John Bryant trägt wieder das Trikot der Gießen 46ers, rechts der Ex-Bonner Martin Breunig. FOTO: IMAGO
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John Bryant trägt wieder das Trikot der Gießen 46ers, rechts der Ex-Bonner Martin Breunig. FOTO: IMAGO

Gießen 46ers

Deal perfekt: Bryant kommt zurück zu den Gießen 46ers

  • Wolfgang Gärtner
    vonWolfgang Gärtner
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Bedeutsame personelle Entscheidungen stehen bei den Gießen 46ers an. Die Rückkehr von "Big" John Bryant ist unter Dach und Fach. Wenn alle Formalitäten geklärt sind, gibt der 2,11-m-Hüne sein Debüt am Samstag im BBL-Kellerduell bei Rasta Vechta. Beim Thema Trainer Rolf Scholz sind noch Details zu klären.

Michael Koch und Stephan Dehler sind gefordert. Die beiden Geschäftsführer der Gießen 46ers müssen dieser Tage die personellen Weichen für den Klub stellen, der in der Basketball-Bundesliga um den Klassenerhalt kämpft und am Samstag als Rangvorletzter beim Schlusslicht in Vechta gastiert.

Mit der gestern Abend vollzogenen Rückkehr von John Bryant nach Gießen ist ihnen ein Transferhammer gelungen, den diese Zeitung bereits einen Tag vorher angekündigt hatte.

Bryants gut dotierter Vertrag endete bei den Gießen 46ers nach der vergangenen Saison. Er spielte in den Zukunftsplanungen von Gießens Ex-Trainer Ingo Freyer keine Rolle mehr. Die drei Jahre zuvor war er eine Art Lebensversicherung für den mittelhessischen Klub. In Freyers Run-and-Gun-Basketball hatte der besonders in der letzten Spielzeit stark mit seinem Gewicht kämpfende Center nie so richtig reingepasst. Vor allem bei der Pick-and-Roll-Verteidigung wurden seine Bewegungsdefizite offensichtlich. Wurde aber traditionell verteidigt, war an "Big" John nur schwer vorbeizukommen - er stand wie ein Fels in der Abwehrbrandung. Seine Einsatzminuten schwanden und somit auch sein Selbstbewusstsein, was sich am Zögern bei offensiven Aktionen deutlich zeigte. Das Verhältnis zwischen Bryant - immerhin Kapitän - und Freyer war gestört. Dennoch war der 33-Jährige im Kader 2019/20 immer noch mit Abstand der effektivste Spieler.

Bryant hoffte, nach dem Sommer einen neuen Arbeitgeber in der Bundesliga zu bekommen. Daraus wurde aber nichts. So schloss er sich dem Pro A-Ligisten Baskets Paderborn an, bei dem er sich zuvor körperlich fit gehalten hatte. Die Freundschaft zum dortigen Trainer Steven Esterkamp hatte das ermöglicht. Nach anfänglichen Schwierigkeiten bei den Baskets stabilisierte sich die Leistung von Bryant. Aktuell legt er im Schnitt pro Spiel 16,4 Punkte und 8,9 Rebounds auf. "John steht im Saft", wie es 46ers-Geschäftsführer Koch ausdrückt.

Kontakt zu Big John nie abgebrochen

Der Kontakt zu Gießen brach aber nie ab. Ob Physio Lukas Lai oder auch Teambetreuer Sören Beck - sie standen und stehen im Austausch mit Bryant, der bei seinen Besuchen im Sommer in Gießen auch das eine oder andere angebotene Training von Rolf Scholz für "Daheimgebliebene" absolvierte.

Da nun am vergangenen Freitag Brettspieler Johannes Richter um Vertragsauflösung bat und die 46ers-Führungsriege dem Wunsch entsprach ("Reisende soll man nicht aufhalten", O-Ton Koch), klaffte ein Loch im aktuellen Kader, das mit einem deutschen Big Man gefüllt werden sollte. "Natürlich haben wir gleich Kontakt mit John aufgenommen", sagt Koch. Aber auch der 33-Jährige selbst hat immer mit einer Rückkehr nach Gießen geliebäugelt. So ist für beide Parteien eine Win-win-Situation entstanden. Wie zu vernehmen war, sei Bryant in finanzieller Hinsicht dem Klub stark entgegengekommen, sodass die Bedingungen für die Gießen 46ers zu stemmen sind.

Bryant passt in das Spielsystem, das Scholz praktiziert: ein strukturierter Basketball auf beiden Seiten des Feldes. Zudem lastet nicht wie in früheren Zeiten die gesamte Verantwortung auf ihm, da er mit Chad Brown und Scottie James jr. zwei adäquate Mitspieler unter dem Korb hat. "Er kann eine gewisse Rolle übernehmen - und er weiß, dass er in der Bundesliga nicht mehr 30 Minuten gehen kann", erklärt Koch.

Scholz und 46ers vor Einigung

In einer weiteren wichtigen Personalie für den Basketball-Klub an der Lahn sind anscheinend nur noch Details zu klären. Scholz soll nach dem Wunsch der Gießen 46ers seine Trainertätigkeit, die er interimsmäßig nach der Beurlaubung von Freyer Mitte Dezember übernahm, mindestens bis zum Ende der Saison fortführen. Scholz selbst ist einer Weiterbeschäftigung als Cheftrainer der 46ers nicht abgeneigt. Der Polizeibeamte muss aber noch ein paar Dinge mit seinem Arbeitgeber klären.

Nach Aussagen von Koch haben am Sonntag zudem Dehler und Scholz über die Thematik gesprochen, am gestrigen Montag soll ein Gespräch zwischen Scholz und seiner Arbeitsstelle stattgefunden haben. "Ich spreche heute Abend oder spätestens morgen Vormittag mit ihm", sagt Koch, der guter Dinge ist, dass Scholz Headcoach der Gießen 46ers bleibt.

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