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Wohin des Weges? Gießens Powerforward Benjamin Lischka (r.) hat Angebote anderer BBL-Clubs vorliegen. Falls es zu einem Wechsel kommen sollte, dürfte der ehemalige 46ers-Brettspieler Justin Sears (l., zurzeit Oldenburg) ein Thema für die Gießen 46ers sein.

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Gießen 46ers: Geht Lischka, kommt Sears?

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Es ist verdammt ruhig um die Gießen 46ers. Ob das ein gutes oder schlechtes Zeichen ist, kann nur gemutmaßt werden. Fakt ist, dass auf die Entscheidung von Starspieler John Bryant gewartet wird.

Zwar hat John Bryant als Kapitän des mittelhessischen Basketball-Bundesligisten noch einen Vertrag bis Ende der Saison 2019/2020, aber auch eine Ausstiegsklausel, die er bis zum 30. Juni diesen Jahres ziehen kann. Die Verantwortlichen um Cheftrainer Ingo Freyer und Geschäftsführer Heiko Schelberg stehen sicher mit Bryant in engem Kontakt. Sie dürften wissen, wann die Würfel fallen - und vor allem in welche Richtung.

Die letzten Wochen nach dem Saisonende der 46ers liefen für Bryant ereignisreich ab, denn er wurde zum zweiten Mal Vater - erneut ein Bub: Zudem feierte der 2,11-Mann am Donnerstag seinen 32. Geburtstag. Bryant war kurz vor der Beendigung der BBL-Hauptrunde mit einem möglichen Wechsel nach Ulm in Verbindung gebracht worden. Der damalige Ulmer Headcoach Thorsten Leibenath, der in der neuen Saison als Sportdirektor fungiert, dementierte das aber energisch. Mittlerweile haben die Münsterstädter mit dem Slowenen Jaka Lakovic einen neuen Cheftrainer engagiert. Er soll nach Angaben des Clubs die Entwicklung junger Spieler in Ulm konsequent fortsetzen. Lakovic hat sich selbst auf die Fahnen geschrieben, einen schnellen, athletischen Basketball zu spielen, der auf einer sehr guten Verteidigung basiert. Ob Bryant unbedingt in dieses Konzept passt? Eher mal nicht. Da scheint es wahrscheinlicher, dass er in Gießen bleibt.

Gleichwohl kündigte Freyer in einem Interview auf der 46ers-Homepage personelle Veränderungen im Kader an, ohne ins Detail zu gehen. Der 48-Jährige hält sich strikt an diese Regel und gibt in Sachen Verträge und mögliche neue Spieler keinerlei Auskunft. Bislang stehen ihm mit Brandon Thomas und Bjarne Kraushaar zwei Akteure für die kommende BBL-Saison zur Verfügung. Dazu der mit einem Fragezeichen versehene Bryant und die Perspektivspieler Leon Okpara und Tim Uhlemann, die aber erst einmal für das ProB-Team der Rackelos vorgesehen sind.

Gießen 46ers: Pjanic soll gehalten werden

Zuletzt spielte sich mit Alen Pjanic ein Gießener Eigengewächs in den Fokus. Freyer gab dem sprunggewaltigen Schlaks Einsatzminuten - und die 22-jährige Kampfmaschine zahlte dies mit starken Leistungen zurück. Die 46ers möchten den gebürtigen Gießener gerne behalten. Die Verhandlungen sind aber noch nicht abgeschlossen.

Ob mit Benjamin Lischka ein weiterer Lokalmatador an der Lahn gehalten werden kann, ist fraglich. Der vielseitige Powerforward hat Begehrlichkeiten anderer BBL-Clubs geweckt. Lischka ist seit 2013 ein wichtiger Bestandteil der Gießen 46ers - und für viele Fans eine Identifikationsfigur. Der Bald-30-Jährige (21. Juni) gab aber auch zu verstehen, dass es ihn mal reizen würde, in einer Playoff-Mannschaft zu spielen. Eine mögliche Adresse könnten für ihn die Ewe Baskets Oldenburg sein. Die haben mit Elvir Ovcina und Milos Petkovic (beide Co-Trainer) viel Gießener Input in ihren Reihen. Vor allem Petkovic kennt "Benni" gut. Zudem steht beim Playoff-Halbfinalist von der Hunte der Ex-46er Karsten Tadda unter Vertrag, der ein guter Kumpel von Lischka ist. Die Tekekom Baskets Bonn wären für Lischka ebenfalls ein interessanter Arbeitgeber. Immerhin haben die Baskets noch Yorman Polas Bartolo im Kader, den er aus gemeinsamen Gießener Zeiten in Erinnerung hat. Wie seinen langjährigen Freund TJ DiLeo. Ob der Pointguard nach seiner großartigen Saison in Bonn bleibt, ist ungewiss.

Gießen 46ers: Offenbar Interesse an Justin Sears

Falls Lischka gehen sollte - und dann auch noch nach Oldenburg -, dürfte seitens der 46ers das Interesse groß sein, den ehemaligen Gießener Justin Sears von den Baskets wegzulotsen. Der US-Amerikaner ist seit Anfang Februar ein Teil der Mannschaft. Erst absolvierte der athletische Powerforward dort das Aufbauprogramm nach seinem im letzten Jahr erlittenen Kreuzbandriss, im Laufe der Saison sollte er dann Einsätze erhalten. Nur zweimal durfte der wiedergenesene 25-Jährige auf das Feld: am 10. Mai gegen den MBC und am 12. Mai in Crailsheim. Insgesamt kam er dabei auf ganze 11:12 Minuten. Coach Mladen Drijencic vertraute auf die Big-Men-Rotation mit Rasid Mahalbasic und Nathan Boothe. Falls die beiden an der Hunte bleiben, dürfte die Laune von Sears noch mehr sinken. Perspektive sieht anders aus. Nach Gießen würde er gut passen. Freyer sucht genau diesen Spielertypen.

Dagegen dürften die Zeiten von Larry Gordon, Jared Jordan, Siyani Chambers, David Bell und Mahir Agva bei den Gießen 46ers vorbei sein. Man kann sich sicherlich in der kommenden Saison auf viele neue Gesichter einstellen.

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