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Achtbarer Auftritt der Gießen 46ers gegen die Bayern

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Von: Wolfgang Gärtner

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Nicht zu stoppen: Gießens Guard Kendale McCullum bei der 85:95-Heimniederlage gegen den FC Bayern Basketball (rechts Leon Radosevic). © Harald Friedrich

Hut ab vor der Leistung der Gießen 46ers! Der Abstiegskandidat zog sich beim 85:95 gegen den favorisierten FC Bayern achtbar aus der Affäre. Münchens Powerforward Deshaun Thomas war nicht zu stoppen. Die 34 Punkte von ihm sprechen eine eindeutige Sprache. Beim BBL-Rangvorletzten waren es erneut Kendale McCullum und Nuni Omot, die stark aufspielten.

Respekt verdienten sich die stark abstiegsbedrohten Gießen 46ers bei der 85:95 (39:48)-Heimniederlage gegen den großen FC Bayern München, der in der mit 1937 Zuschauern besetzten Osthalle mit fast kompletter Kapelle auftrat. Nur die geschonten Vladimir Lucic, Darrun Hilliard und Othello Hunter sowie der Verletzte Corey Walden fehlten beim Starensemble aus der Bayern-Metropole, das fünf Spiele innerhalb der letzten neun Tage in den Knochen (davon drei auf EuropaLeague-Ebene) hatte. Der Gastgeber, der rechnerisch noch den Klassenerhalt in der Basketball-Bundesliga schaffen kann, ließ sich nicht abschütteln, sieben Minuten vor dem Ende stand es 70:77. Dennoch ist allen Verantwortlichen um Cheftrainer Pete Strobl bewusst, dass unbedingt Siege her müssen, um das scheinbar Unmögliche noch möglich zu machen.

Gießen 46ers: Schwächen an der Linie und beim Rebound

Natürlich waren es die Qualitätsunterschiede im Kader, die letztlich den Ausschlag gaben. Auffällig war dabei, dass die Münchner die Körbe kontrollierten. Insgesamt fischten sie sich 19 Rebounds am offensiven Brett, 20 am defensiven. Die Gießener kamen zusammen nur auf 19. Ebenso zeigten die 46ers - wie schon so oft zuvor - Schwächen beim Freiwurf. Sie trafen nur elf ihrer 21 Versuche.

Mit Bayerns Powerforward Deshaun Thomas hatten die Lahnstädter die größten Probleme. Der variabel agierende 2,01-m-Mann legte mit 34 Punkten seinen BBL-Bestwert auf - dazu gesellten sich die 34 Zähler in der Effektivität, die aussagen, wie wertvoll er für sein Team in Gießen war. Aufseiten des Gastgeber war es zum wiederholten Mal Kendale McCullum, der glänzend aufspielte. Den quirligen Guard konnte kein Gegenspieler, ob Jason George oder Nick Weiler-Babb, kontrollieren. Für ihn stand am Ende ein Double-Double (21 Punkte, elf Assists) auf dem Scoutingbogen. Ein Sonderlob verdiente sich zudem Nuni Omot. Gießens Vierer blieb lange Zeit ohne Fehlwurf, letztlich avancierte er mit 24 Zählern zum Topscorer seines Teams.

Gießen 46ers: Starker McCullum und Omot

»Am Ende haben die Bayern gezeigt, wie erfahren sie sind. Unter dem Korb waren sie uns haushoch überlegen«, analysierte 46ers-Kapitän Dennis Nawrocki treffend. Er sagte aber auch, dass die Mannschaft alles geben werde, um dem immer realistischer werdenden Abstieg zu entgehen. »Abgestiegen sind wir noch nicht. Rechnerisch haben wir noch die Chance. Wir werden nicht aufgeben. Aber es müssen auch langsam Siege her.«

In der ersten Hälfte streuten die 46ers ab und zu eine Zonenverteidigung ein, aus dem Rhythmus brachten sie die cool ihr Programm abspulenden Münchner damit nicht. Die gingen meist über ihren Brettspieler Thomas, der hochprozentig traf. Doch immer wieder waren es McCullum oder Omot, die dagegenhielten, sodass der Abstand zur Halbzeit nur neun Punkte (39:48) betrug.

Die für die Playoffs qualifizierten Bajuwaren ließen es weiter im Stil einer Spitzenmannschaft angehen. Gießen blieb aber dran. Ein Highlight in diesem Abschnitt der Dreier von Eigengewächs Tim Uhlemann zum 57:69 - sein erster in der BBL. Mit der 73:62-Führung der Gäste ging es in das finale Viertel, das die 46ers knapp mit 23:22 für sich entschieden. Die Zuschauer in der Osthalle bekundeten ihren Respekt mit viel Applaus - trotz der Niederlage.

Gießen 46ers: Am Mittwoch Spiel in Bonn

»Wir haben alles gegeben und gekämpft bis zum Schluss. Wir müssen uns so schnell wie möglich regenerieren, denn schon am Mittwoch haben wir die nächste Gelegenheit«, sagte Gießens Trainer Strobl. Und dann wird es beim Tabellenführer in Bonn sicherlich nicht leichter für seine Mannschaft.

Gießen: McCullum (21), Omot (24), Nawrocki (8), Kraushaar (4), Laksa (6), Begue, Uhlemann (3), Binapfl, JD Miller (3), Koch (7), Fayne II (9)

Bayern: Weiler-Babb, Thomas (34), Obiesie, Jaramaz (2), George (14), Obst (15), Djedovic (5), Zipser, Rubit (13), Sisko (4), Schilling (6), Radosevic (2)

Viertelergebnisse: 20:24, 19:24, 23:25, 23:22

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