Gießen 46ers

46ers-Chef Schelberg: Bryant-Abgang reine Spekulation

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Heiko Schelberg redet nicht um den heißen Brei herum. Dass John Bryant nach Ulm gehen werde, bezeichnet der Boss der Gießen 46ers als Spekulation. Für Sommer kündigt er Veränderungen an.

Update, 13. Mai, 10.27 Uhr: Nach der Derby-Niederlage gegen die Fraport Skyliners hat sich Manager Heiko Schelberg in der Causa John Bryant noch einmal zu Wort gemeldet. "Wir setzen weiter auf ihn. Aber eine 100-prozentige Garantie, dass er weiter für die Gießen 46ers spielt, gibt es nicht", erklärt er. Aus gutem Grund. 

Erstmeldung, 6. Mai, 17.36 Uhr: Das Gesicht der Gießen 46ers wird sich in der nächsten Spielzeit 2019/20 verändern. Das bestätigte Geschäftsführer Heiko Schelberg im Interview mit dieser Zeitung. Der 46-Jährige wird sich nicht scheuen, auch die eine oder andere unpopuläre personelle Entscheidung zu treffen. Das Gerücht, dass Kapitän John Bryant nach Ulm wechseln werde, verweist er in das Reich der Fabeln. Und Thorsten Leibenath, Ulms aktueller Headcoach, sagte gestern auf Anfrage: "John Bryant hat bei uns nicht unterschrieben. Wir sind auch derzeit nicht auf dem Spielermarkt aktiv, da wir erst einmal einen Trainer für die kommende Saison brauchen." Leibenath, der früher in Lich und Gießen als Coach fungierte, wird in der neuen Spielzeit Sportdirektor bei den Ulmern.

Am Sonntag war das letzte Heimspiel der Saison. Wie fällt Ihr Fazit bezüglich der sportlichen Leistung Ihres Teams in der Osthalle, der Zuschauerresonanz sowie der Stimmung aus?

Heiko Schelberg: Unsere Zuschauer und Fans haben ein sensibles Gespür. Es war eine sehr anspruchsvolle Saison in puncto Emotionen. Wir sind gut gestartet und haben in zahlreichen Spielen für ein Offensivspektakel gesorgt, aber auch in vielen Spielen für ein Defensivdebakel. In der Saison war wesentlich mehr drin, aber in manchen Partien konnten wir gar nicht vorne so viele Punkte erzielen wie wir hinten gefangen haben. Auch das Thema Einstellung, Aggressivität, mal dort hinzugehen, wo es wehtut – das hat uns das eine oder andere Spiel gekostet. Ich bin der festen Überzeugung, wenn wir in einigen Spielen so engagiert zur Sache gegangen wären wie in der ersten Halbzeit gegen die Bayern, dann würden wir noch um die Playoffs mitspielen.

Wie weit ist die Kaderplanung für die Saison 2019/20 fortgeschritten?

Schelberg: Die Schwächen sind ausgemacht. Wir gehören offensiv zu den stärksten Mannschaften in der BBL, zu denen, die die meisten Punkte erzielen. Wir haben ein ganz klares Defizit in der Defense. Da müssen wir nachjustieren, eine ganz andere Balance und Ausgeglichenheit finden. Das werden wir zur kommenden Saison umsetzen. Dementsprechend werden wir uns nach dem Saisonende explizit dazu äußern. Aber dass es Veränderungen geben wird, ist jedem klar.

Was ist an dem Gerücht dran, dass John Bryant trotz seines Vertrages nach der Saison nach Ulm geht?

Schelberg: Mir ist davon überhaupt nichts bekannt. Das ist reine Spekulation. Mir liegen zum jetzigen Zeitpunkt keine offiziellen Anfragen für John Bryant vor.

Sehen die Fans Gießens Eigengewächs Alen Pjanic auch in der kommenden Saison im Trikot der 46ers?

Schelberg: Wir haben Alen ein Angebot unterbreitet. Er hat seine Vorstellung, wir unsere. Wir sind auf einem guten Weg. Aber klar ist auch, dass Alen gegen die großen Gegner die Grenzen aufgezeigt bekommt. Da ist noch unheimlich viel Arbeit zu tun, damit er ein gestandener BBL-Spieler wird. Das muss ihm klar werden. Er wird momentan zu Recht gelobt und gefeiert. Nichtsdestotrotz haben wir eine Gehaltshierarchie, die wir auch einhalten werden – und die gilt auch für Alen. Aber ich bin positiv gestimmt. Und es sollte auch in seinem Sinne sein, sich intensiv Gedanken zu machen, in Gießen zu bleiben. Hier hat er alles, was er braucht – auch einmal das Auffangbecken, wenn es sportlich bei ihm mal nicht so läuft.

Was gibt es Neues in Sachen Hallen-Neubau?

Schelberg: Ich kann nur das bestätigen, was die Stadt gesagt hat, dass wir in konstruktiven Gesprächen sind. Wir sind uns alle einig, dass dies ein Projekt ist, das nicht von heute auf morgen umgesetzt wird. In Würzburg ist schon seit acht Jahren das Thema Hallen-Neubau in der Planungs- und Findungsphase. Einige Parameter passen, einige müssen wir noch passend machen. Das ist aber ein Mega-Projekt. Ob wir das gestemmt bekommen, kann ich nicht beurteilen. Das hängt auch nicht von uns, den Gießen 46ers, ab. Es hängt ausschließlich von der Stadt, vom Land Hessen und von gewissen Investoren ab, die wir zur Umsetzung benötigen. Aber klar ist auch: Weitere vier Jahre in der Osthalle werden wir den Ansprüchen und den Standards der BBL nicht mehr gerecht werden. Und das ist eine ganz klare Nettobotschaft meinerseits.

Wie haben Sie vom Aufstieg der Fußballer des FC Gießen in die Regionalliga gehört?

Schelberg: Ich habe am Sonntagmorgen den Fernseher angemacht und mir die Reportage in der "Hessenschau" vom Samstag angeschaut, die wiederholt wurde. Glückwunsch an den FC Gießen. Ich finde das gut. Sie haben ihren Job erfüllt. Aber es wird schwer werden in der Regionalliga. Das wird keine einfache Saison, aber ich drücke ihnen die Daumen.

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