Ballverluste reduzieren - das gibt Gießens Trainer Rolf Scholz seinem Pointguard Jonathan Stark gegen Oldenburg mit auf dem Weg.	FOTO: VOGLER
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Ballverluste reduzieren - das gibt Gießens Trainer Rolf Scholz seinem Pointguard Jonathan Stark gegen Oldenburg mit auf dem Weg.

Basketball

Gießen 46ers: Scholz fordert deutliche Steigerung

  • Wolfgang Gärtner
    vonWolfgang Gärtner
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Bei den Gießen 46ers schrillen die Alarmglocken. Der Blick auf die Tabelle der Basketball-Bundesliga sagt alles: Rang 18 - Abstiegsplatz. Am Samstag wartet eine ganz schwere Aufgabe.

Die Gießen 46ers stehen mit dem Rücken zur Wand: Sie sind zum Siegen verdammt. Das 84:97 am vergangenen Samstag in Vechta hat die angespannte sportliche Situation beim mittelhessischen Basketball-Erstligisten noch verschärft. Und am Samstag um 18 Uhr kommen die Baskets aus Oldenburg mit breiter Brust in die Osthalle (live auf MagentaSport), die mit sieben Siegen in Folge nur so vor Selbstbewusstsein strotzen.

Die Lage: 13 Spiele, elf Niederlagen, zwei Siege. Die 46ers zieren das Tabellenende - punktgleich mit den Rastamännern aus Vechta. Die Niederlage in Niedersachsen wurde aufgearbeitet, wie Headcoach Rolf Scholz sagt. »Die Art, wie wir Basketball spielen, haben wir intensiv nachgearbeitet«, erklärt der 40-jährige Trainer, der Ingo Freyer Mitte Dezember ablöste und den Gießenern vorerst bis zum Saisonende zur Verfügung steht. Mit der Reaktion der Mannschaft auf die Aussprache ist Scholz zufrieden. »Sie hat im Training sehr fokussiert und hart gearbeitet.« Vor der Partie waren die 46ers auf einem guten Weg - auch von der Spielanlage her. Das sei aber aus unterschiedlichen Gründen in Vechta komplett abhandengekommen, so der Coach weiter. Markant war im Kellerduell, dass Starting-Aufbauspieler Jonathan Stark sieben Ballverluste produzierte. Viel zu viele in einer so wichtigen Begegnung. Es wird deutlich, dass den Gießenern in dieser prekären Situation auf dem Court ein erfahrener Playmaker fehlt, den Scholz weiterhin vehement fordert. »Wir versuchen, eine Lösung herbeizuführen.« Die sich aber nicht als ganz so einfach gestaltet. Die 46ers haben aktuell sieben Importspieler im Kader, wobei von ihnen immer einer aussetzen muss. Da es in den letzten beiden Partien jedes Mal den US-Guard Liam O’Reilly traf, ist offensichtlich, dass für ihn keine Zukunft in Gießen zu erwarten ist. Eine knifflige Aufgabe für das Gießener Management um die Geschäftsführer Michael Koch und Stephan Dehler. Sie müssen in dieser verzwickten personellen wie finanziellen Gemengelage schnellstens für alle Beteiligten eine akzeptable Lösung finden.

Integration von Bryant und Brown: Sie schreitet voran, jede Trainingseinheit hilft den neuen Big Men. »Ich habe das Gefühl, dass sie von Tag zu Tag besser in die Abläufe integriert sind«, konstatiert Scholz. Sie müssen aber noch viel stärker ins Spiel der 46ers eingebunden werden. Natürlich werden nun Systeme für die beiden sowie Scottie James jr. konzipiert. »Wir werden uns etwas einfallen lassen, damit die einzelnen Stärken der drei Brettspieler zur Geltung kommen.«

Der Gegner: Auf Bryant, Brown und James jr. kommt gegen Oldenburg eine Menge Arbeit zu. Die Mannschaft von Trainer Mladen Drijencic, der in dieser Woche vorzeitig seinen Vertrag bis 2023 verlängert hat, besitzt unter dem Korb eine Menge Power. Allen voran »Mister Triple-Double« Rasid Mahalbasic, der als Center glänzende Werte auflegt (10,1 PpS, 5,8 RpS, 3,8 ApS). Ihm zur Seite stehen Nathan Boothe (13,1 PpS, 5,1 RpS) und Martin Breunig (6,9 PpS, 4,5 RpS). Doch nicht nur der Frontcourt des Tabellendritten ist glänzend besetzt, sondern auch die Kreativabteilung mit den Guards Keith Hornsby (13,6. PpS), Braydon Hobbs (6,5 PpS, 3,8 ApS) und Phil Pressey ((8,5 PpS, 3,5 ApS). Und nicht zu vergessen ist die BBL-Legende Rickey Paulding: Der 38-jährige Forward ist mit 16 Punkten im Schnitt pro Spiel bester Scorer der Donnervögel, die nach 13 Pflichtspielen elf Siege und zwei Niederlagen aufweisen.

Personelles: Hinter dem Einsatz von Alen Pjanic steht ein Fragezeichen. Der Gießener Forward hat bei der Niederlage in Vechta einen Schlag auf den Knöchel seines Fußes erhalten und konnte bislang noch kein Training absolvieren. »Da müssen wir schauen, ob es bei Alen bis zum Samstag reicht«, erklärt Cheftrainer Scholz. Wie bereits erwähnt, ist die Nachverpflichtung eines erfahrenen Pointguards ein dringliches Thema. Die Sache mit Cameron Wells, der drei Jahre für die 46ers spielte und mit ihnen 2015 in Liga eins aufstieg und der zudem von der halben Bundesliga gejagt wird, hat sich offenbar aus finanziellen Gründen zerschlagen.

Das sagt Trainer Scholz: »Die Oldenburger Mannschaft hat offensiv ein unheimliches Talent. Wir müssen lange auf sie gucken, um Schwächen zu finden. Aber wir sind weit davon entfernt, zu resignieren. Wir wollen Tugenden zeigen, die in Vechta vermisst wurden: Einsatzwille, Aggressivität, Intensität. Ich bin guter Dinge, dass das Team ein Signal geben wird.«

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