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Gießen 46ers: So bewertet Coach Ingo Freyer die Hinrunde

  • Wolfgang Gärtner
    vonWolfgang Gärtner
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Die Gießen 46ers haben die Erwartungen in der Hinrunde erfüllt. Summa summarum Platz zehn mit 16:18 Punkten. Eine Hinrunden-Analyse mit Coach Ingo Freyer.

Das anfängliche Hoch hat Begehrlichkeiten geweckt – die Fans träumten von den Playoffs. Die Spieler sprachen ebenfalls offen darüber. Was sollten sie auch anderes machen, wenn es läuft und sie plötzlich auf Rang drei stehen und neun Mannschaften, die vom Etat oftmals das doppelte und mehr aufweisen, hinter sich lassen.

46ers-Coach Ingo Freyer indes vermied das Wort Playoff wie die Pest. Der erfahrene Trainer weiß ganz genau, dass seine Truppe während der gesamten Saison überperformen muss und davon abhängig ist, dass gleichzeitig mehrere etablierte Mannschaften unterperformen müssen, damit man nach 34 Pflichtspielen einen der begehrten Plätze zur K.-o.-Meisterrunde ergattern kann. Wie auch immer. Momentan sind es zwei Punkte Abstand zu dem achten Rang.

Gießen 46ers: Die Bilanz der Hinrunde

In der Niederlagenserie von sechs Spielen war bei den 46ers kaum ein Leistungsunterschied zu den vorher sechs gewonnenen Partien zu erkennen. Einerseits fehlte das nötige Quäntchen Glück – wie zum Beispiel beim 83:84 gegen den jetzigen Rangdritten Rasta Vechta oder das 90:95 gegen den Tabellensechsten medi Bayreuth. Andererseits wurde aufgrund von Verletzungen (u.a. David Bell, John Bryant, Max Montana, Bjarne Kraushaar), Krankheiten (Benjamin Lischka), der Rückkehr dieser Spieler oder der Nachverpflichtung von Jared Jordan ein neuer Prozess im Team in Gang gesetzt. Man musste sich immer wieder neu finden. Freyer ist aber aktuell guter Dinge, denn er freut sich darauf, dass er endlich mal alle zwölf Spieler des Kaders gesund im Training hat: "Wir sind auf einem Weg, der Zuversicht verspricht. Wir hoffen, dass wir verletzungsfrei bleiben, dann können wir noch eine gute Rückrunde spielen."

Gießen 46ers: Was Freyer über die Defensive sagt

"So herausragend wir bestimmte Stärken in der Offensive haben, haben wir auch Defizite in bestimmten Bereichen in der Defensive", erklärt Freyer. Das bedeutet aber für ihn nicht, dass sein Team schlechter in der Abwehr agiert, weil es mehr Punkte fängt. Der Blickwinkel ist für ihn maßgeblich: Wenn man es daran festmache, wie viele Punkte man bekommt, sei es klar. "Aber wenn man viel mehr Angriffe fährt, wir haben mit den höchsten Pacewert der Liga, dann ist es auch klar, dass man am Ende auch mehr Körbe kassiert", erklärt der 47-Jährige. Zudem sei es auch der Mannschaftszusammenstellung geschuldet, dass es hier und da unglücklicher aussehe als bei anderen Teams. "Insgesamt ist unsere Verteidigung nicht viel schlechter als von vielen anderen Mannschaften in der Liga auch", konstatiert Freyer. Fakt ist: Die Gießen 46ers kassieren in der BBL mit 91 die meisten Punkte pro Spiel, produzieren aber auch mit 88,7 PpG die drittmeisten.

Gießen 46ers: Die Führungsspieler

"Ich bin mit meinen Führunsgspielern sehr zufrieden", sagt 46ers-Cheftrainer Freyer. John Bryant und Brandon Thomas wollen auf dem Feld Verantwortung übernehmen – und sie zeigen auch, dass sie es können. Sie verhalten sich ebenso wie Larry Gordon und David Bell vorbildlich im Training und gehen auf die jungen Akteure ein.

Gießen 46ers: Freyer über die Stimmung in der Halle

Freyer macht keinen Hehl daraus, dass sich die Kommunikation und der Austausch mit den Hardcore-Fans sehr gut entwickelt hat. Er wünscht sich aber, dass sich auch alle anderen Zuschauer noch mehr an der Unterstützung beteiligen – gerade dann, wenn es nicht so läuft. "Die Mannschaft würde sich freuen, egal wie es steht, ob gut oder schlecht, dass man immer bedingungslos hinter ihr steht", appelliert er. Dass viel davon abhängt, wie seine Mannschaft in der Osthalle performt, ist ihm aber auch klar.

Gießen 46ers: Wo ist Potenzial?

Positiv ist die Entwicklung von Bjarne Kraushaar aufgefallen. Der 19-jährige Gießener verzeichnet eine durchschnittliche Einsatzzeit von 16,27 Minuten – und das auf der Königsposition Eins. Freyer freut sich über die Entwicklung seines Youngsters, der sich vor allem im Abwehrverhalten gesteigert hat: "Wenn er sich auf diesem Niveau in dieser Schnelligkeit weiterentwickelt, ist er auf einem guten Weg. Ich bin froh darüber, dass er bei uns einen längerfristigen Vertrag hat." Einen Tipp an alle anderen Perpektivspieler wie zum Beispiel Alen Pjanic und Tim Uhlemann gibt er: Sie müssen alle noch mehr an ihrer Physis arbeiten.

Gießen 46ers: Das Urteil zur Hinrunde

Die Gießen 46ers sind sehr gut aufgestellt – in der Organisation, Geschäftsstelle, Clubführung. "Die 46ers haben gute Arbeit verrichtet. Sie haben mit Heiko Schelberg und Philipp Reuner zwei Geschäftsführer, mit denen ich super kommunizieren kann. Das sind Grundvoraussetzungen, dass das große Ganze klappt", erklärt Freyer. Die Hallenproblematik ist aber nicht von der Hand zu weisen. Das bestätigt auch der Coach: "Im Vergleich zu anderen Hallen in der Liga hinken wir hinterher. Diesbezüglich besteht Handlungsbedarf, damit der Anschluss nicht verpasst wird.

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