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Abstieg aus der Basketball-Bundesliga besiegelt - Enttäuschung bei Bjarne Kraushaar (l.) und John Bryant von den Gießen 46ers.

Gießen 46ers

Abstieg der Gießen 46ers besiegelt

  • Wolfgang Gärtner
    vonWolfgang Gärtner
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Ein ganz bitterer Abend für die Gießen 46ers: Nach der 90:99-Niederlage beim Playoff-Teilnehmer Brose Bamberg ist der sportliche Abstieg aus der Basketball-Bundesliga für das Team von Trainer Rolf Scholz vorzeitig besiegelt.

Die Gießen 46ers haben die Zeit der Ungewissheit einen Spieltag vor dem Hauptrundenende hinter sich gebracht. Nach der 90:99-Niederlage bei Brose Bamberg haben die 46ers keine Chance mehr auf den Klassenerhalt in der Basketball-Bundesliga. Nach 2013 ist das der zweite sportliche Abstieg des Traditionsklubs aus dem Oberhaus.

Dementsprechend war die Gemütslage bei den Verantwortlichen der Gießen 46ers. Klar, sie wussten schon seit einer geraumen Zeit, dass sie nur ein kleines Wunder hätte retten können. Aber - wie so oft in diesen eigentlich aussichtslosen Fällen - stirbt die Hoffnung zuletzt.

Gießen 46ers: Ausfall von Bowman, Thomas, Zylka und Stark

» Wir wollen den Schwung aus den letzten Spielen mit in das heutige nehmen«, sagte Scholz noch voller Zuversicht Minuten vor der bedeutsamen Partie. Er sprach an, dass es wichtig sei, vielseitige Lösungen gegen die aggressive Defense der Bamberger zu finden, Stopps zu generieren und die Bretter zu kontrollieren. Gießens Spielmacher Bjarne Kraushaar wollte von dem Wort »Druck« nichts hören. Er entgegnete voller Selbstbewusstsein: »Genau für solche Momente lebt man.« Er sah das Teamspiel als einen Schlüssel für den Sieg.

Das Team war aber personell ganz schön geschrumpft. Scholz musste erneut auf die verletzten »Oldies« Brandon Thomas sowie Brandon Bowmann und kurzfristig auf die stark angeschlagenen Jonathan Stark (Handverletzung) und Ferdinand Zylka (Rückenschmerzen) verzichten.

Scholz vertraute der erfolgreichen Startaufstellung aus den letzten beiden Spielen mit Diante Garrett, Isaac Hamilton, Alen Pjanic, Scottie James Jr. und John Bryant. Doch die erste Fünf fand überhaupt keinen Rhythmus. Die motivierten Bamberger trafen indes vier von vier Dreiern und führten nach vier Minuten bereits mit 14:4. Scholz reagierte sofort und versuchte, den Lauf mit einer Auszeit zu stoppen. Vergebens: Die Oberfranken spielten groß auf, bedingt aber auch durch eine nicht vorhandene Defense der Gießener, und hatten gegen völlig desorientierte Mittelhessen leichtes Spiel. Die Folge: Nach den ersten zehn Minuten stand es sage und schreibe 37:16 für den Gastgeber.

Gießen 46ers: 16:37 nach dem ersten Viertel in Bamberg

Als hätte es Bambergs Coach Johan Roijakkers geahnt, was auf sein Team im zweiten Viertel zukommen würde, Bereits nach 69 gespielten Sekunden und dem 4:0-Lauf der Gäste aus Hessen nahm er eine Auszeit, um jeglichen Schlendrian in seiner Mannschaft zu unterbinden. Das deutliche Zeichen ihres Chefs verstanden seine Akteure und reagierten prompt: 49:31 hieß es nach 15 Minuten für die Hausherren. Doch die Gießener ließen sich nicht abschütteln, knüpften an die Leistungen der letzten beiden Siege an. Allen voran James Jr,, der im Angriff Akzente setzte. Der sprunggewaltige Center lief heiß und zeichnete allein in diesem Durchgang für 14 Punkte verantwortlich.

So richtig angekommen in der Brose-Arena war die Scholz-Truppe, als erst Pjanic per Dreier auf 41:50 stellte und James Jr. mit Dunking den Abstand auf sieben Punkte reduzierte. Letztlich spielten die 46ers die Bamberger im zweiten Quarter in Grund und Boden (32:19) und gingen mit einem Acht-Punkte-Rückstand (48:56) in die Pause.

Gießen 46ers: Furiose Aufholjagd zum 69:74

»Wir geben nicht auf«, erklärte der kämpferische 46ers-Geschäftsführer Stephan Dehler in der Halbzeit. Und seine 46ers setzten das in die Tat um - mit einem 8:2-Lauf zum 56:58 (24.), bei dem Bryant stark aufspielte (Double-Double, 22 Punkte, 13 Rebounds). Mit dem 74:69 für Bamberg ging es ins finale Viertel.

Die letzten Minuten waren nichts für schwache Nerven. Aber nach dem foulbedingten Ausscheiden von James Jr. konnte Scholz in dem intensiv geführten Spiel nur noch auf eine Sechser-Rotation zurückgreifen - letztlich zu wenig, um den für den Klassenerhalt dringend benötigen Sieg einzufahren.

Gießen 46ers: Abschied aus der BBL am Sonntag gegen Braunschweig

Im letzten Spiel der Saison am Sonntag gegen Braunschweig (15 Uhr, Osthalle) will sich die Mannschaft von Trainer Rolf Scholz erhobenen Hauptes aus der Basketball-Bundesliga verabschieden.

Bamberg: Lockhart (3), Plescher, Seric, Fieler (7), Hall (18), Ogbe (12), Thompson (4), Vitali (6), Hundt (9), Sengfelder (15), Kravish (10), Larson (15).

Gießen: Hamilton (12), Kraushaar (2), Pjanic (5), Garrett (26), James Jr. (16), Brown (7), Bryant (22), Stark, Zylka, Köpple, Uhlemann (alle n. e.).

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