Gießen 46ers

Gießen 46ers: Angebliches Bryant-Gehalt publiziert

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Die Gießen 46ers sind in aller Munde. John Bryant besonders: 300 000 Euro pro Saison soll er nach einem Artikel in der "Sport Bild" verdienen. 46ers-Boss Heiko Schelberg dementiert.

Platz fünf, sechs Siege, drei Niederlagen. Die Gießen 46ers, die am Samstag um 18 Uhr den stark aufspielenden Aufsteiger Rasta Vechta in der Osthalle zu Gast haben, sorgen in der Basketball-Bundesliga für Furore. Vorneweg geht ihr Kapitän John Bryant, der auf MVP-Kurs steuert. Der bullige Center legt eindrucksvolle Werte auf: 19,7 Punkte und 10,9 Rebounds im Schnitt pro Spiel. Das ist in der BBL absolute Spitze. Da der Mann aus Kalifornien zudem eine doppelte Staatsbürgerschaft beantragt hat, könnte er nach dem Erhalt des deutschen Passes für die Nationalmannschaft auflaufen. Für den 31-Jährigen wäre das eine "große Ehre".

Bryant eilt zurzeit von Interview zu Interview. Die neueste Ausgabe der "Sport Bild" widmete ihm und den Gießen 46ers eine Doppelseite. Dabei nannte Autor Dirk Schlickmann als möglichen Verdienst von Bryant etwa 300 000 Euro pro Saison. "Zu Zahlen äußern wir uns nicht. Die Zahl ist nicht von uns. Aber 300 000 Euro sind für Gießen eine Dimension, die für sich selbst spricht", sagte 46ers-Geschäftsführer Heiko Schelberg. Er ließ im Gespräch durchblicken, dass solche Beträge in Gießen nicht möglich seien. In der Basketball-Branche ist es unüblich, dass Gehälter an die Öffentlichkeit geraten.

Status quo: Zum Liga-Alltag: Das letzte Punktspiel bei den Bayern ist zwar schon fast zwei Wochen her, aber großartig frei hatten die Akteure von Coach Freyer nicht. Er nutzte die spielfreie Zeit, um an der Kondition seiner "Jungs" zu arbeiten. Zudem wurde an den Systemen gefeilt. "Es gibt immer wieder taktische Kleinigkeiten, die man reinbringen kann", erklärt der 47-Jährige. Am vergangenen Wochenende stand für Benjamin Lischka und Co. kein Training auf dem Programm. Aber seit Montag ist der Fokus ganz auf Vechta gerichtet. Nichts Neues gibt es bei Bryant bezüglich seiner doppelten Staatsbürgerschaft. Der Austausch mit den Anwälten finde täglich statt, hört man aus 46ers-Kreisen. Aber wann "Big John" den deutschen Pass erhält, weiß keiner genau. "Wenn der Pass da ist, dann ist das schön. Ansonsten müssen wir mit der aktuellen Situation leben", geht Freyer völlig unaufgeregt mit dem Thema um. Am Samstag muss aber ein Amerikaner in seinem Team aufgrund der Ausländerregelung (maximal sechs dürfen auf dem Spielberichtsbogen stehen) pausieren. Dazu Freyer nichtssagend: "Da muss ich mal gucken, wer das wird." In München traf es Jeril Taylor.

Der Gegner: Der Aufsteiger aus Niedersachsen präsentiert sich in guter Verfassung. Mit 10:8 Punkten nimmt die Mannschaft des spanischen Trainers Pedro Calles einen überraschenden siebten Tabellenplatz ein. Vor allem mit dem 80:69-Sieg gegen die bis dato ungeschlagenen Berliner verblüffte sie die Szene. Coach Calles gibt seinen Spielern auf dem Feld die lange Leine. Sie danken es ihm mit starken Leistungen und überragender Defense: Mit im Schnitt 10,3 Steals pro Partie ist Vechta die Topmannschaft der BBL im Bälleklauen. Und dass sie kräftig und energisch zulangen, lässt sich an der Foulstatistik festmachen: 22,9 pro Spiel bedeuten ligaweit Rang zwei hinter Ludwigsburg. "Es wird sehr schnell hoch und runter gehen. Wie viele Punkte am Ende herauskommen, hängt von den Quoten ab", schaut 46ers-Trainer Freyer auf den Samstag. Dabei hat er vor allem den gefährlichen Backcourt mit dem Ex-Gießener Austin Hollins (17 Punkte im Schnitt), Thomas Bray (16,3) und Josh Young (11,7) im Blick, die im Scoring die Hauptlast tragen. Möglicherweise werden die Rastamänner vor dem Samstag noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv: Im Gespräch sind die BBL-erfahrenen Brettspieler Waverly Austin (2,11 m) und Tyrone Nash (2,03 m).

Das Lazarett: Max Montana ist vor drei Tagen im Training umgeknickt. Eine MRT-Untersuchung stand gestern an. Wie lange der variable 2,06-m-Mann ausfallen wird, steht noch nicht fest. Mit leichten Blessuren schlagen sich Bjarne Kraushaar (Nackenverspannung) und Alen Pjanic (Handgelenk) herum.

Das sagt 46ers-Trainer Freyer: Vechta ist eine superstarke Mannschaft, die schwer auszurechnen ist. Sie spielen sowohl in der Defensive als auch in der Offensive intensiv und aggressiv. Dabei treten sie selbstbewusst auf und nehmen Würfe, die sie unter anderen Trainern nicht nehmen dürften. Hollins nimmt sich im Schnitt über acht Dreier, Bray dahinter über sieben und dann kommt Young, der bei 4,5 Dreiern pro Spiel liegt. Das sind gute Schützen. Sie spielen über die Kleinen, sind nicht so ausgerichtet, dass sie über Groß spielen. Bei Vechta ging es immer hoch und runter. Aber dieses Jahr hat man das Gefühl, dass sie einen guten Job machen und dass dort sehr viel stimmig ist. Wir wollen intensiver und aggressiver spielen, als sie es tun. Wir brauchen unseren Feeling. Das wird ein heißes Spiel.

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