30 "Dschang"-Punkte und Feten in der "Käsekiste"

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Die Basketballer des MTV 1846 Gießen feiern. Grund dazu sind die deutschen Meisterschaften vor 50 und 40 Jahren. Beide sind auf ihre Weise legendär – die von 1968 in der Halle am Schlosswall in Osnabrück und die von 1978 in Wolfenbüttel, der letzte DM-Titel der Gießener Korbjäger.

Die Basketballer des MTV 1846 Gießen feiern. Grund dazu sind die deutschen Meisterschaften vor 50 und 40 Jahren. Beide sind auf ihre Weise legendär – die von 1968 in der Halle am Schlosswall in Osnabrück und die von 1978 in Wolfenbüttel, der letzte DM-Titel der Gießener Korbjäger.

Das Organisationsteam um die MTV-Legenden Hans Heß, Bernd Röder und Theo Nauheimer sowie dem 46ers-Geschäftsführer Heiko Schelberg hat alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Titelträger von früher an einen Tisch zu bekommen, damit die alten Zeiten aufleben. Sie haben ein Programm zusammengestellt, das ihren Höhepunkt am Samstag erfährt, wenn die Meisterspieler von damals und die Jugendtitelträger von 1968 beim Spiel der Gießen 46ers gegen Vechta (Sprungball 18 Uhr, Osthalle) geehrt werden.

Die "Oldies" freuen sich auf ein Wiedersehen mit den alten Weggefährten. Wolfgang Dort, Jörg Bernarth, Hubert Wolf haben sich unter anderem vom 68er-Team angesagt. Center-Schlaks Ted Hundley aus dem Meisterteam 1978 kommt mit seiner Familie aus den USA an die Lahn, wie seine ehemaligen Mitstreiter "Matze" Strauß, Robert Minor, Ingo Froese – um nur einige zu nennen. Leider musste Holger Geschwindner kurzfristig absagen. "Er kann die 68er nicht verstärken, da er kurzfristig zu seinem NBA-Superstar Dirk Nowitzki nach Dallas fliegt", erklärt Heß den Grund der Abwesenheit des Nowitzki-Mentors.

Im April 1968 entwickelte sich wie 1965 bei der ersten deutschen Meisterschaft ein Basketball-Krimi – erneut mit einem Happy End für den MTV 1846 Gießen. Bis kurz vor Schluss der Partie in Osnabrück blieb es vor 2000 Zuschauern spannend, darunter 300 mitfiebernde Fans aus Gießen. Innerhalb von 30 Sekunden bog der MTV um Trainer Laszlo Lakfalvi auf die Siegerstraße ein. Holger Geschwindner, "Lu" Jackson und "Didi" Kienast trafen aus der Distanz und sicherten den 79:69-Sieg. Klaus "Dschang" Jungnickel war mit 30 Punkten bester Scorer des Finales und stellte in der Saison mit 44 Zählern gegen Heidelberg eine persönliche Bestmarke auf. Die MTV-Mannschaft um Jungnickel, Jackson, Geschwindner, Kienast, Röder und Karl Ampt war überglücklich über die dritte deutsche Meisterschaft des MTV.

In der Saison 1977/1978 holte sich der MTV 1846 Gießen unter der Regie des damaligen neuen Trainers Hannes Neumann (kürzlich verstorben) seine fünfte und bis heute letzte Meisterschaft an die Lahn. Bester Spieler in Reihen der Gießener war Hundley. In der Finalrunde platzierte man sich mit 28:12 Punkten vor Heidelberg.

Dabei sind zu jener Zeit die Partien gegen TuS Bayer Leverkusen unvergessen. Es war ein Highlight, wenn sich Norbert Thimm, Rudi Kleen und Co. in der Osthalle mit den Lokalmatadoren Kapitän Hans Heß, "Kalli" Ampt, Roland Peters, "Matze" Strauß oder "Bobby" Minor auf höchstem Niveau duellierten. Ging es auf dem Spielfeld heiß her, endeten die Begegnungen meist in der Gießener "Käsekiste" bei einem kühlen Schoppen. Wie nach dem vorzeitigen Meistercoup in Wolfenbüttel, als die damaligen Basketball-Helden nach ihrer Rückkehr mit Hunderten von Fans in der Gaststätte an der Eichgärtenallee ausgiebig den Titel feierten.

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