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Pure Freude: Die Gießen 46ers sind nach dem Sieg in Göttingen wieder voll im Rennen um den Klassenerhalt.

Gießen 46ers

Gießen 46ers schüren nach dem Sieg bei der BG Göttingen weiter Hoffnung

  • Wolfgang Gärtner
    vonWolfgang Gärtner
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Der Funken Hoffnung glimmt weiter! Die Gießen 46ers haben sich die Chance auf den Klassenerhalt in der BBL bewahrt. Das vom Samstag-Coup gegen die Bayern beflügelte Team von Trainer Rolf Scholz gewinnt bei der BG Göttingen mit 98:79 und reduziert weiter den Punkte-Abstand zum rettenden Tabellenrang 16.

Eine absolute Willensleistung der Gießen 46ers, die nach dem 98:79 bei der BG Göttingen wieder voll im Rennen um den Klassenerhalt in der Basketball-Bundesliga sind. Zwar sind es immer noch zwei Punkte Rückstand zum Rang-16. Mitteldeutscher BC und der verlorene direkte Vergleich, der bei Gleichstand für den MBC zählen würde. Aber es scheint so, als würden die Gießener im Endspurt um die sportliche Existenz den Turbo zünden.

46ers-Cheftrainer Rolf Scholz hatte immer wieder betont, dass erst am Ende abgerechnet wird. »Solange es rechnerisch noch möglich ist, glauben wir an den Klassenerhalt.« Wie sein Team, das ohne Brandon Bowman auskommen musste. Der Routinier hat sich den Daumen gebrochen. Wie Scholz betonte, habe die medizinische Abteilung signalisiert, dass es für den Allrounder nicht das Saisonende sei. Der Coach geht davon aus, dass Bowman bald wieder spielen kann. Mit einer Pause von mindestens drei Wochen wird gerechnet.

Es hat alles gepasst. Im dritten Viertel waren wir im Flow, das Team hatte zusammen Spaß. Mit den letzten beiden Siegen ist aber noch nichts erreicht.

46ers-Spieler Ferdinand Zylka

Scholz verzichtete wie gegen die Bayern auf den etatmäßigen Pointguard Jonathan Stark in der Startaufstellung, dagegen rutschte Ferdinand Zylka in die erste Fünf - eine Belohnung für sein couragiertes Auftreten gegen die Bayern. Und er bedankte sich für das Vertrauen mit einer tollen Leistung und avancierte mit 23 Punkten zum Topscorer. »Es hat alles gepasst. Im dritten Viertel waren wir im Flow, das Team hatte zusammen Spaß - und wir haben uns gepusht«, sagte ein zufriedener Zylka. Aber er warnte auch: »Mit den letzten beiden Siegen ist noch nichts erreicht.«

Die ersten fünf Punkte der Gießener im ersten Viertel erzielte aber Scottie James Jr.. Der frech und selbstbewusst aufspielende Zylka legte aber mit zwei Dreiern und zwei Freiwürfen nach (13:13, 5.). Alen Pjanic, der für James kam, erhöhte per Dreier zum 16:13 (6.). Nach einem Zweier von John Bryant zur 18:13-Führung (6.) der Gäste hatte Göttingens Trainer Roel Moors die Faxen dick und wollte den Lauf der 46ers mit einer Auszeit stoppen. Vergebens: Pjanic klaute den Ball, Zylka traf - und James markierte die Zehn-Punkte-Führung (23:12). Doch die »Veilchen« konterten - und Deishuan Booker nahm Maß von der 6,75-m-Linie und verkürzte zum Viertelende auf 24:28. Mann des ersten Viertels war eindeutig Zylka mit elf Zählern.

46ers-Trainer Scholz reagiert schnell

Doch es haperte bei den Gießenern zu Beginn der zweiten zehn Minuten. Bereits nach 74 Sekunden reagierte Scholz beim 30:29 aus Sicht der 46ers mit einer Auszeit. Die BG fand besser ins Spiel, traf nun auch ihre Würfe - wie Luke Nelson zum Ausgleich (32:32, 13.). Aber erneut Bryant und Diante Garrett antworteten gleich mit dem 39:32 (15.). Anstatt die Führung auszubauen, lösten die freistehenden Stark und Pjanic zusammen drei Dreierfahrkarten.

Scholz blieb vorerst cool an der Seitenlinie, sein Team schien alles im Griff zu haben. Zudem hatten die »Veilchen« weiter ihre Probleme mit den Distanzwürfen. Dennoch reduzierten sie peu à peu der Rückstand (40:41, 18.), da die 46ers im Angriff eine Korbflaute hatten.

Scholz wollte unbedingt etwas ändern. Er stoppte das Geschehen mit Timeout, die verpuffte, denn Aubrey Dawkins traf zur 43:41-BG-Führung. Der »heiße« Zylka per Dreier (sein 14. Punkt) und Bryant mit einem Zweier ließen die Lahnstädter wieder in Führung gehen, doch wiederum Dawkins glich zum 47:47-Halbzeitstand aus.

Ein drittes Viertel für die 46ers zum Zungeschnalzen

Es folgte das für die 46ers ominöse dritte Viertel, in dem sie in dieser Saison schon zahlreiche Spiele viel zu einfach herschenkten. Diesmal lief aber alles ganz anders: Sie gewannen den dritten Durchgang mit sage und schreibe 29:12 - und brillierten dabei mit Dreiern (Zylka, Bryant und Garrett) und dem spektakulären 74:59-Fastbreak-Dunk von Pjanic.

Dranbleiben war die Devise für die 46ers, die stark in der Defensive agierten, im Angriff aber teilweise zu risikoreich. Als James per Dunk zum 85:65 (35.) abschloss, war die Partie entschieden und der verdiente 98:79-Sieg eingetütet.

„Großes Kompliment an unsere Mannschaft. Wir haben über vier Viertel die richtige Energie aufs Feld gebracht. Wir hatten über die ganze Saison gerade im dritten Viertel Probleme – das war heute eines unserer besten Viertel. Wir sind sehr zufrieden mit diesem Sieg. Mit ausschlaggebend war, dass wir für unsere Verhältnisse sehr, sehr solide verteidigt haben, nicht sehr viele freie offene Würfe zugelassen haben und im Angriff die Last auf mehreren Schultern verteilt haben. Der Sieg ist für uns sehr wichtig“, bilanzierte ein zufriedener 46ers-Trainer Scholz.

Gießen 46ers am Samstag in Ulm

Bereits am Samstag (18 Uhr) steht die nächste Partie für die Gießen 46ers an. Für die Lahnstädter geht der Kampf um den Klassenerhalt in Ulm bei einem heißen Playoff-Anwärter weiter. Es folgen noch weitere sechs Begegnungen bis zum Hauptrunden-Ende am 8. Mai - und erst dann wird abgerechnet...

Göttingen: Dawkins (22), Lomazs (18), Booker (9), Weidemann (9), Nelson (9), Mönninghoff (7), Odiase (3), Kramer (2), Onwuegbuzie, Omuvwie, Kamp.

Gießen: Zylka (23), James Jr. (18), Bryant (15), Garrett (14), Pjanic (12), Stark (7), Thomas (7), Kraushaar (2), Hamilton, Köpple, Brown,

Viertelstände: 24:28, 23:19, 12:29, 20:22.

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