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Die Gießen 46ers und John Bryant gehen gemeinsam in ihre dritte Spielzeit.

Basketball

Gießen 46ers: Nach Bryant-Verbleib stehen weitere Entscheidungen an

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Die Entscheidung ist gefallen: John Bryant wird für die 46ers seine dritte Bundesliga-Saison bestreiten. Somit kann der Basketball-Bundesligist die weitere Personalplanung in Angriff nehmen.

Am Ende waren es nur ein paar Zeilen, die verkündeten, was die meisten Kenner eigentlich nicht ernsthaft in Zweifel gezogen hatten: John Bryant bleibt auch in der kommenden Saison bei den Gießen 46ers und zeigt sein Können in der Basketball-Bundesliga somit mindestens ein weiteres Jahr in der Osthalle.

Nachdem vor Wochen über einen sicheren Abgang nach Ulm spekuliert worden war, war eine Ausstiegsklausel des Centers in den Fokus gerückt: Für eine festgeschriebene Ablösesumme hätte der 32-Jährige zum 30. Juni seinen Vertrag auflösen und sich einem neuen Klub anschließen können. So schossen weitere Spekulationen ins Kraut: Aufsteiger Hamburg mit seinem Ex-Coach Mike Taylor sei plötzlich das Ziel, dann sollte wieder Bayreuth eine mögliche Destination sein - und sogar Meister München, jener Klub, bei dem Bryant den Spaß am Basketball verloren hatte, riefen einige als neuen Arbeitgeber auf. Wer sich allerdings außerhalb der Ebene der Gerüchte mit dem Thema beschäftigte, der war schon lange sicher: Die Chancen, dass der Superstar der 46ers auch in der kommenden Saison an der Lahn spielen würde, waren deutlich höher als die, dass er gehen würde. Und nicht zuletzt hatte der Koloss mit der 54 auch immer betont, wie wohl er sich in Gießen fühle.

Mit Bryant, Brandon Thomas sowie den beiden Eigengewächsen Bjarne Kraushaar und Alen Pjanic stehen somit vier Spieler aus der Rotation für die kommende Saison fest, dazukommen die Youngster Leon Okpara, Tim Köpple und Tim Uhlemann.

Nicht mehr das Gießener Trikot tragen wird derweil Max Landis: Der Guard, der 2016 aus Belgien an die Lahn kam und kurz vor Saisonende die 46ers verließ, um zu seinen erkrankten Söhnen in die USA zu reisen, unterschrieb am Samstag beim portugiesischen Spitzenklub FC Porto.

Auch ansonsten dürfte man wohl kaum einen Spieler aus der letzten Saison wiedersehen, den die Gießener noch nicht unter Vertrag haben: Larry Gordon zeigte sich in der zweiten Saisonhälfte deutlich schwächer als in der ersten, David Bell kam nach seiner Verletzung nie so richtig in Tritt und sowohl Siyani Chambers als auch Jared Jordan waren nicht der gewünschte starke Einser. Mahir Agva fällt unterdessen John Bryant zum Opfer: Neben dem Deutsch-Amerikaner suchen die Verantwortlichen um Heiko Schelberg, Ingo Freyer und Steven Wriedt mehr Athletik auf der Fünf, um variabler zu sein. Bleibt noch Benjamin Lischka: Die Zukunft des dienstältesten 46ers-Spielers ist noch nicht geklärt, wie genau es mit dem Forward weitergeht, dürfte aber bald verkündet werden.

Geschäftsführer Heiko Schelberg verspricht zur kommenden Saison eine "Mannschaft mit einem neuen Gesicht". Mehr Defense, mehr Intensität sollen ein Jahr vergessen machen, das zwar nicht schlecht war, aber das Gefühl hinterlässt, dass da mehr drin war - auch wenn Schelberg lachend darauf hinweist: "Ich habe lieber die goldene Ananas als die verfaulte Banane!"

Braydon Hobbs und Justin Sears, die bereits für Gießen spielten, wird man in der kommenden Saison nur einmal in der Osthalle bestaunen können: Guard Hobbs wechselt mit der Empfehlung von zwei Meistertiteln in zwei Jahren von München nach Oldenburg, wo er auf den langen Mann Sears treffen wird, der bereits Anfang des Jahres nach seinem Kreuzbandriss von Ludwigsburg zu den Niedersachsen gewechselt war. Mit beiden Spielern waren die 46ers im Laufe der vergangenen Saison im Gespräch. Dennoch soll schon bald der erste Neuzugang verkündet werden - dann sicher in mehr als nur ein paar Zeilen.

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