+
Die Gießen 46ers sind bereit für das Derby am Sonntag um 18 Uhr in Frankfurt, wo sich Center John Bryant (r.) sicherlich mit Skyliner-Big-Man Jonas Wohlfarth-Bottermann unter den Körben duelliert.

Gießen 46ers

Gießen 46ers bereit für Vechta - und für den Bachelor in Frankfurt

  • schließen

Endspurt für die Gießen 46ers. Noch zweimal muss das Team von Freyer ran: in Vechta und in Frankfurt. Das Derby wollen die 46ers unbedingt gewinnen - dabei treffen sie auch auf den Bachelor.

Gießens Geschäftsführer Heiko Schelberg war nach dem letzten Heimspiel der Saison 2018/19 am vergangenen Sonntag hin- und hergerissen. Er sah, wie die Gießener Mannschaft gegen die großen Bayern erneut ihre zwei Gesichter zeigte: in Halbzeit eins fast in allen Belangen ebenbürtig, in Halbzeit zwei ohne einen Rhythmus im Angriff und massiven Schwächen in der Verteidigung. Kapitän John Bryant bilanzierte nach dem 76:99 gegen München im Interview mit MagentaSport, dass die Mannschaft es oftmals nur geschafft hat, eine Hälfte am Limit zu spielen. In Vechta (am Freitag um 19 Uhr) und in Frankfurt (am Sonntag um 18 Uhr, beide Spiele live auf MagentaSport) müssen die Gießen 46ers 40 Minuten lang auf hohem Niveau agieren, sonst wird das nichts mit einer vernünftigen Verabschiedung aus der Spielzeit 2018/19.

Status quo:Der Klassenerhalt war für die 46ers schon frühzeitig in der Saison eingetütet. Der Kampf um den Einzug in die Playoffs stand lange Zeit ganz oben auf der Agenda. Vermeidbare Niederlagen gegen potenzielle Abstiegskandidaten wie beim MBC oder zu Hause gegen Crailsheim und eine nicht enden wollende Niederlagenserie führten dazu, dass sich das Thema Playoffs für die Freyer-Truppe erledigte. 46ers-Boss Schelberg trauert dieser vertanen Chance nach. "Es war mehr drin", spricht er das aus, was viele aus dem Umfeld des mittelhessischen Erstligisten denken. Dennoch ist den 46ers der 13. Tabellenplatz, egal, wie die beiden letzten Partien ausgehen, nicht mehr zu nehmen - und in Anbetracht der finanziellen Möglichkeiten des Clubs akzeptabel.

Die Gegner:Rasta Vechta ist die Überraschungsmannschaft schlechthin. Dem Aufsteiger ist Platz vier nicht mehr zu nehmen. 23 Sieg e, neun Niederlagen - darunter das 100:85 gegen den Zweiten Oldenburg und das 100:85 gegen Ligaprimus Bayern München. Das Team von Trainer Pedro Calles ist in den Playoffs zu beachten. Deutlich ist die Handschrift des spanischen Trainers zu sehen: Er versucht immer, mit seiner Truppe 100 Prozent zu erreichen. Mit weniger gibt er sich nicht zufrieden. Der 35-Jährige ist ein akribischer Arbeiter. Seine Mannschaft besticht auf dem Feld mit einer raffinierten, aggressiven Defense, intuitivem Spiel im Angriff - mit vielen Würfen und Treffern jenseits der 6,75-m-Linie -, aber auch mit durchdachtem Setplay. Das 31 000-Einwohner-Städtchen in Niedersachsen befindet sich im siebten Basketball-Himmel. Die Rasta-Männer sind präsent. Dreh- und Angelpunkt ist T.J. Bray. Der Guard zählt zu den MVP-Kandidaten: Er legt 14,6 Punkte im Schnitt pro Spiel auf und verzeichnet dabei noch durchschnittlich acht Assists. Noch besser scort der Ex-Gießener Austin Hollins, der auf knapp 16 Zähler kommt. Beide Spieler zeichnen sich durch eine hohe Variabilität aus. Im zweistelligen Bereich treffen zudem noch der Guard Josh Young und Powerforward Tyrone Nash. Der ehemalige Licher BasketBär Robin Christen liefert ebenfalls beachtliche Leistungen ab.

Die Frankfurt Skylinershaben noch die Chance, in die Playoffs einzuziehen. Die Mannschaft von Coach Gordon Herbert ist als Spätstarter bekannt und sinnt im prestigeträchtigen Hessenderby auf Revanche. Das Hinspiel gewannen die Gießen 46ers mit 91:90. Aktuell liegen die Frankfurter auf dem zehnten Rang und haben nur zwei Punkte Rückstand auf die Würzburger, die den begehrten achten Platz einnehmen, der noch zu den Playoffs berechtigt. Vor allem in den letzten Partien zeigten die Skyliners gute Leistungen und erzielten beachtliche Siege (Bamberg und Bonn). Aus einer homogenen Mannschaft ragt Tyler Larson heraus. Der Guard stieß erst spät zum Club vom Main, doch er schlug ein wie eine Bombe. Im Schnitt markiert er 16,2 Punkte und bedient seine Mitspieler mit 5,3 Assists pro Spiel. Zweitbester Schütze im Herbert-Team ist US-Guard Jason Clark (14,1 PpS). Immer auf der Rechnung muss man Frankfurts Urgestein Quantez Robertson haben - der emotionale Leader und Allrounder. Neu im Team haben die Frankfurter Medienstar Bachelor Andrej Mangold, der beim Sieg in Bonn sein Comeback in der Basketball-Bundesliga gab.

Personelles:Für Vechta gab es Anfang der Woche gleich zwei Hiobsbotschaften: Rasta muss für den Rest der Saison auf die beiden Brettspieler Seth Hinrichs und Clint Chapman verzichten. Hinrichs brach sich in Ludwigsburg die linke Hand, sein Landsmann Chapman trug eine Knieverletzung davon. Vom Verletzungspech sind auch die Frankfurter betroffen: Bei ihnen fehlen Richard Freudenberg, Shawn Huff und Ex-46er Marco Völler. Die Gießen 46ers müssen weiterhin auf Benjamin Lischka verzichten (Achillessehne).

Das sagt 46ers-Trainer Freyer:"Bei Vechta ist Bray der Kopf der Mannschaft. Die Strategie von ihnen ist, dass sie dem Gegner versuchen, die Automatismen wegzunehmen, ihn früh zum Improvisieren zwingen. Da müssen wir hellwach sein und extrem dagegenhalten. Die Frankfurter haben mit Larsen den überragenden Spieler in ihren Reihen. Ihn müssen wir in den Griff bekommen, zudem die Emotionen von Robertson rausnehmen und die beiden Großen Kratzer und Wohlfarth-Bottermann am Brett kontrollieren."

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare