1. Gießener Allgemeine
  2. Sport
  3. Gießen 46ers

Die neuen Spieler der Gießen 46ers im Porträt

Erstellt:

Von: Wolfgang Gärtner

Kommentare

IMG_0328_2_Gruppe2_18082_4c_2
Bereit für die Basketball-Saison in der Pro A - vier der bislang insgesamt acht neuen Spieler der Gießen 46ers (v. l.): Luis Figge, Luca Kahl, Nico Brauner und Jordan Barnes. © Harald Friedrich

Die Gießen 46ers müssen sich nach ihrem Abstieg aus der Basketball-Bundesliga in der am 1. Oktober beginnenden Saison in der Pro A beweisen. Trainer »Frenki« Ignjatovic hat mit viel Sorgfalt eine fast komplett neue Mannschaft zusammengestellt.

Nur Forward Max Begue ist aus der letztjährigen Truppe übriggeblieben. In zwei Paketen werden die bislang acht neuen Spieler (gestern erst wurde der Serbe Stefan Fundic verpflichtet) vorgestellt. Dabei kommt auch Gießens Cheftrainer Ignjatovic zu Wort.

Luis Figge (Trikotnummer: 14 / Shootingguard/Smallforward): Dem 25-Jährigen eilt der Ruf voraus, ein Terrier zu sein. Ein Abwehrspieler, der wie eine Klette an seinem Gegenspieler klebt. Der in Korbach geborene Zweier/Dreier ist bekannt dafür, dass er mit viel Energie spielt. Er selbst sagt, dass er immer gewinnen will - und dafür alles auf dem Court gibt. Figge durchlief in der Jugend in Paderborn die U-Mannschaften und gewann 2011 (U14) und 2012 (U16) mit dem jeweiligen Team die deutsche Meisterschaft. Bis 2016 agierte er für den Pro-A-Ligisten aus Paderborn, ehe er einen Dreijahresvertrag beim Bundesligisten Löwen Braunschweig unterschrieb - mit Doppellizenz für den Pro-B-Ligisten MTV Wolfenbüttel. Im Sommer 2019 schloss er sich dem Zweitligisten Niners Chemnitz an, mit dem er aufstieg und in der BBL-Premieren-Saison den Klassenerhalt sicherte. Der 1,97 m große, variabel spielende Figge folgte 2021 dem Ruf von Trainer Hansi Gnad zu den Bayer Giants Leverkusen, die ihm eine bedeutsamere Rolle in der Mannschaft versprachen. Figge spielte eine starke Saison bei den »Giganten«, die im Pro-A-Halbfinale gegen Tübingen ausschieden. Figge hat in Gießen einen Zweijahresvertrag.

Das sagt Trainer »Frenki« Ignjatovic: Unsere Wege haben sich oft gekreuzt. Luis war der erste Spieler, den wir unter Vertrag genommen haben. Wie bei allen anderen auch, haben wir viel Wert auf das Menschliche, auf den Charakter gelegt. Das hat er in allen seinen Vereinen gezeigt. Offensiv ist Luis ein Spieler, der mehrere Positionen bekleiden kann - zwei und drei. Ich hoffe, die Leute werden ihn lieben. Er ist sehr offen, sehr präsent. Er verbindet die Leute.

Luca Kahl (15/Pointguard): Klare Worte vom 25-Jährigen vor dem Beginn der Saison: »Mein Ziel ist es, in die Bundesliga aufzusteigen. Ich bin davon überzeugt, dass Gießen in die Bundesliga gehört, und wir werden alles dafür geben.« Der 25-Jährige durchlief wie Figge in der Jugend die Talentschmiede in Paderborn. Dort erhielt er in der Saison 2015/16 die ersten Einsatzminuten in der Pro-A-Mannschaft. 2019 wechselte er zu den Bayer Giants nach Leverkusen. In der Saison 2020/21 stand er mit den Leverkusenern im Pro-A-Finale gegen die Academics Heidelberg, das die Neckarstädter für sich entschieden - mit dem jetzigen Gießener Trainer Ignjatovic an der Seitenlinie. Der 1,91 m große Kahl ist ein harter Verteidiger. Sein Spiel definiert sich über die Defense - ob in der Eins-gegen-Eins-Verteidigung oder im Hustleplay. Kahl hat bei den 46ers einen Zweijahresvertrag unterschrieben.

Das sagt Trainer »Frenki« Ignjatovic: Wir haben nach einem Backup für die Position eins gesucht. Luca kenne ich aus seiner Zeit in Leverkusen, als er gegen uns (Heidelberg) gespielt hat. Ich hatte immer das Gefühl, dass er mehr kann. Und dann hatten wir ein gutes Gespräch, bei dem ich ihn überzeugen konnte. Er will aber auch den nächsten Step machen. Er hatte eine Knie-OP vor drei Monaten. Seine Reha-Phase ist praktisch beendet. Wir hoffen, dass alles in Ordnung bleibt. Luca kann ein Spiel kontrollieren, trifft gute Entscheidungen und kann gute Defense spielen. Dazu kommt, dass er mit Luis Figge sehr gut befreundet ist - und das kommt unserem Teamspiel natürlich auch zugute.

Nico Brauner (5/Comboguard): Der 27 Jahre alte Wiesbadener bringt reichlich Pro-A-Erfahrung ins Team. Zuletzt agierte er bei Medipolis SC Jena (u. a. mit dem Ex-Gießener Brandon Thomas), mit denen er in das Playoff-Halbfinale einzog, aber gegen den späteren BBL-Aufsteiger und Pro-A-Meister Rostock Seawolves ausschied. Nach seiner Universitätszeit in Kanada waren 2019 die Kirchheim Knights seine erste Profi-Station, ehe es ihn nach Jena verschlug. Der 1,87 m große Guard ist ein guter Verteidiger, zudem hat er eine Menge Firepower von jenseits der 6,75-m-Linie. Brauner spielt mit hoher Energie, zählt zu den Leistungsträgern im neuen 46ers-Team und ist ein Motivator. Über sich selbst sagt der 27-Jährige vielseitige Guard: »Ich bin immer optimistisch und meistens auch gut gelaunt.« Er freut sich besonders »auf ein Team, was als Einheit zusammenspielt, gemeinsam Spiele gewinnt und dann natürlich auf eine vollgepackte Halle und den Support der Gießener Fans!« Brauner hat einen Vertrag über eine Spielzeit unterschrieben - mit der Option auf eine weitere Saison, falls der Aufstieg in die BBL klappt.

Das sagt Trainer »Frenki« Ignjatovic: Nico ist ein alter Bekannter von mir. Vor ungefähr zehn Jahren absolvierte er bei mir in Kirchheim ein Tryout. Ich riet ihm zu jener Zeit, besser in der Pro B oder Regionalliga zu spielen, um viele Einsatzminuten zu bekommen, die er in Kirchheim nicht erhalten hätte. Das hat er verstanden. Und kurioserweise habe ich die Nummer nie gelöscht. Als ich ihn angerufen habe, hat er sich gefreut. Ich habe seinen Weg natürlich verfolgt. Er bringt alles mit, was ein Gießener Spieler braucht. Er hört nie auf zu kämpfen, manchmal muss man ihn sogar bremsen, weil er hitzig ist. Offensiv ist er mittlerweile auch sehr erfahren und weiß, wie und wann man attackieren kann. Defensiv ist er sehr stark. Es freut mich, dass Nico bei uns ist.

Jordan Barnes (2/Pointguard): Der 24-jährige US-Amerikaner ist der Regisseur im Spiel der Gießen 46ers. Er ist der Kopf der Mannschaft, er gibt das Tempo vor - und die Taktik. Das liegt dem quirligen 1,78-m-Mann, der bereits in der vergangenen Saison beim Pro-A-Ligisten Uni Baskets Paderborn mächtig Eindruck hinterließ. In seinem ersten Profijahr legte Jordan Barnes bei einer Einsatzzeit von knapp 32 Minuten pro Partie in Paderborn Topwerte auf: durchschnittlich 6,5 Vorlagen pro Begegnung und 17,9 Punkte. Er führte dabei die Westfalen in die Playoffs und scheiterte knapp in einer Fünferserie an Jena. In Gießen soll er ebenfalls die Mannschaft führen. Dem Erfolg ordnet der Spielmacher alles unter. Er ist ein Typ, der sich auf dem Court durchsetzen will. Zudem ist ihm wichtig, dass die Mannschaft zusammenspielt. Wenn es eng wird, will er gerne die Verantwortung übernehmen - und dabei einen kühlen Kopf bewahren. »Ansonsten spiele ich immer hart auf dem Spielfeld, gepaart mit viel Energie«, sagt der in St. Louis im Bundesstaat Missouri geborene Barnes. Sein großes sportliches Ziel ist es, mit den 46ers in die Bundesliga zurückzukehren. Der US-Boy hat in Gießen einen Vertrag über eine Spielzeit mit der Option auf ein weiteres Jahr bei Aufstieg unterschrieben.

Das sagt Trainer »Frenki« Ignjatovic: Jordan kann offensiv auf verschiedene Weise scoren und abschließen. Sein Wurf hat davon die beste Qualität. Er hat trotz seiner Größe eine gute Defenseleistung gezeigt. Es freut mich, dass wir in der Lage waren, einen Spieler seiner Qualität, der in Liga zwei auf der Spielmacherposition Top drei war, zu verpflichten.

Auch interessant

Kommentare