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Geschäftsführer und Sportdirektor Michael Koch verlässt Basketball-Erstligist Gießen 46ers am 30. Juni.

Gießen 46ers

Gießen 46ers und Michael Koch trennen sich

  • Wolfgang Gärtner
    vonWolfgang Gärtner
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Überraschung bei den Gießen 46ers: Der stark abstiegsbedrohte Basketball-Erstligist und sein geschäftsführender Sportdirektor Michael Koch gehen nach dem Ende der Saison 2020/21 getrennte Wege. Das teilte der Klub mit. Koch selbst war zu einer Stellungnahme nicht zu erreichen.

In der Pressemitteilung, in der sich niemand direkt zitieren lässt, äußert sich der Aufsichtsrat als Ganzes und gibt verschiedene Gründe für die Maßnahme an. Die Quintessenz lässt sich kurz und prägnant zusammenfassen: Für eine Weiterbeschäftigung von Koch fehlen einfach die finanziellen Mittel.

Verwunderlich ist der Zeitpunkt der Bekanntgabe. Immerhin befinden sich die auf dem Abstiegsplatz 17 stehenden Gießen 46ers nach dem Samstag-Heimcoup gegen den FC Bayern München sportlich im Aufwind. Die Meldung der Koch-Trennung dürfte aber für Unruhe im Umfeld sorgen. Vor allem vor dem bedeutsamen Auswärtsspiel am Mittwoch in Göttingen. Zudem führte der Klub an, dass er sich in der nächsten Woche zur Zukunftsausrichtung erklären werde. Gründe, warum die Personalie Koch nicht an dieser Stelle abgearbeitet wird, sind nicht ersichtlich.

Der gebürtige Licher und ehemalige MTV- wie Nationalspieler trat seine Doppelfunktion am 1. März 2020 zu Beginn der Corona-Pandemie an, nach 16 Monaten endet sie nun am 30. Juni. Koch löste zu jener Zeit Heiko Schelberg als Geschäftsführer ab. Eine Vertragslaufzeit war bei Koch in seinem Kontrakt nicht festgeschrieben. Als Koch verpflichtet wurde, war die Euphorie groß. Endlich besaßen die Gießen 46ers in der Führungsetage einen Mann mit der nötigen Basketball-Kompetenz. Die Position des Geschäftsführers war für den 55-Jährigen dagegen absolutes Neuland.

Später bekam Koch Stephan Dehler als geschäftsführenden Gesellschafter zur Seite gestellt, der unentgeltlich arbeitet und den kaufmännischen und organisatorischen Bereich abdeckt. Auf Anfrage dieser Zeitung erklärte Dehler, dass er sich vorstellen könne, diese Funktion auch weiterhin zu bekleiden. Vorausgesetzt, der Aufsichtsrat gebe seine Einwilligung dafür.

Da der Posten des Sportdirektors wegfällt, würden dann die sportlichen Angelegenheiten ausschließlich im Aufgabenbereich der Trainer liegen. Das allerdings birgt die Gefahr, mit einem neuen Cheftrainer auch immer wieder eine neue sportliche Ausrichtung zu erhalten.

Koch geriet zuletzt in die Kritik. Ihm warf man vor, dass er bei der Zusammenstellung der Mannschaft Fehler begangen habe.

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