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Gießen 46ers

Gießen 46ers: Von Rollen, einer Säule und einem Rückkehrer

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Beobachtungen am Rande: Was beim Spiel der Gießen 46ers gegen ratiopharm Ulm auffiel.

Der Rückkehrer: Thorsten Leibenath musste viele Hände schütteln – bei seiner Rückkehr in die Osthalle. Diesmal aber nicht als Cheftrainer der Ulmer, sondern als Sportdirektor. Seit dieser Saison hat er die Plätze gewechselt – nach acht Jahren erfolgreicher Arbeit an der Seitenlinie bei den Münsterstädtern. Der gebürtige Leverkusener kann auf eine ereignisreiche Zeit bei den Ulmern zurückblicken. Immerhin 65 Prozent seiner gecoachten Spiele gewann sein Team. Natürlich ärgern den 44-Jährigen die restlichen 35 Prozent. Leibenath war aber auch 14 Jahre ein fester Bestandteil der mittelhessischen Basketball-DNA. Erst als Zweitligaspieler in Lich, später als Assistenztrainer in Lich und Gießen und letztlich als Headcoach bei den Gießen 46ers. Zu jener Zeit 2007 mit einem Dreijahresvertrag ausgestattet, den er nach einem Jahr beendete und sich aufgrund einer Ausstiegsklausel den international spielenden Artland Dragons anschloss. 2011 folgte dann die Offerte aus Ulm. Eine seiner ersten Amtshandlungen als Ulmer Sportdirektor war, dass er den mit allen Wassern gewaschenen Ex-Top-Spieler Anton Gavel als NBBL-Coach sowie als Pro-B-Trainer installierte. Natürlich auch einer mit einer Gießener Vergangenheit – Pointguard der legendären "Spiel-5-Mannschaft", die 2005 nach dem grandiosen Erfolg in Köln vor 1500 Gießener Schlachtenbummlern ins Playoff-Halbfinale einzog und damals von Leibenath an der Seite von Cheftrainer Stefan Koch assistiert wurde. "Anton war die Topverpflichtung im Sommer", erklärte er am Sonntag in der Osthalle mit einem Schmunzeln im Gesicht. Und das 97:77 seines Teams kommentierte er: "Wir kommen so langsam ins Rollen." 

"Big John": Das muss man auch John Bryant attestieren, der nach der Sommerpause mit Rollen an der Hüfte zurück an die Lahn kehrte, die nun endlich nach vier Monaten Training und vielen Extraschichten weniger geworden sind. Gießens "Big John" trat gegen sein altes Team aus Ulm zwar nicht als Scorer in Erscheinung, aber als glänzender Vorlagengeber – insgesamt siebenmal. Sein Zuckerpässchen mit halber Drehung und angetäuschtem Wurf zu Brandon Thomas in die rechte Ecke, den er per Dreier zur 17:16-Führung einfliegen ließ, war mindestens so sehenswert wie sein Durchstecker zu Alen Pjanic, der nur noch ablegen musste (57:68). Mit der körperlichen Fitness ist beim 32-jährigen 2,11-m-Mann der Spaß am Spiel wieder zurückgekehrt – und der von ihm permanent gesuchte verbale Austausch während des Spiels mit seinen Kollegen hat dem Team ebenfalls gutgetan, auch wenn es letztlich gegen starke Ulmer nicht zum Sieg reichte. 

Noch einmal auf Hüfthöhe: Und dann stand da vor dem Sprungball vor dem in einer Reihe stehenden Schiedsrichter-Trio noch eine Säule (von der BBL installiert) mit dem Spielball drauf – bereits zum dritten Mal in dieser Saison. Aber so richtig ist das wohl noch keinem aufgefallen. Es wehte damit ein Hauch der großen Fußball-Welt in Gießens Gud Stubb.

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