Thomas Scrubb auf Krücken. (Foto: mv)
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Thomas Scrubb auf Krücken. (Foto: mv)

Saisonaus

46ers müssen auf Scrubb verzichten

  • Wolfgang Gärtner
    vonWolfgang Gärtner
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Hiobsbotschaft für die Gießen 46ers: Thomas Scrubb fällt wegen einer komplizierten Fußverletzung bis zum Saisonende aus. Und Justin Sears schlägt sich mit einer Entzündung im Fußbereich herum. Keine gute Ausgangslage für die 46ers vor dem Heimspiel am Sonntag um 15.30 Uhr in der Osthalle gegen Rasta Vechta.

Zu den ausfallenden Scrubb und Sears gesellt sich noch Andreas Obst, der weiterhin seine Verletzung am Schambein auskurieren muss . Das erste Heimspiel der Bundesliga-Basketballer von der Lahn im neuen Jahr steht unter keinem guten Stern. "Von einer guten BBL-Mannschaft sind wir derzeit substanziell ein weites Stück entfernt", analysiert Gießen Headcoach Denis Wucherer.

Das Lazarett: Kurz vor dem Ende im Derby am 8. Januar in Frankfurt knickte Scrubb mit seinem rechten Fuß um. Das ganze Dilemma trat dann erst später in Erscheinung, da er einen Tag nach der Partie für eine Woche in seine Heimat Kanada flog. So kam die bittere Erkenntnis erst nach der Rückkehr nach Gießen: Der Flügelspieler hatte sich im Hessenderby mehrere Bänder im Fuß gerissen und zudem eine Knochenabsplitterung zugezogen. "Eine komplexe Fußverletzung", wie es Wucherer am Donnerstag formulierte. In der Frankfurter Halle hatte der Forward bei ersten Tests mit Physio Lukas Lai und Teamarzt Dr. Wolfgang Leutheuser keine Beschwerden geäußert. Nach den kürzlich erfolgten eingehenden Untersuchungen bei Dr. Leutheuser und einer weiteren Vorstellung bei einem Fußspezialisten in Frankfurt ist Scrubb seit Mittwoch in einen Gipsschuh gelegt worden und hat in der nächsten Woche einen OP-Termin.

Scrubb dürfte drei bis vier Monate ausfallen, sodass er in dieser Saison nicht mehr zum Einsatz kommen wird.

Gestern Abend war der 25-jährige Kanadier beim 46ers-Neujahrsempfang in der Admiral Music Lounge. Auf Krücken humpelte er zum Buffet. Sein Bruder Philip muss bereits die komplette Saison aussetzen. Der Guard der Frankfurt Skyliners laboriert an einem Knorpelschaden im Knie. Bei den Gießen 46ers hat es aber nicht nur Scrubb erwischt. Center Justin Sears kann seit zehn Tagen nicht trainieren. Er hat eine Entzündung im Fußbereich und wird auch bis zum Sonntag nicht fit sein, so Wucherer. Und beim Shootingguard Andreas Obst gibt es bei seiner Verletzung (Schambeinentzündung) nichts Neues zu vermelden. Nur dass er heute einen MRT-Termin hat, der weiteren Aufschluss über die Verletzung geben wird.

Ersatz für Scrubb: Natürlich hat Wucherer längst die Fühler nach einem möglichen Ersatz für seinen Leistungsträger ausgestreckt. "Wir gucken, ob wir jemanden finden, der zu uns passt", sagt der Coach. Mit Scrubb fehlt Wucherer ein extrem wichtiger Spieler, der neben Cameron Wells fast nicht zu ersetzen ist und zudem auf hohem Niveau produziert. Namen möglicher Kandidaten als Scrubb-Ersatz wollte Wucherer nicht nennen.

Status quo: Fast sechs Wochen ist es her, dass die 46ers zuletzt in ihrer Heimhalle randurften, das war am 10. Dezember bei der Niederlage gegen Ludwigsburg. Sicherlich freuen sich die Männer um Lokalmatador Benjamin Lischka auf die eigenen Fans. Möglicherweise werden sie durch die Ausfälle von Scrubb, Sears und Obst enger zusammenrücken. "Von jedem muss mehr kommen. Gegen Vechta ist jeder gefragt. Jeder einzelne und die Mannschaft muss am Limit spielen. Sonst werden wir gegen Vechta, auch wenn das hart klingt, keine Chance haben", sagt Wucherer.

Der Gegner: Rasta Vechta steht weiter mit dem Rücken zur Wand. Einen Sieg aus 17 Spielen hat die Mannschaft von Trainer Andreas Wagner bisher erst eingefahren. Der Aufsteiger, der auf dem vorletzten Rang steht und den einzigen Erfolg Ende Oktober letzten Jahres in Frankfurt feierte (68:61), hat sich kürzlich nochmals personell verstärkt. Stieß vor dem Jahreswechsel Flügelspieler Larry Gordon zu den Niedersachsen und war bereits im Hinspiel gegen die 46ers aktiv (87:83 für die Mittelhessen), schloss sich nun Guard Rashaun Broadus den Rasta-Männern an.

Der 32-Jährige stand zuletzt beim litauischen EuroCup-Teilnehmer BC Lietuvos Rytas im Dienst. Mit dem amerikanischen Spielmacher hat Vechta einen international erfahrenen Spieler geholt, der zudem die albanische Staatsbürgerschaft besitzt. In Vilnius agierte der 1,80 m große Broadus sechs Jahre lang auf der Eins, spielte im Schnitt 20 Minuten und erzielte dabei durchschnittlich 7,3 Punkte bei 3,2 Assists. Bei seinem Debüt gegen Berlin – das beim 69:80 nicht von Erfolg gekrönt war – deutete der Routinier sein Potenzial an. Zwar blieb er mit zwei Zählern punktemäßig blass, dafür bediente er aber seine Mitspieler achtmal glänzend. "Das ist eine Mannschaft, die eine Menge Substanz hat. Sie geht nun mit frischem Wind in die zweite Saisonhälfte", so Wucherer.

Das sagt Wucherer: "Derzeit wird es alles andere als einfach, ein Spiel in der Bundesliga zu gewinnen. Am Sonntag sind wir nicht in der Favoritenrolle. Wenn es nach den Ergebnissen der ersten Halbzeiten gehen würde, müsste Vechta unter den ersten fünf Teams der Liga sein. Aber sie schaffen es nicht, die hohe Energie und Intensität aus der ersten Halbzeit beizubehalten. Unser Ziel kann es nur sein, im letzten Viertel in Schlagdistanz zu sein. Dann glaube ich, stehen die Chancen ganz gut, dass wir gewinnen."

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