Die Gießen 46ers um Alen Pjanic müssen in Hamburg kluge Entscheidungen treffen.	FOTO: FRIEDRICH
+
Die Gießen 46ers um Alen Pjanic müssen in Hamburg kluge Entscheidungen treffen. FOTO: FRIEDRICH

Gießen 46ers

Gießen 46ers müssen in Hamburg cleverer agieren

  • Wolfgang Gärtner
    vonWolfgang Gärtner
    schließen

Keine Verschnaufpause für die Gießen 46ers. Bereits am heutigen Donnerstag müssen sie erneut ran: Bei den Hamburg Towers heißt es für das noch sieglose Team von Coach Ingo Freyer, den ersten Saisonsieg in der Basketball-Bundesliga einzufahren.

Drei Partien, drei Niederlagen - aber immer war eine Steigerung im Spiel der Gießen 46ers zu erkennen. Am Dienstagabend brachten sich die Mittelhessen um den verdienten Lohn. In der Crunch-Time fehlte ihnen beim 85:93 in Braunschweig die Abgebrühtheit und ein Go-to-Guy. Das soll am heutigen Donnerstag in Hamburg anders sein, wenn sie um 19 Uhr in der zuschauerlosen Edel-optics-Arena bei den noch ungeschlagenen Towers spielen.

Die Lage: Die Gießen 46ers standen am Dienstagabend kurz vor ihrem ersten Erfolgserlebnis in der aktuellen BBL-Saison. Nach der 78:76-Führung der 46ers, als sich der blendend aufgelegte Scottie James JR rund drei Minuten vor dem Ende so richtig warm gedunkt hatte, schnappte sich erst der erfahrene Bryon Allen die Pille und produzierte ein seltenes Vier-Punktspiel zum 80:78. Als dann Gießens Forward Alen Pjanic den zum Korb ziehenden Karim Jallow noch foulte, damit sein zweites unsportliches Foul aufgebrummt bekam und sofort die Halle verlassen musste, erhöhte Jallow die Gastgeber-Führung an der Linie auf 82:78. Ein sich anschließender Steal von Robinson stoppte die 46ers im Angriff - und Allen schweißte von Downtown zum 85:78 ein. Zu viele Fehler in der entscheidenden Phase der Gießener, die auch der mangelnden Cleverness geschuldet waren. Freyer sprach von falschen Entscheidungen und Ballverlusten. Letztlich waren es 14 davon, die die Lahnstädter produzierten, die Braunschweiger nur sechs. Der gravierendste Unterschied in der ansonsten sehr gleichen Gesamtstatistik. Positiv fiel auf, dass sich die Gießener nie aufgaben und immer wieder herankämpften -und dass sie viel variabler im Angriff agierten. Sie suchten nicht ausschließlich ihr Heil mit Dreiern, sondern versuchten auch, den Korb zu attackieren. Dennoch forderte der Trainer: »In manchen Situationen müssen wir aber noch etwas aggressiver zum Korb gehen.«

Der Gegner: Die Hamburg Towers bleiben ambitioniert. Möglicherweise hat ihnen in der vergangenen Saison der Saisonabbruch aufgrund Corona den Klassenerhalt gesichert. Umso akribischer sind die Verantwortlichen um Geschäftsführer Marvin Willoughby für die Spielzeit 2020/21 personell zu Werke gegangen. Zuerst wurde der Trainer ausgetauscht. Mike Taylor musste gehen, dafür lotsten die Hamburger Pedro Calles aus Vechta an die Elbe. Der Spanier krempelte den Kader komplett um und nahm von den Rastamännern Abwehrstratege Max DiLeo mit in die Hansestadt. Er ist der emotionale Leader im Team von zahlreichen Hochkarätern. Bester Scorer der »Türme« ist der Ex-Bamberger Kameron Taylor, der im Schnitt 16,3 Punkte pro Partie auflegt. Dem Shootingguard folgen scoremäßig zweistellig der estische Center Maik Katsar (13,5 PpS), der amerikanische Spielmacher T.J. Shorts (13.3 PpS) und der US-Shootingguard Jordan Swing (11,5 PpS). Dass die neue Towers-Combo abliefert, wird an ihrer Ausbeute deutlich: Vier Spiele, vier Siege.

Das sagt Trainer Ingo Freyer: »Bryon Allen hat am Ende in der entscheidenden Phase zwei schwierige Dreier getroffen, bei uns gingen die Würfe in dieser Phase daneben, sodass das Momentum bei Braunschweig lag. Solche Dinge gleichen sich im Laufe der Saison glücklicherweise immer wieder aus. Vielleicht schon in Hamburg...«

Das sagt 46ers-Geschäftsführer Michael Koch: »Das Spiel gegen Braunschweig war für uns wieder eine kleine Steigerung gegenüber dem Heimspiel gegen Bamberg. In den letzten beiden Minuten sind aber Entscheidungen bei uns auf dem Feld getroffen worden, die für uns kontraproduktiv waren und uns das Spiel gekostet haben. Da fehlt die Rollenverteilung, was nach drei Spielen noch nicht zu erwarten ist, wer ist der Go-to-Guy, wer nimmt das in die Hand, wenn ein Spiel auf Messers Schneide ist? Da haben wir noch Potenzial, uns zu finden«.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare