Gießen 46ers

46ers wollen Bremerhavener Niederlagen-Serie verlängern

  • Markus Konle
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Die Gießen 46ers sind am Mittwoch der Favorit bei den Eisbären Bremerhaven. Die Norddeutschen haben 13 Niederlagen in Folge kassiert. 46ers-Coach Ingo Freyer warnt sein Team dennoch.

Denn so schlecht wie sein Tabellenstand ist der Vorletzte nicht, meint Freyer. Er erinnert sich ungern an den 13. Oktober 2018. An jenem Samstagabend verloren die 46ers am dritten Spieltag der Basketball-Bundesliga mit 87:89 gegen jene Bremerhavener, die danach nur noch einen weiteren Sieg geholt haben – beim 98:87 in Jena. Klar ist auch: Wollen die 46ers aussichtsreich im engen Rennen um die Playoffs bleiben, dürfen sie sich am Mittwoch (Sprungball: 19 Uhr) keinen Ausrutscher in der Stadthalle Bremerhaven erlauben.

Status quo: Der 99:90-Sieg der Gießener gegen Ulm am Samstag war die richtige Antwort auf die Heimniederlage eine Woche zuvor gegen Würzburg. Mit 20:20 Punkten haben die 46ers noch alle Chancen auf die Playoffs. Besonders erfreulich gegen Ulm: Die gute Verteidigungsleistung, das mannschaftsdienliche Spiel mit sagenhaften 30 Assists, von denen alleine Jared Jordan 14 verteilte, und fünf Profis, die zweistellig punkteten. Ebenso erfreulich: Alle Spieler sind fit am Dienstagmorgen in den Bus gen Nordwesten gestiegen. In Bremerhaven bat Freyer nach einer geplanten Sieben-Stunden-Anfahrt bereits am Abend zum Training, am Mittwochmorgen steht eine weitere Einheit auf dem Programm. Nach der Partie in Bremerhaven haben die Gießener eine zweieinhalbwöchige Spielpause – und die Profis dürfen sich auf einige freie Tage freuen, ehe der Saisonendspurt mit den Begegnungen gegen Bamberg (2. März), in Bayreuth (8. März) und gegen Berlin (17. März) beginnt.

Der Gegner: An der Küste weht ein rauer Wind angesichts von 13 verlorenen Spielen in Folge. Bereits nach Niederlage Nummer vier entließen die Norddeutschen Trainer Arne Woltmann. Sein Job übernommen hat Dan Panaggio. Der US-Amerikaner war im Sommer als Investor und Berater bei den Eisbären eingestiegen. Im September übernahm er den Posten des Sportdirektors, seit Mitte Dezember ist der 64-Jährige nun auch Trainer. Doch auch unter Panaggio, als Assistenztrainer von Phil Jackson bei den Los Angeles Lakers zweimal NBA-Champion (2009 und 2010), gelang den Bremerhavenern noch kein weiterer Erfolg, obwohl in Darious Moton und Durrell Summers zwei neue Amerikaner für Jordan Brangers und Gilbert Brown geholt wurden. Allerdings haben die Eisbären einige knappe Ergebnisse erzielt. So lieferten sie zum Beispiel am Sonntag den Baskets Oldenburg im Derby einen harten Kampf, verloren nach einem schlechten Auftaktviertel (18:27) nur knapp mit 83:88. "Bremerhaven sucht oft die Eins-gegen-eins-Duelle. Da werden wir in der Verteidigung vor ganz andere Herausforderungen wie gegen Ulm gestellt", sagt Coach Freyer.

Schlüsselspieler: Auffälligster Profi der Bremerhavener ist der routinierte Pointguard Chris Warren, der im Schnitt auf 17,6 Punkte und 5,5 Assists kommt – und dabei vor allem aus der Distanz gefährlich ist. Im Hinrundenspiel legte er 24 Punkte und elf Assists auf und hatte maßgeblichen Anteil daran, dass sein Team in Gießen einen zwischenzeitlichen 15-Zähler-Rückstand noch umbog. Im Schnitt zweistellig punkten außerdem die Shootingguards Eston Turner (12,9) und Summers (10,0) sowie der 2,11 m große Center Keith Benson (11,7). Turner pausierte zuletzt wegen einer Oberschenkelverletzung, soll aber heute Abend sein Comeback geben. Nicht zu vergessen: Der bullige Ex-NBA-Profi Darnell Jackson, der sich im Oktober ein packendes Duell mit Gießens All Star John Bryant lieferte. Kein Wunder, dass 46ers-Coach Freyer keine Gefahr sieht, dass einer seiner Spieler den Gegner aufgrund dessen schwieriger Situation auf die leichte Schulter nimmt: "Kein Mensch wird die Bremerhavener unterschätzen."

Das sagt Freyer: Es ist sehr überraschend, dass die Bremerhavener so viele Spiele verloren haben. Die Spieler, die sie haben, sind sehr erfahren und individuell sehr stark. Jeder von ihnen kann heißlaufen.

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