Außer Rand und Band: Die Gießen 46ers mit (v. l.) John Bryant, Tim Köpple, Teyvon Myers, Stephen Brown, Humba-Anstimmer Alen Pjanic sowie Jordan Barnett (21) feiern das 83:68 gegen Oldenburg und den ersten Saisonsieg.
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Außer Rand und Band: Die Gießen 46ers mit (v. l.) John Bryant, Tim Köpple, Teyvon Myers, Stephen Brown, Humba-Anstimmer Alen Pjanic sowie Jordan Barnett (21) feiern das 83:68 gegen Oldenburg und den ersten Saisonsieg.

Gießen 46ers

Gießen 46ers mit einem dicken Ausrufezeichen

  • VonSebastian Kilsbach
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Mit einem Start-Ziel-Sieg beendeten die Gießen 46ers ihre Krise. Nach drei Niederlagen zum Auftakt erwischten sie das Spitzenteam aus Oldenburg auf dem völlig falschen Fuß.

» Wir wollten mit einer aggressiven Verteidigung spielen und haben viel umgesetzt von dem, was wir uns vorgenommen hatten«, so Gießens Cheftrainer Ingo Freyer. T atsächlich war es beim 83:68 vor 3127 Zuschauern die beste Defensivleistung der Gießener überhaupt in dieser Saison. »Wir haben unseren Matchplan einfach gut durchg ezogen und waren mit viel Energie unterwegs«, strahlte Gießens Kapitän John Bryant nach dem Spiel. In der ersten Hälfte glänzten die Hausherren zudem mit einer rauschhaften Offensivleistung. Stehender Applaus und »Super Gießen«-Gesänge von den Rängen begleiteten das Team nach einer Halbzeit (53:34) in die Kabine, die schon zu Beginn mit Paukenschlägen begann.

Stephen Brown, Jordan Barnett und zweimal Brandon Thomas sorgten für einen Kickstart der Hessen (11:2, 4.). Auch eine Oldenburger Auszeit konnte die 46ers nicht stoppen. Kamen die Norddeutschen zu Punkten, dann meist über Einzelaktionen oder Offensivrebounds wie Philipp Schwethelm, der verkürzte. Gießen spielte immer wieder den Extrapass und lag nach einem solchen durch Thomas zum rein cuttenden Barnett, der per Dunk abschloss, bereits mit 17:8 in Front. Auch als Gießens Coach Ingo Freyer rotieren ließ, kam kein Bruch ins Spiel. Im Gegenteil: Bjarne Kraushaars Kickout-Pass auf Alen Pjanic, der per Dreier abschloss, riss die Fans aus den Sitzen.

Mit einem 24:16 im Rücken legten die 46ers auch im zweiten Durchgang nach. Von außen blieb Oldenburg blass und musste zusehen, wie Luke Petrasek auf 34:25 stellte. Auch als der stark aufgelegte nachverpflichtete Guard Stephen Brown sein zweites Foul kassierte und Kraushaar zurück in die Rotation kam, blieb Gießen das bessere Team. Petraseks Dreier zum 42:28 (16.) war eine längere Pass-Stafette vorausgegangen. Als Kraushaar per Floater abschloss, Petrasek einen tiefen Oldenburger Pass im Ballvortrag abfing und Thomas trotz eines Fouls traf, glich die Osthalle endlich wieder jenem Tollhaus, die sie an guten Tagen sein kann.

Wutentbrannt nahm Freyer direkt nach dem Seitenwechsel eine Auszeit. Myers hatte Abstimmungsprobleme offenbart und Schwethelm einen völlig offenen Dreier gewährt. Bis zur Halbzeit hatten die Oldenburger nur einen ihrer acht Schüsse aus der Dreipunktedistanz getroffen. Zweimal war Mahalbasic gegen John Bryant am Brett erfolgreich. Längst waren Erinnerungen an die schwachen dritten Viertel der vergangenen Wochen wach geworden. Am Sonntagnachmittag aber ließen sich die 46ers von der Schwächephase nicht beirren. »Wir wussten, dass Oldenburg mit viel Energie rauskommen würde«, so Freyer. »Alle Energie und Emotionen haben wir am Mittwoch gegen Malaga gelassen«, erwidert sein Gegenüber Mladen Drijencic, warum sein Team weiter pomadig spielte. Gegen die Spanier hatten die Donnervögel am Mittwoch im Eurocup überraschend gewonnen.

Während Oldenburg von außen weiterhin nicht traf, stellten Bryant per Dreier und Pjanic am Brett den alten Abstand wieder her (62:43, 27.). Vor allem defensiv ließen die 46ers keinen Zentimeter nach, wie ein Block von Kendall Gray gegen Karsten Tadda beispielhaft belegte. Der Big Man war es auch, der die ersten Punkte im Schlussviertel erzielte. Oldenburg kämpfte zwar. »Die Energie war aber künstlich und von außen«, kritisiert Drijencic. Erst ganz am Ende nagte Kevin McClain mit einigen schnellen Punkten etwas am Gießener Vorsprung. Einen 8:0-Lauf der Gäste unterbrach Freyer mit einer Auszeit. Spätestens, als Brown im Mismatch gegen den zwei Köpfe größeren Mahalbasic zum Korb penetrierte und auf 80:66 (38.) stellte, war der Drops gelutscht.

Längst war die Halle kollektiv aufgesprungen und klatschte rhythmisch zu den Gesängen des Fanblocks. Auch Brandon Thomas stimmte von der Bank aus in den Jubelreigen ein. »Jedes Team braucht seine Fans«, führt der Forward nach dem Spiel ernst aus. »Sie wollen uns kämpfen sehen, und wir lieben es, wenn sie uns unterstützen. Für die Stimmung im Team war der Sieg sehr wichtig«, so Thomas weiter, während die Schlange mit Unterschriftenanfragen weiter anwuchs. Weiter geht es für die Gießen 46ers am Sonntag auswärts in Braunschweig.

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