Basketball

Gießen 46ers fahren als Außenseiter nach Berlin

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Die Weihnachtszeit hält für die Gießen 46ers keine Geschenke bereit: Stattdessen steht eine der längsten Auswärtsreisen der Saison an, wenn es am Donnerstag zu ALBA Berlin geht.

Aufgrund der Auswärtspartie (19 Uhr, Mercedes-Benz-Arena Berlin/telekomsport.de live) gab es ein arbeitsintensives Weihnachtsfest für die Bundesliga-Basketballer von Cheftrainer Ingo Freyer. Die Mannschaft behielt während der Feiertage ihr Pensum bei, denn schon drei Tage nach dem Spiel in Berlin wartet die Auswärtsaufgabe bei Tabellennachbar Ludwigsburg.

Status Quo: Nach zuletzt drei Niederlagen in Folge drohen die 46ers aus den Playoff-Rängen zu fallen. Da passt es gar nicht, dass man in Berlin eine notorisch schlechte Auswärtsbilanz hat: Seit 22 Jahren warten die Gießener Basketballer auf einen Sieg an der Spree, konnten zuletzt im Viertelfinale 1996 in der Hauptstadt gewinnen – damals noch in der Sömmeringhalle im Stadtteil Charlottenburg. Weder in der Max-Schmeling-Halle noch in der neuen Arena am Ostbahnhof war den 46ers bislang ein Sieg vergönnt.

Der Gegner: Zudem sind die Berliner auf Augenhöhe mit Bayern München die beste Mannschaft der Liga. Ein Großteil des Teams war schon in der letzten Spielzeit bei ALBA unter Vertrag, erreichte das Pokalfinale und musste sich erst im fünften Finalspiel um die Meisterschaft geschlagen geben, jeweils gegen München. Unter der Anleitung von Trainer Aito Garcia Reneses spielen die Albatrosse schnellen und klugen Basketball, vielleicht den schönsten, den man derzeit in der BBL sehen kann. Unter dem Korb warten mit Dennis Clifford (2,13 Meter), Nationalspieler Johannes Thiemann (2,06 Meter) und Neuzugang Landry Nnoko (2,08 Meter) zwei Hünen, wobei Nnoko einer der besten Athleten auf seiner Position ist. Der Litauer Rokas Giedraitis besetzt gemeinsam mit Nationalspieler Niels Giffey die große Flügelposition, wobei Giedraitis mit 15,3 Punkten und herausragenden Quoten von 70,7 Prozent Zweiern und 50,0 Prozent von der Dreierlinie der beste Scorer der Berliner ist. Auf der Guardposition stehen mit dem Ex-Gießener Joshiko Saibou, dem serbischen Nationalspieler Stefan Peno und Allstar Peyton Siva ebenfalls Hochkaräter zur Verfügung. Der Isländer Martin Hermannsson könnte gegen die 46ers nach einer Verletzung wieder in den Kader zurückkehren, ebenso wie das 17-Jährige Toptalent Franz Wagner. Sollte der weiter ausfallen, würde der 18-Jährige Jonas Mattisseck seinen Platz einnehmen, der München mit 15 Punkten (5/7 Dreier) aus dem Pokal ballerte.

Der Schlüsselspieler: Als Forward bieten die Berliner den letztjährigen MVP der Liga, Luke Sikma, auf, der auch in dieser Saison mit seiner Vielseitigkeit überzeugt: Beim Sieg über München im Pokal am vergangenen Sonntag kam er auf zehn Punkte, ebenso viele Rebounds, acht Assists und drei Ballgewinne. Insgesamt zeigt der US-Amerikaner, Sohn der NBA-Legende Jack Sikma, ein Repertoire, das kaum ein zweiter Spieler in der Liga mitbringt. Mit 12,5 Punkten, 7,1 Rebounds und 5,4 Assists im Schnitt liefert der spielintelligente Absolvent der University of Portland das komplette Paket.

Das Lazarett: Auch weiterhin müssen die 46ers auf Forward Max Montana verzichten, der so immerhin – im Gegensatz zu den meisten seiner Teamkollegen – die Chance hatte, die Weihnachtsfeiertage zu Hause in den USA bei seiner Familie in Kalifornien zu verbringen.

Das sagt Freyer: "Über die Feiertage und Neujahr, bis in den Februar rein, haben die Spieler viele Partien zu absolvieren. So ist die Mischung von Regenerations- und Trainingsphase besonders wichtig. Beide kommenden Gegner sind eine große Herausforderung für uns."

Das sagt Garcia Reneses: "Gießen spielt derzeit einen sehr guten Basketball, der vor allem von einer starken Offensive lebt", erklärt der ALBA-Trainer. Und Nationalspieler Nils Giffey ergänzt: "Sie spielen sehr unkonventionell, vielleicht momentan etwas über ihrem Standard. Aber das macht sie auch gefährlich."

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