Gießen 46ers Rackelos

Emotionale Achterbahnfahrt bei der Niederlage der Gießen 46ers Rackelos

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Es hätte auch anders kommen können, doch am Ende waren es die Schwenninger, die feiern durften. In der Best-of-three-Serie steht es damit 1:0. Die Rackelos benötigen nun zwei Siege, um das Playoff-K.-o. zu verhindern.

Ein bisschen konnte man nach dem ersten ProB-Playoff-Viertelfinalspiel glauben, die Panthers aus Schwenningen hätten die Serie bereits gewonnen. Ausgelassen feierten Team, Trainerstab und die 50 mitgereisten Anhänger den 92:86 (54:54)-Sieg bei den Gießen 46ers Rackelos. "Wir hatten sie eigentlich im Sack", kommentiert Co-Trainer Lutz Mandler die Endphase. Eine Flut zugelassener zweiter und dritter Chancen hatte Schwenningen schließlich das bessere Finish bereitet.

Immerhin hatten beide Teams für hochklassige Unterhaltung gesorgt. Angeführt von Bill Borekambi, der alleine im ersten Viertel 16 Punkte erzielte, erwischten die Panthers den besseren Start. Gießen hatte Probleme, die körperliche Defensive zu matchen. Schwenningen spielte sich in einen kleinen Rausch und erhöhte auf 17:3 (7.). Johannes Lischka verwandelte kurz darauf am Brett trotz eines Fouls und ließ seinen aufgestauten Frust an der Korbanlage aus. Den effektiveren Basketball spielte in dieser Phase aber weiter Schwenningen. "Osthalle, wo seid ihr? Ich kann euch nicht hören", appellierte der Hallensprecher an die 800 Fans in der Gudd Stubb. Mit Erfolg: Spätestens als Tim Uhlemann aus der Ecke einen Dreier versenkte, besserte sich die Stimmung im Wortsinn und peitschte die Rackelos an.

Für die Trendwende sorgte dann Jordan Williams, der nach seiner Einwechslung auf 18:27 verkürzte. Zu Beginn des zweiten Viertels spielte der wiedergenesene Alen Pjanic einen Zuckerpass auf den Briten, der per Dunk die Korbanlage zum Beben brachte. Dreier von Leon Okpara und Pjanic brachten die Rackelos schließlich zurück in Schlagdistanz, bevor Lischka sogar für die erste Führung der Hausherren sorgte (42:41, 16.). Als Williams nach seinen Punkten zwölf und 13 auf 50:46 stellte, ausgewechselt wurde und unter aufbrandendem Jubel auf die Bank ging, zog Gäste-Coach Alen Velcic die Reißleine. Nach einer Auszeit fuhren die Raubkatzen ihre Krallen aus und konnten angeführt von Rasheed Moore bis zur Pause ausgleichen (54:54).

Die Anfangsphase der zweiten Hälfte glich einem Privatmatch zwischen Routinier Lischka und Moore. Die beiden Forwards schenkten einander nichts. Dies galt jedoch für beide Teams. Während die Panthers Offensivrebounds wie am Fließband pflückten, bewegten die Rackelos den Ball besser und etablierten über die Stationen 69:63 und 72:67 eine konstante Führung.

Die im Schlussabschnitt heruntergehende Schlagzahl spielte allerdings eher den Gästen in die Hände. Leon Friederici scorte immer wieder im Fastbreak und konnte die Führung zurückerobern, bevor Jestin Lewis den Mittelhessen per Dreier Beruhigungstee ausschenkte. Zwei Minuten vor dem Ende ließ der US-Amerikaner die Schwenninger Hintermannschaft blass aussehen und legte zum 83:81 ab.

Danach schlug jedoch die Stunde von Moore. Ob per Dreier, nach Offensiverebound oder an der Freiwurflinie: Der vielleicht kompletteste Spieler der gesamten ProB schockte die Rackelos mit sieben Punkte auf der Zielgeraden. "Wir hatten zudem Probleme mit unserer Entscheidungsfindung im Angriff", erklärt Coach Rolf Scholz. Aus acht Metern netzte Bjarne Kraushaar ein letztes Mal zum 86:86. Drei weitere Dreier der Rackelos verfehlten aber ihr Ziel.

Um im Rennen zu bleiben, ist ein Sieg am Samstag nun Pflicht. Vor weit über 1000 Zuschauern am Deutenberg werden sich die Rackelos dann aber steigern müssen. – Gießen: Kraushaar (9), Köpple (3), Williams (19), Pjanic (5), Uhlemann (3), Okpara (12), Lischka (18), Tshikaya (3), Lewis (14). / Schwenningen: Tsvetkov, Braimoh, Alexis (4), Borekambi (26), Karamatskos (5), Moore (25), Friederici (20), Pakamanis (3), Osterwalder (4), Abaker, Hajric (5).

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