Auf die Entscheidung warten, wie es weitergeht - Gießens Interimstrainer Rolf Scholz.
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Auf die Entscheidung warten, wie es weitergeht - Gießens Interimstrainer Rolf Scholz.

Gießen 46ers

Gießen 46ers: Fix! Rolf Scholz bleibt Cheftrainer

  • Wolfgang Gärtner
    vonWolfgang Gärtner
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Rolf Scholz bleibt den Gießen 46ers treu: Der Mittelhessen soll mindestens bis zum Ende der Saison Trainer des Basketball-Bundesligisten bleiben.

Update, 12.1.2021, 14.03 Uhr: Nun ist es amtlich. Rolf Scholz wird weiter für die Gießen 46ers als Cheftrainer an der Seitenlinie stehen. Das hat der Club nun bekanntgegeben. Demnach hat der Mittelhessen, der vor einigen Wochen die Nachfolge des beurlaubten Trainers Ingo Freyer angetreten hatte, einen Vertrag bis zum Ende der Saison unterschrieben. „Wir freuen uns, Rolf Scholz für die laufende Saison als unseren neuen, alten Headcoach vorzustellen. Mit seiner Weiterverpflichtung sind wir einen weiteren Schritt in Richtung der Gießener DNA gegangen. Rolf hat es geschafft, in kürzester Zeit das Team zu stabilisieren und neue positive Signale zu setzten“, sagt Geschäftsführer Michael Koch.

Nach der Verpflichtung von Chad Brown und der Rückholaktion von John Bryant gilt es für Rolf Scholz nun, zwei neue Big Men ins Spiel der Gießen 46ers zu integrieren. Am Wochenende gegen Rasta Vechta - einen Mitkonkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt - sollen dabei bereits weitere Schritte getan werden.

Selbst sagt Rolf Scholz über seine Zukunft als Trainer bei den Gießen 46ers: „Der Klassenerhalt ist eine riesengroße Herausforderung, dessen sind wir uns bewusst, aber ich bin zuversichtlich, dass wir alle gemeinsam dieses große Ziel erreichen können. Mein besonderer Dank an dieser Stelle gilt dem Polizeipräsidium Mittelhessen, meinen direkten Vorgesetzten und meinen Kolleginnen und Kollegen, die mir bei dieser Entscheidung und in dieser Phase jederzeit den Rücken gestärkt haben.“

Gießen 46ers: Bleibt Rolf Scholz Cheftrainer?

Erstmeldung, 8.1.2021, 7.00 Uhr: Seit Rolf Scholz das Amt des Cheftrainers bei den Gießen 46ers übernommen hat, ist wieder Leben in der Bude. Zuvor herrschte Untergangsstimmung. Unter dem Ex-Coach Ingo Freyer lief nicht viel zusammen. Niederlage auf Niederlage musste verdaut werden. Ein Ende der negativen Serie war nicht in Sicht. Vor gut drei Wochen zogen die Verantwortlichen um Geschäftsführer Michel Koch dann die längst überfällig scheinende Reißleine. Sie beurlaubten Freyer und fragten Scholz, den Coach der Rackelos, ob er als Interimslösung einspringt.

Für den 40-Jährigen stellte sich die Frage gar nicht. »Das war für mich eine Selbstverständlichkeit, dass ich aushelfe«, erinnert er sich noch ganz genau an den Anruf von Koch. Seit diesem sind viele Tage verstrichen - und bis zum gestrigen Donnerstag hat sich der Klub noch nicht offiziell geäußert, wie es mit Scholz weitergeht.

Der bei der Polizei hauptberuflich tätige Scholz bestätigte aber, dass man sich bezüglich dieses Themas momentan in einem regen Austausch befinde. »Wir besprechen es zurzeit intern - mit den Verantwortlichen der 46ers und mit meinen Vorgesetzten der Polizei. Ergebnisse gibt es aber noch keine«, ließ der 40-Jährige die Katze noch nicht aus dem Sack. Am Montag endet sein Urlaub, sodass er normalerweise den Dienst antreten müsste. »Es kommt nicht genau auf den Tag an. Ich habe einen Kollegenkreis, der das voll unterstützt und flexibel ist. Zudem unterstützen mich auch meine Vorgesetzten. Und ich habe noch ein paar Überstunden und Resturlaub«, gibt er zu verstehen, dass er durchaus noch zeitlichen Spielraum hat.

Er weiß aber auch, dass es im Interesse aller drei Parteien ist, endlich zum Punkt zu kommen, um zu sagen, »machen wir das nun gemeinsam weiter oder nicht«. Das Gefühl lässt einen nicht los, dass die Zeichen eher auf einem Verbleib von Scholz als Headcoach bei den Gießen 46ers stehen. Er hat in der kurzen Zeit seines Tuns schon viel Positives bewirkt, dürfte aber auch die eine oder andere Bedingung stellen, um letztlich das Ziel Bundesliga-Erhalt zu realisieren.

Bei der Verpflichtung von Neuzugang Chad Brown hat Scholz sicherlich schon tatkräftig mitgewirkt. Der athletische Center ist bestimmt eine Verstärkung für den Tabellenvorletzten, der nach elf Punktspielen erst zwei Siege - mit Scholz als Coach - eingefahren hat.

»Chad wird uns von Anfang an helfen, da bin ich optimistisch gestimmt. Er wird unserem Spiel auf beiden Seiten des Feldes Elemente im Insidespiel geben, die wir bisher nicht haben. Er passt zu unseren großen Spielern, die vielseitig sind. Aber er wird nicht allein das Ruder rumreißen können. In der jetzigen Situation wird das kein Spieler machen, den wir uns leisten können«, konstatiert Scholz. Ob der 2,06 m große Brown, der sich seit Montag in Gießen in die obligatorische Quarantäne begeben hat, bereits am Sonntag in Berlin (Sprungball um 15 Uhr / live auf MagentaSport) auflaufen wird, hängt von seinem medizinischen Check ab, den er aufgrund der Quarantäne erst am Freitag absolvieren kann. Erst wenn dann noch rechtzeitig die behördlichen Dinge wie Arbeitserlaubnis und BBL-Spiellizenz sowie ein negativer Corona-Test vorliegen, wird der Center sein Debüt im 46ers-Trikot geben. Brown ist zuversichtlich, dass alles klappt und voller Vorfreude auf seinen ersten Einsatz.

Doch die Gießen 46ers benötigen mindestens noch eine weitere personelle Verstärkung im Kader. Ein erfahrener Guard würde den 46ers gut zu Gesicht stehen. Das sieht Scholz ebenso. Und er hat auch eine genau Vorstellung, was der Kreativspieler vom Profil her erfüllen müsste. »Er muss ein gewisses Qualitätsniveau und einen gewissen Erfahrungsschatz mitbringen. Zudem muss er an beiden Enden des Feldes Qualität haben. Kein klassischer Scorer, sondern auch einer, der Pick-and-Roll spielen kann. Und er muss ein Spiel mitgestalten können«, erklärt Scholz.

Allzu lange sollten die 46ers mit der Verpflichtung eines neuen Guards mit den von Scholz vorgegebenen Fähigkeiten nicht mehr warten. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass sich die Gießener sicherlich von einem Amerikaner trennen werden.

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