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Schnell, dribbelstark und korbgefährlich: Gießens neuer Spielmacher Stephen Brown hängt seinen Gegenspieler Paris Lee (Bamberg) ab und zieht zum Korb.

Gießen 46ers

Gießen 46ers: Neuer Spielmacher im Interview

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Kleiner Mann ganz groß. Gießens neuer Aufbauspieler Stephen Brown misst zwar nur 1,80 m, doch seine ganze Größe zeigte der 23-Jährige bei seinem Debüt im Pokal gegen Bamberg. Er weiß ganz genau, was er auf der Position eins zu tun hat.

Das war ganz nach dem Geschmack der 46ers-Fans: Browns erste Aktion bei seinem mehr als gelungenen Einstand gegen Bamberg war ein Hechtsprung nach dem Ball, der schmerzhaft an der Bande endete. Ab diesem Moment gab es kein Halten mehr für den jungen Amerikaner. Der in Virginia geborene 23-Jährige stieß erst am Mittwoch zum Basketball-Erstligisten.

Schon beim ersten Kontakt wurde klar, dass ist einer, den die Gießen 46ers gebrauchen können. Abseits der Spielfeldes bescheiden, auf dem Court dagegen bestimmend. Wie sich das für einen klassischen Aufbauspieler gehört. Zuletzt agierte Brown in der 2. russischen Liga bei Ural Jekaterinburg. Gießens Cheftrainer Ingo Freyer hatte ihn schon vor der Saison auf dem Zettel, entschied sich aber für den erfahreneren Alex Abreu, der jedoch durch seine Hüftverletzung nie zeigen konnte, was alles in ihm steckt, und für den Brown letztlich nach Gießen kam. Im Interview spricht Brown den Coachs und dem Team höchstes Lob aus. Über seine starke Leistung - immerhin erzielte er als BBL-Rookie in seinem ersten Spiel 18 Punkte und avancierte zum Topscorer - wollte er aber nicht so viele Worte verlieren.

Was für ein starkes Debüt von Ihnen. Haben Sie das so kurz nach dem Spiel schon irgendwie reflektieren können?

Stephen Brown: Es waren viele Emotionen im Spiel. Meine Trainer und meine Mitspieler haben mich bestens auf die Partie und den Gegner vorbereitet. Und wenn der Ball erst einmal nach dem Sprungball in der Luft ist, da muss man einfach schnell seinen richtigen Rhythmus und das Gefühl für das Spiel finden.

Ihre Gegenspieler waren Paris Lee und Kameron Taylor. Wie waren die Duelle mit Ihnen?

Brown:Beide sind super Spieler und Typen. Es hat Spaß gemacht, gegen sie zu spielen. Und wir haben gut gegen sie dagegengehalten.

Was denken Sie über Ihre Leistung?

Brown:Wir haben gut als Team gespielt. Meine Mitspieler haben mich ermutigt und mich weiter angetrieben. Als ich mich schwach gefühlt habe, haben mir die Zuschauer in der Osthalle viel Kraft gegeben. Für das erste Spiel hat es sich gut angefühlt - die Niederlage ist natürlich davon ausgenommen. Dennoch: Es gibt noch eine Menge zu lernen. Ich will mich ständig verbessern und weiterentwickeln sowie der Mannschaft helfen.

Sie sind erst seit Mittwoch in Gießen, haben nur zweimal mit der Mannschaft trainieren können - und trotzdem haben Sie eine starke Performance abgeliefert. Wie erklären Sie sich das?

Brown:Wie gesagt. Den größten Anteil haben daran meine Coaches und meine Mitspieler. Vor allem die Trainer, die mich bestens auf das Match vorbereitet haben. Und als das Spiel begann, sollte ich mich einfach nur wohlfühlen.

Sie haben knapp 34 Minuten auf der Position des Spielmachers agiert. Sie sind in Form - oder?

Brown:Sie denken, ich bin in Form? Das weiß ich nicht, ob ich schon meine Höchstleistung bringen kann. Ich weiß nur, wenn ich mehr Spiele und Trainingseinheiten absolviert habe, wir das besser werden.

Was können Sie Ihrer Mannschaft an Stärke geben?

Brown:Ich bin schnell und gewandt und glaube, dass ich einen guten Basketball-IQ habe, um das Spiel zu lesen. Ich will meine Mitspieler immer besser machen, sie ins Spiel bringen und ihnen den Ball geben, wenn sie ihn benötigen. In der Defense bin ich dort, wo ich gebraucht werde.

Gefällt Ihnen der Stil, den die Mannschaft spielt?

Brown:Ja. Er ist großartig. Ich mag ihn. Er ist voller Energie, voller Schnelligkeit, voller Aggressivität. Und Coach Freyer ist bei allem sehr ermutigend.

War es für Sie ein Traum, mal in so einer Liga wie der Basketball-Bundesliga zu spielen?

Brown:Als ich das College verlassen habe, habe ich immer davon geträumt, in einer europäischen Top-Liga Basketball zu spielen. Die Gießen 46ers geben mir nun die Möglichkeit, dies in der Basketball-Bundesliga zu tun.

Wo sind Sie untergebracht - Hotel oder Wohnung?

Brown:Kein Hotel. Ich habe ein schönes Appartement.

Sind Sie schon in Gießen mit Ihrem Auto herumgefahren?

Brown:Ja. Aber ich muss mich noch an die Gegebenheiten in der Stadt gewöhnen.

Haben Sie schon etwas von der City gesehen?

Brown:Noch nicht. Dafür war überhaupt noch keine Zeit. Aber vermutlich werde ich das in den nächsten Tagen alles nachholen. Gerade, weil wir in den nächsten beiden Wochen kein Spiel haben. Darum werde ich mehr Zeit haben, um rauszugehen und mehr von der Stadt zu sehen.

Haben Sie vorher schon einmal irgendwann etwas von den Gießen 46ers gehört?

Brown:Nicht, bevor ich hier hergekommen bin.

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