Die Gießen 46ers um Aufsichtsratsvorsitzenden Wolfgang Greilich (l.) und Dr. Lars Witteck (r.) präsentieren Michael Koch als neuen Geschäftsführer und Sportdirektor. FOTO: GAE
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Die Gießen 46ers um Aufsichtsratsvorsitzenden Wolfgang Greilich (l.) und Dr. Lars Witteck (r.) präsentieren Michael Koch als neuen Geschäftsführer und Sportdirektor. FOTO: GAE

Gießen 46ers

Gießen 46ers: Michael Koch legt bereits am 1. März los

  • Wolfgang Gärtner
    vonWolfgang Gärtner
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Michael Koch löst Heiko Schelberg ab. Der 54-jährige Licher und Ex-Nationalspieler wird aber nicht nur Geschäftsführer, sondern auch Sportdirektor bei den Gießen 46ers. Dem Aufsichtsrat ist ein echter Personalcoup gelungen, der in der Basketball-Bundesliga für Furore sorgt.

Basketball-Bundesligist Gießen 46ers stellte gestern in den Räumen der Volksbank Mittelhessen Michael "Mike" Koch offiziell als neuen Geschäftsführer und Sportdirektor vor (die AZ berichtete). Der ehemalige Nationalspieler aus Lich und Ex-Akteur des MTV 1846 Gießen tritt sein Amt bereits am 1. März an und hat einen unbefristeten Vertrag.

So sind die Tage von Heiko Schelberg gezählt, der bekanntlich im Sommer nach seiner siebenjährigen Tätigkeit auf allerhöchster Führungsebene die 46ers verlassen wollte. Gespräche mit dem scheidenden Manager stehen an. Dr. Lars Witteck, einerseits Gastgeber, andererseits als Gesellschafter bei den 46ers tätig, würdigte im Namen des Aufsichtsrats noch einmal die hohen Verdienste von Schelberg und sagte: "Wir werden ihm immer mit Wertschätzung und Respekt begegnen."

Als Witteck seine Freude über die Verpflichtung von Michael Koch kundtat, strahlten die Gesichter von Wolfgang Greilich (Aufsichtsratsvorsitzender) und Yan-Tobias Ramb (Aufsichtsratsmitglied) ebenfalls, die Witteck bei der Präsentation unterstützten. "Wir sind sehr froh darüber, dass wir mit Michael Koch handelseinig geworden sind", so Wittek. Er sprach die hohe sportliche Kompetenz sowie die große internationale Vernetzung von Koch an, die den 46ers helfen würde.

Greilich begründete, warum man sich für Koch entschieden hat: "Wir wollen von der Jugendarbeit angefangen die Pyramide hoch bis in die erste Liga verbessern und stärken. Wir verfolgen das Ziel, aus der Region im breiten Stil, Talente zu entdecken und zu entwickeln - den Basketballstandort in der Region sehr viel stärker zu verankern. Und wenn man sich die Vita von Michael Koch anschaut, dann passt das einfach nahtlos zusammen."

Koch spielte schon als 17-Jähriger beim MTV 1846 in der Basketball-Bundesliga, ehe er nach vier Jahren den Club wechselte und seine außergewöhnlich erfolgreiche Karriere startete. Der 140-fache Nationalspieler wurde 1993 Europameister, sechsmal deutscher Meister, viermal griechischer Meister und holte im Jahr 2000 mit Panathinaikos Athen den Europapokal der Landesmeister. Nach seiner aktiven Zeit wurde er Trainer - und verzeichnete dabei auch Erfolge. Die Posten des Geschäftsführers und die des Sportdirektors sind für ihn Neuland.

"Für mich ist es genau der richtige Zeitpunkt, den nächsten Schritt in meinem Leben zu machen. Nach meiner aktiven Basketballzeit und meinem Wirken als Trainer ist nun der nächste Abschnitt dran. Dass ich dies in meiner alten Heimat, bei einem der traditionsreichsten Clubs Deutschlands in Angriff nehmen kann, erfüllt mich mit viel Freude und Motivation", erklärte der Basketballer des Jahres 1995.

Koch steckt voller Motivation und kann es kaum erwarten, dass es losgeht. Die Entwicklung einer Basketball-DNA für Mittelhessen spielt für ihn eine große Rolle. "Wir brauchen eine Kultur des Gießener Basketballs. Wo führt der Gießener Basketball hin, wo kommt er her?" Dabei will er alle mit ins Boot nehmen - die Teams, Gesellschafter, Sponsoren, die Fans sowie alle anderen sportbegeisterten Menschen der Region. "Es werden genügend Auflagen seitens der BBL kommen, dafür müssen wir gerüstet sein", so Koch weiter.

Sein Fokus ist zudem auf die Jugendarbeit gerichtet. Jahr für Jahr Eigengewächse wie Bjarne Kraushaar und Alen Pjanic ins Bundesligateam zu schleusen, hat er dabei im Kopf. Koch will aber auch das Thema neue Halle angehen. "Das ist ein wichtiger Aspekt, um den Basketball-Standort weiter nach vorne zu pushen."

Koch erklärte, dass er nicht der Typ sei, der alles über den Haufen werfe und dirigiere, wer was machen müsse. "Ich werde mich hier einfügen, versuchen, meinen Namen im Sponsoring mit einzubringen und im sportlichen Bereich zu helfen - und so den Verein Schritt für Schritt zum nächsten Level zu bringen." Lobend hob er gleichwohl den Verein, Heiko Schelberg, die gesamte Geschäftsstelle mit Philipp Reuner sowie Sebastian Jung hervor, die einen tollen Job gemacht hätten. "Ich komme in ein Konstrukt, das bis hierhin hervorragend funktioniert hat."

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