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Alen Pjanic bei Gießen 46ers: Vom Spätstarter zum Leistungsträger

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Alen Pjanic ist bei den Gießen 46ers Rackelos zum Leistungsträger gereift. Zeit, einen Blick zurück und in die Zukunft zu werfen.

Sein ProB-Debüt feierte Alen Pjanic vor vier Jahren in Diensten der Licher Basket Bären. Neben ihm waren auch Bjarne Kraushaar, Max Mayer und andere Jugendspieler nach Lich gewechselt, bei denen mit Joan Rallo ein überzeugter Förderer des Basketball-Nachwuchses das Traineramt übernommen hatte. "Jugendspieler verdienen es, zu spielen, weil sie immer gewinnen und sich gleichzeitig weiter entwickeln wollen", sagte der Katalane damals kurz vor Saisonbeginn. Bereits 2015/2016 stand Kraushaar so über zwölf Minuten auf dem Parkett, Pjanic zehn. Der damals 18-Jährige erinnert sich zurück: "Ein Sprung ins kalte Wasser war es nicht. Ich war bereit dafür." In der Landesliga hatte er sich bereits an die Härte im Männerbasketball gewöhnen können. "Alen war schon damals ein Supertalent. Anfangs war er etwas zurückhaltend. Es war aber nur eine Frage der Zeit, bis der Knoten platzt", erinnert sich sein damaliger Trainer Sherman Lockhart zurück.

"Gerade die schlaksigeren Spieler, die körperlich noch nicht so früh so weit sind, brauchen oft etwas länger", ergänzt Rolf Scholz, der Pjanic in der Jugendauswahl der Gießen 46ers und ab 2017 als ProB-Coach der Licher BasketBären trainierte. "Jugendspieler sind oft entweder filigran oder athletische Brummer", erklärt Scholz. War Pjanic so zunächst weder das eine, noch das andere, bringt er mittlerweile beide Fähigkeiten mit und ist auf den Positionen eins bis vier einsetzbar. "Vom Aufbauspieler bis zum Inside-Mann kann er alles verteidigen", zeigt sich Scholz stolz. So überrascht es nicht, dass der 199 cm große Forward sowohl in den Kategorien Blocks als auch Steals in der Liga ganz weit vorne liegt.

Diese Entwicklung kam jedoch nicht über Nacht. Nach dem Saisonende 2018 legte Pjanic nur zwei Wochen die Füße hoch, bevor er ins Individualtraining mit 46ers-Physiotherapeut Lukas Lai einstieg. Dreimal pro Woche erarbeitete er sich jene Energie, die er heute aufs Parkett bringt. "Viel Freizeit bleibt da nicht", sagt der Rackelo schmunzelnd, der auch in der BBL schon 19-mal zum Einsatz kam und sich perspektivisch fest im Bundesligakader seines Heimatvereins sieht.

Pjanic kam 1997 in Gießen zur Welt, nachdem seine Eltern sechs Jahre zuvor aus Bosnien-Herzegowina ins Mittelhessische ausgewandert waren. Um das Ziel Bundesliga zu erreichen, möchte sich der zweisprachig aufgewachsene Flügelspieler noch in allen Facetten des Spiels verbessern. Fast in allen Werten hat sich Pjanic im Vergleich zur letzten Saison schon jetzt verbessert. Auch von außen strahlt er nun mehr Gefahr aus, was sein Spiel variabler macht. Obwohl die Nummer acht der Rackelos nun deutlich mehr Würfe von der Dreipunktelinie nimmt als noch im Premierenjahr des Farmteams, konnte er seine Ausbeute um zwölf Prozentpunkte auf 34 Prozent stabilisieren. "Im Training treffe ich deutlich besser", erzählt Pjanic und ist zuversichtlich, auch in diesem Bereich noch Steigerungsmöglichkeiten zu haben.

Eine gute Bewährungsprobe sind dafür eigentlich die Playoffs, die am kommenden Sonntag (18 Uhr) mit einem Heimspiel starten. Doch Pjanic könnte in der Partie gegen Itzehoe fehlen. Er hat sich eine Muskelverletzung am Bizeps zugezogen. Die Sehnen sind heil geblieben. Die Dauer seines Ausfalls steht noch nicht fest. Ende der letzten Trainingswoche bekam Pjanic einen Schlag ab. Bei seinem Einsatz am Wochenende im ProB-Spiel in Elchingen hat sich das Ganze verschlimmert. Zum Schluss wurde er nicht mehr eingewechselt. Zu den bevorstehenden Playoffs sagt er: "Mal gucken, wie weit wir kommen." Im Vorjahr war im Viertelfinale gegen den späteren Aufsteiger aus Rostock Schluss.

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