Aufmerksamer Bjarne Kraushaar

  • vonSebastian Kilsbach
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Für schwache Nerven war die Schlussphase der Gießen 46ers Rackelos im letzten Hauptrundenspiel in Elchingen sicher nicht geeignet. Durch den achten Sieg in Folge (70:69) verteidigten die Hessen aber Platz zwei. Bereits am Sonntag (18 Uhr) kommt es zum ersten Achtelfinalheimspiel.

Für schwache Nerven war die Schlussphase der Gießen 46ers Rackelos im letzten Hauptrundenspiel in Elchingen sicher nicht geeignet. Durch den achten Sieg in Folge (70:69) verteidigten die Hessen aber Platz zwei. Bereits am Sonntag (18 Uhr) kommt es zum ersten Achtelfinalheimspiel.

"Das wird eine lange Fahrt", scherzte Co-Trainer Lutz Mandler nach dem Match in Hinsicht auf den nun wartenden ersten Playoffgegner. Itzehoe liegt 500 Kilometer entfernt von Gießen. "Aber immerhin kommt mit Patrick Elzie eine echte Legende endlich mal wieder in die Osthalle", schob Mandler nach. Der in Gießen beliebte ehemalige MTV-Akteur trainiert die Eagles, die als Siebter des Nordens auf die Rackelos treffen.

Obwohl diese mit sieben Siegen in Serie nach Elchingen gereist waren, hätten die Mittelhessen ihren zweiten Rang bei einer Niederlage noch verspielen können. Die Baskets lagen in Lauerstellung, auch Frankfurt und Schwenningen hatten noch Chancen. Spielverlauf und Art und Weise des insgesamt 14. Saisonsiegs belegen jedoch, welch starke Entwicklung der 46ers-Kooperationspartner nach mittelmäßigem Saisonstart genommen hat.

Entscheidende Kennziffer waren die genommen und davon getroffenen Würfe beider Teams aus dem Feld. Elchingen konnte 69 Abschlüsse erzwingen, während Gießen mit 48 Versuchen deutlich seltener aus dem Feld abdrückte. Immer wieder sammelten die Baskets Offensivrebounds und zwangen die Rackelos zu 22 Ballverlusten. "Wenn man so ein Spiel dann trotzdem gewinnt, dann müssen die Jungs etwas richtig gemacht haben", sprach Mandler dem Team ein großes Kompliment aus.

Dieses "Etwas" war die Trefferquote aus dem Feld. Während Elchingen auf die Zonenverteidigung der Gäste immer wieder mit Dreiern reagierte, von 38 Würfen aber nur acht traf, hatten die Rackelos sowohl aus der Nah- als auch der Dreipunktedistanz mit 50 Prozent deutlich die Nase vorne. Thomas Tshikaya war es, der im ersten Viertel gleich 13 Punkte beisteuerte und seine Farben so unterstützte. Eine Schwächephase im zweiten Abschnitt konnten die Hausherren aufgrund ihrer desolaten Ausbeute aber nicht wirklich nutzen. Ein 22:30 zur Viertelmitte verwandelten die Rackelos so in ein 39:35 vor der Halbzeit.

Danach packte Elche-Coach Boris Kurtovic eine aggressive und teils übers ganze Feld gespielte Zonenverteidigung aus, die die Gießener vor Probleme stellte. Obwohl Marin Petric wie aus dem nichts zwei Dreier in Folge netzte und auf 52:49 stellte, behielten die Lahnstädter einen kühlen Kopf. Vor allem Jestin Lewis übernahm viel Verantwortung und antwortete direkt im Gegenzug ebenfalls von Downtown. Ein 11:0-Run im Schlussviertel, an dem Lewis mit sechs Zählern ebenfalls großen Anteil hatte, brachte Elchingen beim Stand von 65:54 bereits mächtig unter Zugzwang.

Obwohl die Schwaben reihenweise an der Freiwurflinie scheiterten, konnten Brian Butler und Stefan Fekete ihre Aufholjagd in der letzten Minute krönen, als Gießen eine Sechs-Punkte-Führung binnen weniger Sekunden verspielte und plötzlich nur noch mit 70:69 vorne lag. Zum Matchwinner wurde schließlich Bjarne Kraushaar, der sieben Sekunden vor dem Ende einen Pass von Fekete abfing, durch einen Sprint nach vorne weiter Zeit von der Uhr nahm und bei zwei zu spielenden Sekunden taktisch gefoult an die Freiwurflinie ging. Obwohl der Youngster beide liegenließ, konnte Elchingen den Sieg in der Restzeit nicht mehr stehlen.

Gießen: Kraushaar (12), Köpple (6), Williams (2), Pjanic (11), Uhlemann, Okpara, Lischka (9), Tshikaya (16), Hahn, Lewis (14).

Elchingen: Oldham JR (2), Vucica (4), Fekete (21), Krstanovic (2), Butler (6), Petric (12), Alispahic (2), Jurica (2).

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