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Gießen 46ers: Verletzung bei Bjarne Kraushaar - Längere Pause droht

  • Wolfgang Gärtner
    vonWolfgang Gärtner
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  • Sebastian Kilsbach
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Wie verwandelt präsentierten sich die Gießen 46ers: Nach dem enttäuschenden Saisonauftakt gegen Crailsheim boten sie Bamberg im Pokal-Achtelfinale beim 66:72 lange Paroli.

Update, 30. September: Wie gut, dass Stephen Brown so schnell verpflichtet werden konnte. Denn sonst stünden die Gießen 46ers ohne etatmäßigen Pointguard da. 

Bjarne Kraushaar zog sich am Samstag im Abschluss-Training eine Bandverletzung am linken Sprunggelenk zu. »Ihm ist einer auf den Fuß gesprungen«, erklärte Headcoach Ingo Freyer am Sonntagabend nach dem verlorenen Pokalspiel gegen Bamberg. Es sei mindestens ein Band gerissen, möglicherweise sogar zwei. Nach der angesetzten MRT-Untersuchung wisse man mehr; so Freyer weiter. Die steht am heutigen Montag an. 

Gießen 46ers: Fällt Kraushaar vier bis sechs Wochen verletzt aus?

Wie lange der 20-jährige Gießener ausfallen wird, richtet sich nach der genauen Diagnose. Mit vier bis sechs Wochen Ausfall von Kraushaar muss man aber im Kreise der Gießen 46ers rechnen. Gut, dass die nächste BBL-Partie für die 46ers erst am 11. Oktober gegen die Hamburg Towers ansteht. 

Die Lücke, die Kraushaar hinterlässt, wird dann sicherlich Teyvon Myers schließen, der als Shootingguard auf die Eins rücken kann, wenn Stephen Brown verschnaufen muss. Denkbar ist auch, dass Freyer den ProB-Spieler Wyatt Lohaus zur ersten Mannschaft hochziehen wird, der sein Debüt bereits bei der Bundesliga-Niederlage zum Saisonauftakt gegen Crailsheim gab. Insgesamt fünfmal darf er aushelfen.

Ein tolles Debüt gibt Gießens neuer Spielmacher Stephen Brown, der Paris Lee (l.) und Louis Olinde vernascht und mit 18 Punkten zum Topscorer avanciert.

Hintergrund zum Spiel: Mit stehenden Ovationen wurde die Mannschaft auf ihrer Ehrenrunde verabschiedet. »Es wäre schön gewesen, in die nächste Runde einzuziehen. Aber es zählt der Fortschritt, den wir zeigten. Zudem musste Stephen Brown zu lange spielen«, so Freyer nach dem Spiel. Tatsächlich ackerte der Neuzugang auf der Position des Aufbauspielers 34 Minuten. Das lag daran, dass sein Backup Bjarne Kraushaar im Abschlusstraining umgeknickt war. »Mindestens ein Band ist gerissen«, so Freyer weiter, der Brown damit direkt in die Startformation beorderte.

Gießen 465ers: Offenbar Bänderriss bei Bjarne Kraushaar

Ebenfalls starten durfte John Bryant, der gegen Crailsheim noch von der Bank kam. Der Center beharkte sich im ersten Viertel intensiv mit Bambergs Big  Man Assem Marei, dem die ersten Punkte des Spiels gehörten. Grundverändert war auch die Körpersprache der 46ers. Immer wieder erlaubten sie dem Titelverteidiger nur schwere Abschlüsse. Allein die hohe Ausbeute bei offensiven Rebounds sorgte dafür, dass die Franken zunächst die Oberhand behielten. Während die Gießener mit der Linie des Schiedsrichtergespanns haderten, legte Bamberg mit 12:6 vor (3.).

Erst in der Schlussphase zeigten sich die Hausherren stabiler. Aus der Distanz traf Teyvon Myers, während der eingewechselte Alen Pjanic zunächst den Rebound kontrollierte und auf der Gegenseite einen weiteren Dreier folgen ließ (17:16, 10.). Im Eins-gegen-Eins linkte Myers mit der Sirene die Bamberger Hintermannschaft und stellte zum 19:19 nach zehn Minuten.

Gießen 46ers: Stephen Brown fühlt sich bereits "toll eingestellt"

Bryant brachte die 46ers dann sogar in Führung. An Fahrt gewann das Spiel, als Pjanic den Ball stahl und vorne trotz eines Fouls von Marei ablegte (27:30, 15.). Brown bediente Luke Petrasek kurze Zeit später per Alley-oop-Anspiel und zwang Gäste-Trainer Roel Moors zur Auszeit. Brown ließ sich davon allerdings nicht bremsen, vernaschte seinen Gegenspieler per Crossover-Move und erhöhte auf 33:30 (17.). Generell zeigte der Neue keine Scheu und spielte mit einer Wagenladung Selbstvertrauen. »Coach und Team haben mich toll eingestellt«, erklärt der Guard etwas schüchtern nach Spielende. Seine beste Leistung auf dem Feld sollte aber noch kommen.

Mit neun Punkten in Folge konterte er einen Run der Bamberger nach dem Seitenwechsel und schoss Gießen wieder in Schlagdistanz (49:51, 18.). Die Franken konnten ihren Kontrahenten fortan nicht mehr abschütteln. Zwar wahrten die Gäste ihre Dominanz beim offensiven Rebound. Die 46ers sorgten aber weiterhin kontinuierlich für Stops und lagen nach Freiwurfpunkten von Brown vor dem Schlussviertel nur mit 53:55 im Hintertreffen.

Gießen 46ers: Bei Freyer überwiegen positive Aspekte

Per Floater war es abermals der US-Amerikaner, der auf 57:57 stellte. In einer intensiv geführten Partie traf Bambergs Tre McLean nach einem offensiven Brett aus dem Dreipunkteland (64:59, 35.). Mehrmals düpierte Elias Harris Bryant, unter anderem durch einen Dunk, als der 46ers-Center zu langsam auf den Beinen war. Brown war aber weiter »streaky« und traf trotz mangelnder Balance beim Absprung zum 64:68-Anschluss. Thomas ließ mit einem weiteren Sahnemove das 66:68 folgen und verwandelte die Osthalle in ein Tollhaus.

Allein die Kräfte gingen zur Neige. Zwei korblose Minuten gingen ins Land, die Nervosität war beiden Mannschaften anzumerken. Für Gießen war immerhin der erste Pokal-Sieg seit 2008 möglich, Bamberg wollte seine Hoffnungen auf die Titelverteidigung nicht begraben. Erst Tief in der letzten Minute legte Marei zum 70:66 ab. Da die Franken noch mehrere Teamfouls zu geben hatten, konnten sie mit aller Aggressivität die Angriffsbemühungen der 46ers stören. Das nutzte Paris Lee, der den Ball stibitzte, nach vorne lief und den Endstand markierte. Bamberg trifft im BBL-Viertelfinale auf Braunschweig, während Gießen sich nun ganz auf das Heimspiel gegen Hamburg konzentrieren will. »Ich bin zuversichtlich, was in den zwei Wochen bis dahin passiert«, überwogen auch bei Freyer die positiven Aspekte des Spiels.

Gießen: Brown (18), Myers (7), Köpple (1) Pjanic (10), Petrasek (10), Gray (6), Barnett, Thomas (8), Bryant (6). / Bamberg: Lee (9), Weidemann (3), Kameron Taylor (9), Stuckey (3), McLean (16), Olinde, Harris (8), Carrera (5), Sengfelder (2), Bryce Taylor, Marei (17). / Zuschauer: 2149.

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