Gießen 46ers

Der Druck für die Gießen 46ers steigt

  • VonMartin Vogel
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Zwei Tage nach dem 96:101 gegen Berlin wartet das nächste Spiel auf die Bundesliga-Basketballer der Gießen 46ers. Beim Mitteldeutschen BC soll am Dienstag (20.30 Uhr) endlich wieder ein Sieg her.

Für Trainer Ingo Freyer ist der Trip nach Sachsen-Anhalt eine Reise in die Vergangenheit: Von 1998 bis 2001 ging er für die Weißenfelser auf Korbjagd, mit denen er 1999 in die BBL aufstieg und unter dem heutigen Braunschweiger Trainer Frank Menz mit Spielern wie Chris Ensminger und Mithat Demirel zusammenspielte. Auch als 46ers-Coach hat er gute Erinnerungen an den MBC: Alle drei bisherigen Spiele unter seiner Ägide gewannen die Gießener.

Status quo: Nach den drei verlorenen Spielen gegen die Playoff-Anwärter aus Bamberg, Bayreuth und Berlin kommt nun bis Anfang Mai eine vermeintlich leichtere Phase für Gießen: Die nächsten beiden Spiele gehen gegen die Kellerkinder vom Mitteldeutschen BC und Crailsheim, dann folgen die direkten Konkurrenten aus Braunschweig, Ludwigsburg und Göttingen, ehe mit Jena ein weiterer Abstiegskandidat in die Osthalle kommt. Dabei könnten durchaus sechs Siege in Folge herausspringen – und wenn man den Einzug in die Playoffs wirklich schaffen will, dürfen es nicht viel weniger werden. Der Druck steigt also langsam.

Der Gegner: Auch der MBC musste am Sonntag ran, kam in München beim 67:92 deutlich unter die Räder – dabei schonten die Bayern sogar ihren Superstar Derrick Williams und nutzten das Spiel, um ihren Bankspielern ordentlich Spielzeit zu geben. Die Wölfe hängen damit weiter im Tabellenkeller fest, haben einen Sieg Rückstand auf das rettende Ufer. Lichtblick für den MBC war das Comeback von Pointguard Trevor Releford, Topscorer mit 14,6 Punkten im Schnitt. Seit dem Gießener 91:84-Sieg am ersten Spieltag hat sich einiges verändert bei den Weißenfelsern: An der Seitenlinie steht seit wenigen Wochen wieder Silvano Poropat, der bisherige Cheftrainer Aleksandar Scepanovic ist ins zweite Glied zurückgerückt. Dazu stießen mit dem Serben Jovan Novak (9,9 Punkte, 6,6 Assists) und Routinier Tremmell Darden, zuvor unter anderem bei Real Madrid, Olympiakos Piräus und Zalgiris Kaunas aktiv, zwei neue Guards zum Kader, die bis dato aber auch keinen durchschlagenden Erfolg brachten.

Die Schlüsselspieler: Neben dem Guard-Trio um Ballverteiler Novak, den 37-Jährigen Darden und den gerade erst wieder in den Spielbetrieb eingestiegenen Releford, der gegen München sechs Zähler markierte, muss vor allem auf Andrew Warren geachtet werden: Der Flügelspieler, erst vor zwei Wochen nach Weißenfels zurückgekommen, war letzte Saison mit 14,9 Punkten einer der besten Spieler der Wölfe und schenkte Gießen 29 Zähler ein – was allerdings damals den 102:97-Auswärtserfolg der 46ers auch nicht verhindern konnte.

Das Lazarett: Gegen Berlin kehrte Benjamin Lischka in die Aufstellung zurück, doch Brandon Thomas droht auszufallen: Der Flügelspieler verletzte sich am Sonntag in der ersten Aktion gegen Berlin am Daumen und wurde am Montagmittag eingehender untersucht.

Das sagt Freyer: »Weißenfels ist ein unangenehmer Gegner, weil sie ums Überleben kämpfen. Sie haben acht Ausländer, wir wissen also nicht genau, wer uns erwartet. Eigentlich ist das Team gut besetzt, auf den großen Positionen hoffe ich auf einen kleinen Vorteil für uns. Wir sind auf keinen Fall der Favorit, für mich ist es ein 50:50-Spiel. Aber wir müssen gewinnen, um an den Playoff-Plätzen dranzubleiben – wie immer momentan. Die Liga ist eng zusammen und macht deswegen super viel Spaß.«

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