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Bezeichnend für den Auftritt der Gießen 46ers bei der Niederlage in Würzburg - meist einen Schritt zu langsam. Wie hier Maximilian Begue (l.), der Aigars Skele enteilen lässt.

Gießen 46ers

Auswärtssieg bleibt den Gießen 46ers verwehrt

  • Wolfgang Gärtner
    VonWolfgang Gärtner
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Für die Gießen 46ers gibt es in der Fremde nichts zu holen. Das Team von Trainer Pete Strobl verliert in Würzburg mit 69:82. Vier Sekunden vor Schluss verletzt sich zu allem Überfluss noch Phillip Fayne II am rechten Knöchel.

Die Gießen 46ers wollten unbedingt ihren ersten Auswärtssieg in der Basketball-Bundesliga einfahren. Daraus wurde nichts. Gießens Ex-Trainer Denis Wucherer hatte seine Mannschaft glänzend eingestellt, die sich letztlich verdient mit 82:69 durchsetzte. Vor allem Mitte des dritten Viertels verloren die Hessen den Faden, als sich die Mainfranken entscheidend absetzten. Die Wurfquote der 46ers von der Dreierlinie war schwach - nur vier von 16 Würfen landeten im Netz. Viel zu wenig, um die Würzburger in Gefahr zu bringen.

Gießen 46ers: Center Fayne II knickt kurz vor Spielende um

Ganz bitter für Gießen, dass sich Center Phillip Fayne vier Sekunden vor dem Ende bei einem Rebound am defensiven Brett verletzte. Der Center landete mit dem rechten Knöchel auf dem Fuß eines Würzburgers und knickte um. Die genaue Diagnose steht noch aus. Bereits kurz vor der Partie vermeldeten die 46ers, dass Kyan Anderson verletzt ausfällt. Der Guard war erst gar nicht mit nach Würzburg gefahren. Es soll sich aber um nichts Schlimmes handeln.

»Alle Spieler von uns müssen nun noch mehr geben. Wir arbeiten zwar klug und effizient, aber wir haben noch nichts erreicht. Wir sind Gießen, wir haben kein großes Budget. Wir müssen weiter hart arbeiten«, appellierte Gießens Cheftrainer Strobl an sein Team und trat nach dem letztwöchigen Galaauftritt gegen den Mitteldeutschen BC auf die Euphoriebremse. Als hätte er gewusst, was in der mit 2050 Zuschauern besetzten s.Oliver-Arena folgen würde.

46ers-Forward BJ Blake fasste den bescheidenen Auftritt seiner Gießener Mannschaft zusammen: »Würzburg ist ein gutes Team. Die Atmosphäre in der Halle war verrückt. In der BBL ist es verdammt schwer, auswärts zu gewinnen. Wir haben den Ball zu oft zu leicht verloren.«

Spielentscheidend war die Phase im dritten Viertel, in der wir Desi Rodriguez und einige andere Würzburger nicht stoppen konnten.

Pete Strobl, Trainer Gießen 46ers

Schon zu Beginn lief es nicht rund - aber bei beiden Mannschaften, die ihren Rhythmus suchten. Nach drei getroffenen Dreiern seitens des Gastgebers reagierte Strobl und nahm beim 7:13-Rückstand (5.) eine Auszeit. Danach agierten die Gießener in der Abwehr variantenreicher. Sie streuten die eine oder andere Ball-Raum-Verteidigung ein, mal in der 2-3-Variante, mal in der 1-2-2-Aufstellung. Das verunsicherte die Würzburger, die nun nicht mehr so frei zum Wurf kamen. Die 46ers hatten fast überhaupt kein Glück bei ihren Distanzschüssen. Sie zwangen die Mainfranken zwar zu vielen Ballverlusten, insgesamt sieben nach den ersten zehn Minuten, Kapital in Form von Punkten konnte sie darüber aber nicht generieren. Mit dem 17:22-Rückstand ging es in die zweiten zehn Minuten. Dort setzte sich das zerfahrene Spiel beider Teams fort. Die Protagonisten wirkten hektisch und nervös, was sich vor allem in den Ballverlusten widerspiegelte. Mitte des zweiten Quarters gab es zudem ein Fehlwurffestival. Beide Mannschaften boten in dieser Phase nur Magerkost. Von der Leichtigkeit der 46ers aus dem letztwöchigen MBC-Spiel war nichts zu erkennen. Sie kämpften um jeden Ball, mussten sich die Körbe aber hart erarbeiten. Einen Spielfluss gab es nicht.

Gießen 46ers: Skele und Rodriguez nicht kontrolliert

Nach der Pause drehten die heimstarken Würzburger auf. Angeführt vom Shootingguard Aigars Skele und Forward Desi Rodriguez, die zusammen 32 Zähler erzielten, bauten die Mainfranken die Führung stetig aus und lagen in der 35. Minute mit 73:55 in Front. Die niemals aufgebenden Gießener betrieben am Ende noch Ergebniskosmetik. »Es war der harte Fight, den wir erwartet hatten«, konstatierte Würzburgs Trainer Wucherer. Und Strobl sagte: »Spielentscheidend war die Phase im dritten Viertel, in der wir Desi Rodriguez und einige andere Würzburger nicht stoppen konnten. Es hat weh getan, dass Kyan Anderson gefehlt hat.«

Würzburg: Böhmer (2 Punkte), King (3), Gielo (14), Albus, Skele (17), Moller (8), Rodriguez (16), Hunt (4), Johnson (6), Hoffmann, Buford (8), Stanic (4) / Gießen: McCullum (12), Omot (8), Nawrocki, Blake (14), Kraushaar, Begue, Tate (10), Binapfl (4), Koch (6), Fayne II (11), Bryant (4). / Viertelergebnisse: 22:17, 15:17, 25:18, 20:17

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