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Benjamin Lischka verlässt die Gießen 46ers und wechselt nach Bonn.

Basketball

Gießen 46ers: Lischka weg, Ziel steht fest

Der Gießener Publikumsliebling Benjamin Lischka kehrt nach sechs Jahren dem Bundesligisten den Rücken und wechselt.

Bei Instagram strahlte Benjamin Lischka am Donnerstagabend wie ein Honigkuchenpferd. Dabei ging es in dem Post noch gar nicht um seinen neuen Arbeitgeber, der Langgönser teilte einfach nur ein Foto mit seiner Frau Beke aus dem Urlaub in Griechenland. 17 Stunden später kam dann am Freitagmittag eine andere Nachricht, die den Forward ebenso zum Grinsen bringen dürfte: Die Telekom Baskets Bonn vermeldeten die Verpflichtung Lischkas für zwei Jahre.

Damit läuft der 30-Jährige erstmals in seiner BBL-Karriere für einen anderen Klub als die Gießen 46ers auf. Nach dem Abstieg in die ProA 2013 war er der zweite Spieler, den Denis Wucherer an die Lahn holte – für Lischka damals eine Rückkehr. Von 2005 an spielte er für den Unterbau der 46ers, ehe er nach zwei Jahren in Lich erstmals Mittelhessen verließ: Vier Jahre lang spielte Lischka für Kirchheim und Crailsheim in der ProA, ehe Wucherer anrief.

In den vergangenen sechs Jahren trug "Benni" das Trikot der 46ers, stieg mit seinem Heimatverein 2015 in die BBL auf und absolvierte insgesamt 124 Partien für Gießen im Basketball-Oberhaus. In diesem Frühjahr wurde er erstmals in das Allstar-Game der BBL berufen. Nun der Schritt an den Rhein, wo er mit TJ DiLeo und Yorman Polas Bartolo auf zwei ehemalige Gießener trifft: "TJ ist mein bester Kumpel", freut sich Lischka auf das Wiedersehen – doch das war nicht der einzige Grund für den Wechsel: "Ich kann in Bonn erstmalig in meiner Laufbahn in einem internationalen Wettbewerb spielen, was für mich den nächsten Schritt in meiner Karriere bedeutet."

Offensichtlich Win-win-Situation für Klub und Spieler

Im März hatte Lischka im Gespräch mit dieser Zeitung noch gehofft, in Gießen bleiben zu können: "Ich bin definitiv interessiert, hier zu bleiben. Wenn nichts Großartiges passiert und Gießen mich noch will, dann dürfte eigentlich der Vertragsverlängerung nichts im Wege stehen", sagte der Forward damals. Das deutet darauf hin, dass nicht nur Lischka sich verändern wollte, auch die 46ers hatten bereits seit geraumer Zeit durchblicken lassen, dass sie auf der Position vier in eine andere Richtung gehen und den gebürtigen Gießener nicht um jeden Preis halten zu wollen.

So gesehen ist es eine Win-win-Situation für Klub und Spieler: Lischka wechselt zu einem Klub mit viel Renommee, kann international spielen und hat einen guten Freund an seiner Seite, ist zudem von Bonn aus jederzeit schnell in seiner mittelhessischen Heimat. Die Gießen 46ers wiederum können ihre Mannschaft neu aufbauen und einen beim Publikum hoch geschätzten Spieler ziehen lassen, ohne sich vorwerfen zu müssen, man hätte eine Identifikationsfigur verramscht.

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