits am Sonntag steht die nächste Herausforderung an - um 15 Uhr in Würzburg (live auf MagentaSport). In der s. Oliver Arena wollen die Gießener den ersten Auswärtssieg in dieser Saison einfahren.

Stimmung: Nach einem Sieg trainiert es sich immer leichter. Davon haben die 46ers nun zwei, bei drei Niederlagen, die alle nicht hätten sein brauchen (gegen Heidelberg, in Bamberg und München). Mit 4:6 Punkten nehmen sie in der Tabelle der »Wundertüte« Bundesliga Rang zwölf ein. Der Blick darauf scheint aber keinen der Protagonisten wirklich zu interessieren. Alle - Strobl vorneweg - betonen, dass die Weiterentwicklung der Mannschaft im Vordergrund steht. Gegen die Wölfe gab es viele sehr gute Ansätze zu sehen. Oft setzten die Akteure den Extrapass ein, somit wurde das Team unberechenbarer im Scoring. Die beiden quirligen Guards Kendale McCullum und Kyan Anderson variierten zwischen Distanzwürfen und dem konsequenten Ziehen zum Korb. In der Defensive griffen die 46ers beim Rebound noch intensiver zu. Insgesamt legten sie an beiden Enden des Feldes eine hohe Geschwindigkeit hin. Verbesserungswürdig ist die Freiwurfquote, die bei 63 Prozent lag (12 von 19). Doch Strobl drückt auf die Euphoriebremse: »Ich mache mir Sorgen, dass die Leute sehen, wie hart, gut und intelligent wir spielen können, und deshalb glauben, dass wir nun jedes Spiel einfach so gewinnen.« Er warnt davor, die Erwartungen an das Team zu hoch zu schrauben. Es sei immer noch im Findungsprozess.

Gegner: Mannschaften, die Denis Wucherer coacht, sind defensestark, immer unberechenbar im Angriff und präsentieren sich als homogene Einheit. Aktuell hat der ehemalige BBL-Aufstiegstrainer der Gießen 46ers in der Spielzeit 2014/15 mit seinen Würzburgern nach vier Pflichtspielen einen Sieg und drei Niederlagen vorzuweisen. Das ist sicherlich auch dem momentanen Verletzungspech zuzuschreiben. Center Nicolas Carvacho fiel aus: Der 2,11 m Hüne zog sich eine Knieverletzung zu. Für ihn verpflichteten die Verantwortlichen Tomasz Gielo. Der polnische Nationalspieler unterschrieb bei den Mainfranken einen Vertrag bis zum Saisonende. Der variabel einsetzbare 2,05-m-Mann zeigte bei seinem Debüt in Heidelberg gleich eine starke Leistung. Der Eurocup erprobte 28-Jährige erzielte bei der knappen 71:76-Niederlage 19 Punkte und streute dabei sechs seiner sieben Versuche jenseits der 6,75-m-Linie ein. Ihn gilt es, ganz besonders im Auge zu behalten.

Und der zweite Neuzugang der Würzburger - Kerron Johnsonbrillierte ebenfalls bei seinem ersten Auftritt . Der US-amerikanische Guard ist in der Basketball-Bundesliga kein Unbekannter, in den Spielzeiten 2014/15 und 2017/18 lenkte er das Spiel der Riesen Ludwigsburg. Johnson erhielt in Würzburg einen Zweimonatsvertrag und ersetzt in dieser Zeit den am Knie verletzten Luciano Parodi. Aufpassen müssen die Gießener zudem auf Pointguard Cameron Hunt (14,3 Punkte pro Spiel), auf Smallforward Desi Rodriguez (14,8 PpS) sowie auf Shootingguard Aigars Skele (11,8 PpS).

Lazarett: Bei den Würzburgern fallen Carvacho und Parodi aus. Bei den 46ers sind alle fit. »Wir haben aber immer noch ein paar Spieler, die angeschlagen sind«, so Strobl.

Das sagt Strobl: »Würzburg ist eine gut gecoachte Mannschaft. Ich kenne Denis schon lange und schätze seine Arbeit. Sie sind eine tief besetzte Mannschaft mit vielen Waffen. Sie sind gefährlich, sie haben viele Spieler, die von draußen werfen, und einige, die gut penetrieren können. Das wird überhaupt keine leichte Aufgabe für uns. Wir müssen bereit sein, ihre Schützen aufzuhalten und das Reboundduell zu gewinnen.«

Das sagt Wucherer: »Nach einer eher schwierigen Vorbereitung scheinen sich die Gießen 46ers gefunden zu haben und zu funktionieren. Smarter Coach. Großes Team, viel Athletik und zwei schnelle Guards - dazu John Bryant. Genug Zutaten für eine deutlich erfolgreichere Saison als im Vorjahr.«

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