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Gießens Trainer Ingo Freyer schwört sein Team auf Bayreuth ein - Bjarne Kraushaar (r.), Alen Pjanic, Jordan Barnett (links, beide verdeckt) und Matt Tiby harmonierten mit Luke Petrasek (fehlt auf dem Bild) beim Sieg gegen Ludwigsburg gut auf dem Feld. 

Gießen 46ers

Gießen 46ers gegen Bayreuth erneut mit Forward-Terror?

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Die Gießen 46ers sind heiß auf Bayreuth. Sie wollen am Sonntag in der Osthalle die kürzlich erlittene Niederlage aus der Oberfranken-Arena vergessen machen. Coach Freyer hat sich wieder etwas Besonderes ausgedacht.

Die Erleichterung stand allen ins Gesicht geschrieben - Coach Ingo Freyer, Co-Trainer Steven Wriedt, den Spielern, dem Geschäftsstellen-Team mit der Führung Heiko Schelberg und Philipp Reuner, den Gesellschaftern und den Fans in der Osthalle. Das überraschende 98:88 letzten Samstag gegen die Riesen aus Ludwigburg war ein Befreiungsschlag. Die Niederlagenserie wurde nach vier Pleiten in Folge gestoppt - wie der Fall weiter nach unten in der Tabelle. Die Gießen 46ers können am Sonntag gegen Bayreuth um 15 Uhr in der Osthalle mit einem weiteren Erfolg den Anschluss ans Tabellenmittelfeld herstellen und den Abstand nach unten vergrößern.

Die Lage:Nach Abschluss der Vorrunde nehmen die Gießen 46ers den 13. Platz ein, mit fünf Siegen und zehn Niederlagen. Eine Partie der Hinrunde steht für sie aber noch aus, die in Berlin ist noch nicht terminiert. Mit der Sonntag-Begegnung gegen Bayreuth beginnt für die Freyer-Truppe die Rückrunde. Die 46ers haben sechs Punkte Abstand auf den letzten Rang (MBC Weißenfels) - dem einzigen Abstiegsplatz in dieser Saison der 17er-Liga. Zu den Playoff-Rängen beträgt der Rückstand acht Zähler. Das Ziel der Gießener ist, so schnell wie möglich den Klassenerhalt sichern.

Die Stimmung:Als sich Alen Pjanic die Fahne schnappte und sie zum kollektiven Jubel schwenkend durch die Osthalle trug, entspannten sich am vergangenen Samstag alle 46ers-Anhänger und genossen einfach den langersehnten Heimsieg. Eine starke Teamleistung, der geniale Schachzug von Freyer, in den letzten beiden Vierteln überwiegend mit vier großen Flügelspielern zu agieren, ein intelligent aufbauender Spielmacher Bjarne Kraushaar, ein blockender Luke Petrasek (rekordverdächtige fünfmal) und ein überragender Matt Tiby - das alles sorgte dafür, dass der Knoten platzte und alle mit einem guten und selbstbewussten Gefühl nach Hause gingen. Natürlich wollen die Protagonisten dort weitermachen, wo sie gegen Ludwigsburg aufgehört haben. Es wird spannend zu sehen sein, ob sie das in die Realität umsetzen können. Denkbar ist, dass Freyer wieder mit vielen großen, beweglichen Flügelspielern agiert, die besonders mit dem ideenreichen Kraushaar auf der Eins gut harmonierten. "Wir wissen, dass es nicht leicht ist, gegen Bayreuth zu spielen, aber ich bin überzeugt davon, dass wir ein gutes Spiel abliefern werden", erklärt der 20-jährige Spielmacher.

Der Gegner:Die Bayreuther kommen mit breiter Brust in die Lahnstadt: Sie lösten am Mittwoch in Lissabon das Ticket zum Viertelfinale des Europe Cups: Der erste Platz ist der Mannschaft von Trainer Raoul Korner nicht mehr zu nehmen. Das korbreiche Hinspiel beim 115:99 gegen Gießen zum Jahreswechsel leitete indes den Turnaround in der BBL für die Oberfranken ein, die mit sieben Siegen und neun Niederlagen den elften Platz belegen. Ihr Vorhaben ist klar definiert: weiter nach oben zu den Playoff-Plätzen zu klettern: Die Bayreuther haben noch vier Punkte Rückstand auf die Ulmer, die Achter sind.

Schlüsselspieler:Vorneweg sind die beiden deutschen Nationalspieler Andreas Seiferth und Bastian Doreth zu nennen. Der 2,09 m große und bewegliche Seiferth kann von außen und innen scoren (12,1 PpS), zudem schnappt er sich im Durchschnitt knapp sechs Rebounds pro Spiel. Doreth bestimmt den Takt der Mannschaft. Er spielt sich selbst nicht in den Vordergrund, kann aber hochprozentig Dreier treffen, wenn es verlangt wird. Bester Schütze im Korner-Team ist Shooting-Guard James Woodard (13,0 PpS). Besonders aufpassen müssen die Gießener auf Center Reid Travis, der gegen die 46ers 30 Punkte erzielte. Da sind Tiby, Petrasek und John Bryant gefordert. Insgesamt sind die Bayreuther auf allen Positionen doppelt gut besetzt, wobei sich nur die wenigsten scheuen, den Abschluss zu suchen. Mit 86,5 PpS sind die Wagnerstädter die fünftbeste Offensivmannschaft der BBL.

Personelles:Gießens Guard Stephan Brown erhielt gegen Ludwigsburg einen Ellenbogen ins Gesicht. Die Platzwunde wurde genäht. Der Aufbauspieler hat die Woche normal mittrainiert. Seinem Einsatz steht am Sonntag nichts im Wege. Da Freyer alle Mann zur Verfügung stehen, entscheidet sich erst kurzfristig, wer von den sieben Import-Spielern aussetzen muss. Die letzten beide Male musste Center Kendall Gray pausieren. Freyer ist grippal angeschlagen.

Das sagt Trainer Freyer:"Bayreuth ist tief besetzt, gerade die deutschen Positionen mit Bastian Doreth und Andreas Seiferth bringen eine Menge Qualität in den Kader. Zudem sind sie sehr variabel. Wir müssen die Bretter kontrollieren und auch in allen anderen Bereichen ebenbürtig sein, damit wir eine Gewinnchance besitzen."

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