Rolf Scholz bleibt bis zum Saisonende 46ers-Cheftrainer, links Kapitän Brandon Thomas. 	IMAGO
+
Rolf Scholz bleibt bis zum Saisonende 46ers-Cheftrainer, links Kapitän Brandon Thomas. IMAGO

Gießen 46ers

Gießen 46ers: Erst Bryant, dann Scholz - und ein alter Bekannter?

  • Wolfgang Gärtner
    vonWolfgang Gärtner
    schließen

Erst die Rückholaktion von »Big« John Bryant, dann das Verbleiben von Cheftrainer Rolf Scholz bis zum Saisonende. Eine weitere wichtige Personalie soll bei den Gießen 46ers folgen.

Es war nur noch eine Frage der Zeit. Längst waren sich die Gießen 46ers um die Verantwortlichen Michael Koch und Stephan Dehler sowie der Aufsichtsrat einig, dass Rolf Scholz nicht nur eine Interimslösung, sondern der richtige Mann ist, um die in Abstiegsnöten befindliche Basketball-Mannschaft zum Klassenerhalt in der Bundesliga zu führen.

»Die Arbeit mit der Mannschaft in den letzten Wochen hat mir große Freude gemacht. Von daher freue ich mich darüber, dass wir diesen Weg gemeinsam weitergehen können. Der Klassenerhalt ist eine riesengroße Herausforderung, dessen sind wir uns bewusst, aber ich bin zuversichtlich, dass wir alle gemeinsam dieses große Ziel erreichen können. Mein besonderer Dank an dieser Stelle gilt dem Polizeipräsidium Mittelhessen, meinen direkten Vorgesetzten und meinen Kolleginnen und Kollegen, die mir bei dieser Entscheidung und in dieser Phase jederzeit den Rücken gestärkt haben«, sagt Rolf Scholz.

Mitte Dezember letzten Jahres übernahm der 40-Jährige den Job von Ingo Freyer, der zuvor nach einer nicht enden wollenden Niederlagenserie beurlaubt wurde. Scholz, eigentlich Trainer der Gießen 46ers Rackelos, sprang ohne groß nachzudenken als Helfer ein. »Das war für mich eine Selbstverständlichkeit«, so der gebürtige Gießener. Das klappte auch problemlos, weil er zu dieser Zeit einen mehrwöchigen Urlaub antrat und daher nicht in Schwierigkeiten mit seiner Arbeitsstelle geriet. Da der akribisch arbeitende Scholz in Kürze einen Zugang zur orientierungslosen Mannschaft fand und mit ihr zwei nicht unbedingt eingeplante Siege in Bayreuth und im Hessenderby gegen Frankfurt einfuhr, wurde nicht nur den 46ers-Offiziellen klar, dass er mit seiner zugänglichen, aber zielorientierten Art das Ruder herumreißen kann.

Die 46ers und Scholz selbst bekundeten schon frühzeitig, dass sie sich eine Weiterarbeit über den Urlaub hinaus vorstellen könnten. Dazu musste aber der Arbeitgeber von Scholz, die Polizei, noch ihr Einverständnis für eine zeitliche Beurlaubung geben. Als die Formalitäten geklärt waren, wurden nur noch Details erörtert. Für Scholz war es von enormer Bedeutung, dass er entscheidet, wann er wieder in den Polizeidienst zurückkehrt. Das war für ihn ein ganz wichtiger Punkt bei den Verhandlungen.

Scholz war zudem maßgeblich an der Rückholaktion von John Bryant beteiligt wie an der Verpflichtung von Chad Brown. Zwei unterschiedliche Brettspieler, die zusammen mit Scottie James jr. und Brandon Bowman dem Team im Kampf um die Vorherrschaft unter den Körben noch mehr Variabilität geben.

Um so schnell wie möglich aus dem Tabellenkeller zu kommen - zurzeit Rang 17 mit 4:20 Punkten -, wünscht sich der neue Cheftrainer noch einen erfahrenen Aufbauspieler. Einen, der am besten die Liga kennt oder schon einmal in Europa tätig war und sofort der Mannschaft helfen kann. Was kein leichtes Unterfangen sein wird, da zurzeit fünf andere BBL-Teams ebenfalls auf der Suche nach einem Qualitätsguard sind. In diesem Zusammenhang fiel der Name Cameron Wells, mit dem die 46ers Kontakt aufgenommen haben. Der in Frankreich noch bis Ende Januar bei Boulazac Basket Dordogne unter Vertrag stehende Spielmacher ist aber auch bei anderen Klubs im Gespräch.

Außerdem ist das natürlich auch eine Frage des Geldes, was nach den beiden Verpflichtungen und dem zusätzlichen Gehalt von Scholz nicht im Überfluss vorhanden ist. Dementsprechend müssen die 46ers warten, was sich aus dem aktuellen Kader ergibt, der aktuell sieben Importspieler aufweist, wobei immer einer aussetzen muss. Zuletzt in Berlin traf es Liam O’Reilly.

Nach den personellen Turbulenzen der letzten Tage muss nun der Fokus der Gießen 46ers ganz auf das Kellerduell am Samstag in Vechta gerichtet sein. Die »Rasta«-Männer verbuchten am vergangenen Wochenende nach elf erfolglosen Spielen ihren ersten Saisonsieg - 90:82 gegen Bamberg. Zudem hat der Tabellenletzte ebenfalls noch einmal personell nachgelegt: Der 2,01 Meter große Forward Jesse Johannes Hunt ist vom zypriotischen Tabellenführer Keravnos Stovolou nach Niedersachsen gekommen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare