Dreierregen macht Itzehoe nass

  • VonSebastian Kilsbach
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Stehende Ovationen, ein die Humba-Gesänge anleitender Topscorer Tim Uhlemann und ein früh in trockene Tücher gebrachter Kantersieg für die Rackelos: Die Gießener Osthalle glich am Sonntagabend über weite Strecken zurecht einem Tollhaus.

Die Siegesserie der Gießen 46ers Rackelos sollte auch im ersten ProB-Playoffspiel nicht reißen. Ein auch in der Höhe verdienter 100:76-Sieg über die Itzehoe Eagles ließ die Fans in der Osthalle jubeln. Nur anfangs war den Hessen die Nervosität etwas anzumerken. Verlass war aber auf Johannes Lischka, der sich in der Offensive ein ums andere Mal in Szene setzte und beginnend mit einem Dreier gleich zu Spielbeginn viel Verantwortung schulterte. Satte zwölf Punkte sollte sich der Routinier allein im ersten Viertel in den Statistikbogen schreiben. Lischkas Präsenz war es dabei auch, die den verletzungsbedingt ausgefallenen Alen Pjanic zu ersetzen half. Zudem schafften es die Rackelos die Wirkkreise von Kevin Mickle deutlich einzudämmen. Nur zwei Punkte gelangen dem Störstädter Go-to-Guy in der ersten Hälfte – drei waren es insgesamt.

Beginnend mit Leon Okpara, der von der Dreierlinie auf 29:18 nach elf Minuten stellte, spielten sich die Gießener dann in einen Rausch. Von außen schien über Minuten jeder Versuch zu sitzen. Mit einem Dreier ins Gesicht des groß gewachsenen Lars Kröger schickte sich Tim Uhlemann an, sich dem Dreierregen anzuschließen. Sechs Dreier sollte der Center insgesamt netzen.

Erst in den Schlussminuten der ersten Halbzeit kam kurzfristig ein Bruch ins Spiel. »Wir hatten nur fünf Fouls in der gesamten ersten Hälfte. Da hat uns die Galligkeit gefehlt«, erklärt Rackelo-Co-Trainer Lutz Mandler. Die Eagles kamen so zwar mit 39:51 zurück in Schlagdistanz, mussten sich aber auch nach dem Seitenwechsel der hohen Dreierquote der Rackelos beugen. Dreier von Uhlemann direkt ins Gesicht von Mickle und von Jestin Lewis kurz darauf brachten die Partie früh in ruhigere Fahrwasser (68:46, 28.). Als Uhlemann zwei weitere Treffer von Downtown folgen ließ, konnte es die Osthalle mit jeder Prunksitzung aufnehmen. »Ich war wie im Tunnel«, verrät der 18-Jährige, der in der Teamleistung gleichzeitig den Schlüssel zum Sieg sieht.

»Statistisch waren die beiden Teams fast in jeder Hinsicht ausgeglichen. Nur bei den Assists hatten wir die Nase eben vorn«, stößt Mandler ins gleiche Horn. Dass Stats alleine nicht alles sagen, war Cheftrainer Rolf Scholz mit Blick auf die Leistung von Thomas Tshikaya zu unterstreichen wichtig. Zwar hatte der Franzose nur vier Punkte zum Sieg seiner Farben beigesteuert. »Dafür hat er Mickle an der ganz kurzen Leine gelassen«, so Scholz, der es sich leisten konnte am Ende mit einem von Lischka angeführten Jugendteam aufzulaufen. Die 100 voll machte schließlich Uhlemann von der Freiwurflinie.

Weiter geht die Serie am Samstag (19:30 Uhr) in Itzehoe. Im Fall eines Sieges wären die Rackelos bereits für die nächste Runde qualifiziert. Bei einer Niederlage kommt es am 15. März zum Entscheidungsspiel.

Gießen: Mayer, Kraushaar (10), Köpple (11), Williams (7), Uhlemann (22), Kordyaka, Okpara (19), Lischka (14), Tshikaya (4), Lewis (13).

Itzehoe: Zirlys (4), Haake (5), Mickle (3), Zahariev (14), Wilke, Schmidt (13), Kröger (9), Feimann, Lang (6), Stückemann (8), Galiano (2), Nyberg (12).

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