Gießen 46ers

Gießen 46ers gehen mit mieser Laune in Pause

  • VonMartin Vogel
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John Bryant hatte keine gute Laune – was bei dem Riesen nur selten vorkommt. Doch die 83:86-Niederlage seiner Gießen 46ers beim Mitteldeutschen BC verhagelte dem Kalifornier mit deutschem Pass den Dienstagabend.

Zusammen mit dem nachnominierten Benjamin Lischka ist Bryant am Samstag beim Allstar-Spiel dabei. »Wir haben nicht gut genug verteidigt, sie hatten Läufe und wir haben unsere Würfe nicht getroffen«, analysierte der Kapitän der 46ers die Pleite in der Basketball-Bundesliga. Und David Bell stellte fest: »Wir sind schwach gestartet und haben uns dann nie mehr auf die Reihe bekommen.« Doch das war nicht alles, denn vor allem trafen die Gießener erschreckend schlechte Entscheidungen: In einer Partie, die über lange Strecken nicht einmal gehobenes Zweitliga-Niveau hatte, und gegen einen Gegner, der oft genug unter Beweis stellte, weshalb er tief im Abstiegskampf steckt, zeigten die 46ers ihre schlechteste Saisonleistung. Dass Gießen trotzdem mehrfach die Chance hatte, die Partie zu gewinnen, sollte die Verantwortlichen der Weißenfelser für deren weiteren Saisonverlauf zutiefst beunruhigen.

Schlampige Anspiele

Aber auch in Gießen sollte die Niederlage für Unruhe sorgen. Beim MBC gab es immer wieder schlechte Würfe, schlampige Anspiele und Alibi-Defense. Die Mannschaft war nicht in der Lage, individuell schwache Tage und den Ausfall von Brandon Thomas (Verletzung des Daumensattelgelenks) über eine Teamleistung zu kompensieren und lebte stattdessen von individuellen Aktionen. »Ich weiß nicht, wie oft wir schon den Rebound in den Händen hatten und ihn wieder verloren haben, wo dann doch ein einfacher Korb für den MBC zustande gekommen ist. Wir haben, über das ganze Spiel gesehen, einfach schlecht gespielt«, konnte auch Trainer Ingo Freyer nach der Partie nur noch mit dem Kopf schütteln.

Anspruch und Wirklichkeit klaffen auseinander

Eine Mannschaft, die im Sommer mit Veteranen verstärkt wurde und so viel Erfahrung besitzt, darf sich so nicht präsentieren – erst recht nicht, wenn die Spieler seit Monaten vom Saisonziel Playoffs sprechen. »Die Chancen auf die Playoffs haben ganz schön was abbekommen. Es wird jetzt schwer für uns, wir müssen auch mal überraschende Siege einfahren und gleichzeitig die Spiele gewinnen, die wir gewinnen sollten. Momentan sieht es nicht so gut für uns aus«, gab auch Bryant zu, dass Anspruch der Spieler und Wirklichkeit derzeit auseinanderklaffen. So ist ein Mahir Agva in einem Tief, Max Landis traf in diesem Monat nur drei seiner 17 Dreierversuche (17,6 Prozent) und kommentierte sein Spiel am Dienstag mit: »Das letzte Mal habe ich so schlecht geworfen, da hab ich noch in Belgien gespielt.«

Lösbare Aufgaben, dann dicke Brocken

Zwar sind viele der Gegner, die noch auf Gießen zukommen, machbar: Die kommenden drei Heimspiele gegen Crailsheim, Ludwigsburg und Jena können allesamt gewonnen werden wie die Auswärtspartien in Braunschweig und Göttingen. Sollte das gelingen, muss allerdings spätestens seit Dienstag auch eine Überraschung her, wenn es im Anschluss binnen zehn Tagen gegen die derzeitigen Top drei der Liga aus Oldenburg, München und Vechta geht.

Lischka und Bryant in Trier

Für Bryant steht das nächste Spiel derweil bereits am Samstag an, wenn Gießens Kapitän gemeinsam mit dem am Mittwoch nachnominierten Benjamin Lischka beim Allstar Day der BBL in Trier aufläuft. »Es ist eine Ehre, ein Allstar zu sein«, freut sich der Center auf seine dritte Teilnahme beim Treffen der besten Spieler der Liga, bei dem er erstmals zum Team National gehören wird. Bei seinen ersten beiden Teilnahmen wurde Bryant jeweils zum wertvollsten Spieler des Allstar-Spiels gekürt – außer ihm gelang das nur noch der Berliner Legende Wendell Alexis. Doch egal ob er als erster Spieler zum dritten Mal als MVP ausgezeichnet wird oder nicht – bei der Spaßveranstaltung dürfte Bryant in jedem Fall seine gute Laune wiederfinden.

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