Gießen 46ers

Gießen 46ers müssen Stockton unter Kontrolle halten

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Mit dem neuen Spielmacher Jared Jordan wollen die Gießen 46ers am heutigen Freitag den nächsten Sieg in der Basketball-Bundesliga einfahren – gegen die BG Göttingen.

Die Gießen 46ers haben turbulente Tage hinter sich – das Team sowieso. Teilweise zweimal am Tag Training, viele Spiele vor Weihnachten, zwischen den Jahren und gleich zu Jahresbeginn. Die Protagonisten um ihren wiedergenesenen Kapitän John Bryant erhielten keine Zeit, um mal die Füße hochzulegen. Coach Freyer erging es ebenso. Er bastelte zudem an dem Transfer von Jordan – und war natürlich froh, dass er den erfahrenen Pointguard verpflichten konnte. Mit dem 34-Jährigen hat er einen Topstrategen auf dem Feld, der sein Können viele Jahre in der Basketball-Bundesliga bewiesen hat, ehe er nach dem letztjährigen Abstieg der Tigers aus Tübingen arbeitslos war. An der Fitness muss der US-Amerikaner aber noch arbeiten. Jordan wird heute um 20.30 Uhr in der Osthalle gegen die BG Göttingen sein Debüt geben.

Status quo: Mit Jordan ist erneut Bewegung in den Kader der Lahnstädter gekommen. Ein neuer Spieler bedeutet immer eine neue Situation – für alle. Da der Pointguard aber die Liga aus dem Effeff und viele Spieler der 46ers kennt, dürfte die Integration für den "General auf dem Feld" kein Problem sein. Youngster Bjarne Kraushaar schwärmt von ihm und freut sich über seinen neuen Teamkollegen – auch wenn beide für die Aufbauposition vorgesehen sind. Der 19-Jährige, der zuletzt sogar Verantwortung in der Crunch-Time übernahm, kann sich unter dem mit allen Wassern gewaschenen Jordan weiterentwickeln und von ihm einiges lernen. Das Duo soll den Takt im Team vorgeben. Max Landis und David Bell indes sollen vermehrt als Scorer für die Punkte sorgen. Und Siyani Chambers muss sich nun erst einmal hinten anstellen. Die Einsatzzeit des Harvard-Absolventen reduzierte sich immer mehr. Der 25-Jährige muss sich über gute Trainingsleistungen seine Minuten auf dem Court verdienen. Die 46ers nehmen nach dem Sieg am vergangenen Samstag in Jena nach sechs Niederlagen in Folge mit 14:16 Punkten den zehnten Rang ein und können mit einem Erfolg an die Playoff-Plätze heranrücken.

Rotation: Denkbar ist für den heutigen Freitag eine Startaufstellung mit fünf Routiniers: Jordan (34 Jahre) als Spielgestalter, Bell als Shooting-Guard (37), Brandon Thomas (34) auf der Drei, Larry Gordon (31) als Powerforward und Bryant (31) als Center. Das wäre eine geballte Erfahrung, die den Niedersachsen gegenüberstehen würde.

Gegner: "Eine schnelle, unberechenbare Mannschaft", beschreibt Freyer den Gegner aus Niedersachsen, der am letzten Wochenende mit dem Heimsieg gegen Bremerhaven ebenfalls eine Negativserie von neun verlorenen Partien beendete. Nach ihrem glänzenden Start in die Saison (8:2) setzte es ab Anfang November für die Truppe von Cheftrainer Johan Roijakkers ausschließlich Niederlagen, ehe das erlösende 85:79 gegen Bremerhaven gelang. Somit haben sich die "Veilchen" ein wenig Luft im Kampf um den Ligaerhalt verschafft. Mit 10:20 Punkten belegen sie Rang 13 und haben vier Zähler Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Roijakkers sagt auf der Homepage des Klubs: "Gießen ist ein Team mit viel Erfahrung." Zudem hat er sich schon jetzt festgelegt, wer für ihn der MVP der Saison wird: "In Bryant hat Gießen auf jeden Fall den Most Valuable Player dieser Saison im Kader."

Schlüsselspieler: Mit Michael Stockton kann der Niederländer aber auch auf einen Topspieler in seinem Kader zurückgreifen. Der Sohn der NBA-Legende John Stockton, der in früheren Zeiten bei den Utah Jazz mit dem "Mailman" Karl Malone ein gefährliches Duo bildete, das aufgrund der lehrbuchartigen Beherrschung des Pick-and-roll-Spielzuges den Beinamen "Stockalone" erhielt, ist das Herz der Göttinger. Der Playmaker ist mit 14,9 Punkten im Schnitt bester Scorer und mit 6,3 Assists pro Spiel bester Vorlagengeber im BG-Team. Und er ist ein Schlitzohr. Man darf gespannt sein, wie sich Neuzugang Jordan gegen den fünf Jahre jüngeren Landsmann schlagen wird. Ein Duell, auf das man sich freuen darf. Wie auf den Auftritt des Ex-Gießeners Dominic Lockhart, der ebenfalls in die Rolle des Aufbauspielers schlüpfen kann und in seiner Spielweise sehr variabel ist. Nicht zu unterschätzen sind der Pointguard Pendarvis Williams, der Smallforward Mihajlo Andric und der Powerforward Darius Carter, die alle im Schnitt zweistellig scoren.

Lazarett: Benjamin Lischka fällt ein weiteres Mal aus. Wie Freyer erklärt, hat sich der Powerforward eine Grippe eingefangen, die ihn zur Pause zwingt. Bei Landis sieht es dagegen besser aus. Der US-Amerikaner hat eine Erkältung, musste dadurch kürzertreten, wird wohl aber gegen Göttingen auflaufen. Bryants Achillessehnenreizung scheint abgeklungen zu sein. Der 2,11-m-Mann ist für den Freitag bereit.

Das sagt Trainer Freyer: Wir müssen Stockton unter Kontrolle halten – das ist wichtig. Sie spielen schnell und suchen den einfachen Abschluss. Darauf müssen wir uns einstellen. Man muss von Anfang an hellwach sein. Göttingen hat aber auch große Spieler wie Kramer und Haukohl, die werfen können. Zudem haben sie mit Willis auf der Vier und mit Williams auf der Zwei gute Schützen. Göttingen ist besser, als der aktuelle Tabellenplatz.

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