Gießen Trainer Ingo Freyer macht es seinem Team vor - mit Köpfchen muss es am Samstag beim "Karnevalsspiel" in Bonn spielen. FOTO: FRIEDRICH
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Gießen Trainer Ingo Freyer macht es seinem Team vor - mit Köpfchen muss es am Samstag beim "Karnevalsspiel" in Bonn spielen. FOTO: FRIEDRICH

Basketball

Gießen 46ers müssen in Bonn höllisch aufpassen

  • Wolfgang Gärtner
    vonWolfgang Gärtner
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Die Gießen 46ers haben mit der Personalie Michael Koch die Weichen für die Zukunft gestellt. Am Samstag steht das Team in der Pflicht - beim "Karnevalsspiel" in Bonn.

Wenn die Gießen 46ers am Samstag um 20.30 Uhr auswärts auf die Bonner Baskets treffen, muss die Mannschaft von Trainer Ingo Freyer höllisch aufpassen: Eine Niederlage beim Tabellenvorletzten - und die 46ers stecken wieder im Abstiegskampf drin. Die Begegnung ist die einzige am Wochenende in der BBL.

Lage:Die Partie in Bonn, die für die Rheinländer zum "Karnevalshit" wird, hat für die Gießen 46ers - mal wieder - richtungsweisenden Charakter. Verliert die Freyer-Truppe, verringert sich der Abstand zum Gastgeber auf vier Pünktchen, zum Tabellenletzten aus Weißenfels und den punktgleichen Hamburgern wären es dann noch sechs Zähler. Aufgepasst heißt es für den Rang-13. in der Bonner-Arena, die ausverkauft ist. Mit einem Sieg dagegen könnten sich die Gießener weiter dem Tabellenmittelfeld annähern. Das "Karnevalsspiel" hat für die Fans der Bonner einen besonderen Charakter - fast alle werden kostümiert und dementsprechend ausgelassen sein. Von den äußeren Bedingungen dürfen sich Alen Pjanic, Bjarne Kraushaar und Co. aber nicht beeinflussen lassen. In Bonn ist Konzentration angesagt. "Nach der knappen Heimniederlage gegen Bonn sind wir alle motiviert, alles auf dem Parkett zu lassen und mit einem Auswärtssieg heimzufahren", gibt sich Gießens Flügelspieler Pjanic kämpferisch und bringt das Hinspiel-85:88 von Mitte Januar ins Spiel. Und Guard Teyvon Myers schiebt nach: "Diese Partie bedeutet für beide Klubs sehr viel, sodass ich davon ausgehe, dass alle sehr siegeshungrig sein werden und mit viel Energie und Emotionen rangehen werden."

Gegner:Die Bonner kommen auf dem personellen Sektor nicht zur Ruhe. Cheftrainer Thomas Päch musste Anfang dieses Monats seinen Platz räumen. Nach dem 66:85 in Crailsheim zogen die Verantwortlichen um Basket-Präsident Wolfgang Wiedlich die Reißleine. Die Geduld mit Päch war zu Ende. So langsam wurde jedem auf dem Hardtberg klar, dass es um die Existenz in der Bundesliga geht. So holten die Bonner mit William Voigt einen neuen sportlichen Chef. Der 43-jährige Amerikaner mit deutschen Vorfahren ist Nationaltrainer von Angola und soll nun die Bonner aus der Abstiegszone führen. Ihm eilt der Ruf voraus, dass er keine spezielle Basketball-Philosophie vertritt und daher gut mit bestehenden Kadern arbeiten kann. Natürlich ist das Engagement für Voigt auch eine große Chance, sich einen Namen in der BBL sowie auf europäischer Ebene zu machen. Bekanntlich sind die Bonner in der Champions League ins Achtelfinale eingezogen, wo AEK Athen wartet. Das Debüt des BBL-Rookies ging in die Hose - 77:83 zu Hause gegen die Riesen aus Ludwigsburg. Zwei Faktoren waren dabei auffällig: die schwache Dreierquote von 19 Prozent (sieben Treffer bei 39 Versuchen) und die starke Vorstellung von Center Martin Breunig, der 20 Punkte auflegte und dabei neun von zehn Würfen aus dem Zweierbereich traf.

Personelles:Gießens Cheftrainer Freyer kann auf seinen kompletten Kader zurückgreifen. "Alle 13 Spieler haben mit und gut trainiert", hat der Coach ein gutes Gefühl für den Samstag. Wer von den sieben Import-Spielern letztlich aussetzen muss, entscheidet sich kurzfristig. Die Bonner dagegen müssen auf den Ex-46ers-Akteur Joshiko Saibou verzichten. Das nahmen sie in Kauf, um unbedingt das "Karnevalsspiel" austragen zu dürfen - denn BBL-Spiele waren an diesem Wochenende eigentlich nicht erlaubt, da Nationalmannschaftsfenster ist. Das Team von Bundestrainer Henrik Rödl spielt am Freitag in Vechta gegen Frankreich und am Montag in Newcastle gegen Großbritannien - Vorbereitungsspiele auf die EM-Qualifikation. Und Bonn wusste, dass sie die Erlaubnis zum Spiel am Samstag nur erhalten, wenn sie ihren Nationalspieler Saibou abstellen - das war eine Bedingung seitens des DBB. "Dieses Spiel ist für jeden ein Erlebnis. Deshalb sind wir froh und dankbar, dass es der DBB erlaubt und Gießen zugesagt hat. Jeder freut sich darauf. Das müssen wir nutzen", wird Co-Trainer Chris O’Shea im "Bonner General Anzeiger" zitiert. Er fügte an, dass die Mannschaft mit neuer Energie und geschärftem Fokus in die Vorbereitung auf Gießen gegangen sei.

Das sagt Trainer Freyer:"Bonn hat sich durch den neuen Trainer verändert. Man weiß nicht genau, was da auf einen zukommt. Breunig ist stark - ein beweglicher, moderner Center, der gut aus der Mitteldistanz werfen kann und schnell im Fastbreak ist. Ihn müssen wir unter Kontrolle bekommen. Ich freue mich auf das besondere Spiel und hoffe, dass viele Gießener Fans in der Halle sind."

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