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Gießen 46ers: John Bryant erhält deutschen Pass

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Sechs Monate hatte es gedauert: Der US-stämmige Basketballer der Gießen 46ers, John Bryant, erhielt die doppelte Staatsbürgerschaft. Ist nun die Nationalmannschaft ein Thema?

"Sie sind nun reich an Bürgerschaften, wir sind reich an einem großartigen Basketballspieler", sagte Oberbürgermeistern Dietlind Grabe-Bolz bei der feierlichen Übergabe der Urkunde im Gießener Rathaus.

John Bryant, der seit 2017 für die Bundesliga-Basketballer der Gießen 46ers auf Korbjagd geht und mit 19,4 Punkten und 11 Rebounds pro Partie auch in diesem Jahr zu den besten Spielern der BBL zählt, zeigte sich erleichtert: "Es war sehr aufregend für mich, ich habe in der letzten Nacht nicht gut geschlafen", so der Center, der ungern im Mittelpunkt steht und sich nun sofort auf das Heimspiel gegen Medi Bayreuth konzentrieren möchte.

Schon heute Abend (Sporthalle Gießen-Ost, 18 Uhr) wird er dort als Deutscher auflaufen. Die 46ers können nun neben "Big John" alle weiteren US-amerikanischen Spieler zum Einsatz bringen. Nach der Rückkehr des zuvor verletzten Guards David Bell und der Vertragsverlängerung mit Brandon Thomas musste Jeril Taylor aufgrund der Ausländerregularien der BBL zuletzt in Zivil auf der Bank Platz nehmen.

Für Bryant waren jedoch nicht nur sportliche Argumente ausschlaggebend, um sich um einen deutschen Pass zu bemühen. "Es verbindet mich enger mit meiner deutschen Familie. So sind wir flexibler, wo wir leben möchten, auch über meine Basketballkarriere hinaus", erklärt der 31-Jährige, der nun nicht mehr nur einer der besten Basketballspieler in, sondern aus Deutschland ist. "Das hört sich noch komisch an. Ein Wort ist anders, und doch hat sich vieles verändert", muss der 211 Zentimer große Hüne schmunzeln.

Dazu zählt unter anderem, dass Bryant nun auch für die deutsche Nationalmannschaft spielberechtigt ist – und dem Ruf von DBB-Coach Henrik Rödl durchaus folgen würde. "Es wäre eine riesige Ehre für mich. Aber gerade auf den großen Positionen ist das Nationalteam gut besetzt. Ich stelle mich hinten an", so der MVP von 2012 und 2013, der bei den 46ers noch bis 2020 unter Vertrag steht.

Gefragt nach dem Fortschritt seiner Sprachkenntnisse, wechselt Bryant ins Deutsche: "Ich kann fast alles verstehen, aber das Sprechen fällt mir teilweise schwer." Den für den Pass erforderlichen Sprachtest hat er trotzdem bestanden, weshalb sein Dank nicht nur 46ers-Geschäftsführer Heiko Schelberg gebührt, der ihn bei seinem Vorhaben konsequent unterstützte. Auch "Nachhilfelehrer" wie Teammanager Sören Beck oder die Freundin von Pressesprecher Daniel Rohm werden genannt, die Bryant bei seinen Deutsch-als-Fremdsprache-Studien unter die Arme griffen. "Es war ein sehr emotionaler Moment für John, als er die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten hat", äußerte sich Heiko Schelberg zum erfolgreichen Abschluss des Einbürgerungsverfahrens. Und OB Dietlind Grabe-Bolz fand die passenden Worte für alle Basketball-Anhänger: ""Er ist ein großer Gewinn für uns. Herzlich willkommen!"

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