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Gießens Duke Shelton (rotes Trikot) behauptet sich gegen die Übermacht der Shanghai Sharks mit Max Zhang (Mitte) und Hanchen Luo (33).

Basketball

Gießen 46ers: Spektakel gegen Shanghai

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Die Osthalle gut gefüllt, ein mit Höhepunkten gespicktes Spiel und am Ende ein 84:76 (45:44)-Sieg. Der erste Test der Gießen 46ers gegen die Shanghai Sharks war ein voller Erfolg.

Für ein Testspiel war es eine gute Kulisse in der Sporthalle Ost: 974 Zuschauer, darunter viele jugendliche Basketballer aus dem ganzen Kreisgebiet, die von der Volksbank mit neuen Trikotsätzen ausgestattet worden waren, hatten trotz der tropischen Temperaturen den Weg in die Spielstätte der 46ers gefunden, um mit den Shanghai Sharks den exotischsten Testspielgegner seit Jahren zu bestaunen und einen ersten Blick auf die neue Mannschaft zu werfen.

Sie sollten nicht enttäuscht werden: Beide Teams drückten von der ersten Sekunde an das Gaspedal voll durch: Forward Luke Petrasek eröffnete das Spiel mit einem Dreier, ehe die Gäste aus China sich eine 9:3-Führung erspielten und Ingo Freyer zu einer ersten Auszeit zwangen. Doch als John Bryant - der Kapitän stand nicht in der ersten Fünf - ins Spiel kam, drehte sich das Spiel langsam zugunsten der Gießener: Alexander Abreu bediente Jordan Barnett aus dem Einwurf heraus für einen Alley-Oop, Duke Shelton drückte den Ball von oben durch den Ring, Petrasek räumte hinten einen Gegenspieler ab - wer auf Spektakel gehofft hatte, kam auf seine Kosten.

Die 46ers zeigten viel Energie und Teamgeist: Jeder Korb wurde von den Teamkollegen frenetisch beklatscht, in der Defensive jeder Mitspieler angefeuert. Während sich Guard Teyvon Myers als Flummi präsentierte, der trotz seiner geringen Körpergröße problemlos über Ringniveau abschließen kann und mit einem 1000-Watt-Grinsen die Halle erleuchtet, zeigte sich Forward Petrasek als mobiler Spieler, der sowohl offensiv als auch defensiv bis zur Dreierlinie agieren kann. Zuverlässigster Mann war allerdings ein alter Bekannter: Brandon Thomas erzielte bis zur Pause 17 Zähler und war somit hauptverantwortlich für die knappe 45:44-Führung zur Halbzeit.

Nach dem Seitenwechsel kamen die Gießener besser ins Spiel, zogen langsam davon. Die Chinesen ließen zwar nicht abreißen, hatten aber ihre Probleme mit der aktiven Defensive der Gießener, die in den Passwegen wilderten. Einzig Powerforward Hanlin Dong, ein kräftiger, physischer Vierer, war von den 46ers kaum zu kontrollieren und hielt seine Farben beim 70:62 für Gießen vor dem Schlussviertel im Spiel. Trotz einer mauen Performance von Pointguard Alexander Abreu, der am Ende trotz neun Wurfversuchen aus dem Feld ohne Punkte blieb, und Bryant, der mit sechs Pünktchen die Partie beendete und noch nicht austrainiert wirkte, ohne die angeschlagenen Youngster Alen Pjanic und Bjarne Kraushaar, dafür aber mit Rackelo Wyatt Lohaus - am Ende behielten die Gießener die Oberhand: Zwar trafen die 46ers nur 38 Prozent ihrer Würfe aus dem Feld, verloren aber nur sechsmal den Ball und konnten am Ende erstmals mit ihren Fans feiern, während die Gäste aus Shanghai mit einigen Landsleuten auf der Tribüne abklatschten.

Trainer Ingo Freyer war mit der Performance seiner Mannschaft im Grundsatz zufrieden: "Teilweise hat man gesehen, was wir machen wollen, vor allem in der Defense - aber diese Art der Verteidigung kannst du besser spielen, wenn du fit bist. Wir sind nach zwei Vorbereitungswochen müde und haben einige Verletzte - Teyvon Myers ist erst seit zwei Tagen wieder im Training." Auch im Angriff hatte der Headcoach noch den ein oder anderen Kritikpunkt: "In der Offensive haben wir bislang noch nicht gegen eine Zonenverteidigung trainiert. Nach so kurzer Zeit und mit zwei Spielern aus der G-League, Jordan Barnett und Luke Petrasek, die sich erst noch an die Spielweise in Europa gewöhnen müssen, haben wir natürlich noch Baustellen, aber das wussten wir auch vorher. In zwei Wochen wird das besser aussehen. Aber insgesamt war das Spiel okay."

Gießen: Shelton (8), Myers (14), Köpple (n.e.), Uhlemann (n.e.), Abreu, Okpara (11), Petrasek (9), Barnett (14), Lohaus (2), Thomas (20), Bryant (6).

Shanghai: Cai (10), Huang (15), Tang, Xudong Luo (n.e.), Dong (22), Zhu (2), Max Zhang, Chunjun Zhang (6), Hanchen Luo (15), Shi (6).

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