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Sepp Maier zählt DFB-Kapitän Neuer an – und sorgt sich um die Schulter der Nation

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Von: Christoph Klaucke

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Sepp Maier verliert seinen WM-Rekord an Manuel Neuer. Die Bayern-Legende macht den Nationalkeeper für zwei Gegentore mit verantwortlich.

Doha – Wenn die deutsche Nationalmannschaft heute (1. Dezember) gegen Costa Rica ums Weiterkommen bei der WM 2022 spielt, wird der DFB-Kapitän ganz besonders im Blickpunkt stehen. Manuel Neuer dürfte gegen den Außenseiter, dem womöglich ein Punkt fürs Achtelfinale reicht, zwar nicht allzu viel zu tun bekommen.

Allerdings stellt der Torhüter des FC Bayern mit seinem 19. Einsatz bei einer Weltmeisterschaft einen neuen Rekord auf und überholt damit den Brasilianer Claudio Taffarel sowie ausgerechnet Sepp Maier. Die Torwart-Ikone und Bayern-Legende kritisiert die zuletzt gezeigten Leistungen Neuers.

Manuel Neuer
Geboren: 27. März 1986 (Alter 36 Jahre), Gelsenkirchen
Position: Torwart
Verein: FC Bayern
Länderspiele: 116 (Stand: 1. Dezember 2022; 14 Uhr)
WM-Spiele: 18 (Stand: 1. Dezember 2022; 14 Uhr)

WM-Rekord: Manuel Neuer überflügelt Bayern-Legende Sepp Maier

Zunächst Ehre, wem Ehre gebührt. Sepp Maier gratuliert Neuer von ganzem Herzen für den neuen Torwart-Rekord und ist seinem Nachfolger auch nicht böse, dass dieser ihn verdrängt hat. „Mich freut es sehr für Manuel, er hat es sich verdient“, sagte der Weltmeistertorhüter von 1974 in einem Interview mit dem Sportbuzzer.

„Manuel ist der beste Torhüter der Welt – und wer weiß, vielleicht spielt er in knapp vier Jahren noch eine WM? Dann kann Manuel auch 30 Spiele vollmachen“, blickt Maier sogar Richtung nächster WM 2026 voraus. Bayern-Vorstandsboss und Ex-Torwart Oliver Kahn hatte jüngst betont, dass Neuer „auch noch bis 40 oder mit über 40“ weitermachen könne. So könne man den Vertrag auch jede Saison um ein weiteres Jahr verlängern.

Manuel Neuer wird im WM-Spiel gegen Japan im kurzen Eck überlistet.
Manuel Neuer wird im WM-Spiel gegen Japan im kurzen Eck überlistet. © Robert Michael/dpa

WM 2022: Sepp Maier kritisiert Neuer – „Nicht so glücklich, finde ich“

Trotz des neuen WM-Rekords (Sendetermine des DFB-Teams) ist Maier von Neuers aktueller Form nicht sonderlich begeistert. „Nicht so glücklich, finde ich“, sagte der 78-Jährige, mit dem Zusatz: „Wie aber auch die Leistung der gesamten Mannschaft im ersten Spiel gegen Japan.“ Beim 1:2 gegen die Blue Samurai machte Neuer bei beiden Gegentoren eine unglückliche Figur, verhinderte mit starken Paraden aber auch Schlimmeres.

„Beim ersten Gegentor konnte Manuel den Schuss leider nur nach vorne in die Füße des Gegners abwehren“, erklärte Maier. „Beim zweiten Gegentreffer von Takuma Asano hat er ein bisschen dumm ausgeschaut, denn aus diesem spitzen Winkel darf normalerweise kein Tor fallen. Wenn der Japaner 1000-mal schießt, geht der Ball einmal rein.“ Neuer machte die Torwartecke auf, als Reaktion auf seine angeschlagene linke Schulter?

Deutschland bei der WM: Sepp Maier sorgt sich um Neuers Schulter

„Ich habe mir am TV einmal Sorgen gemacht als er nach einer Parade die Schulter so durchgestreckt und dort hingelangt hat. Zu wirklich 100 Prozent fit ist er nicht, glaube ich“, meinte Maier, der aus eigener Erfahrung spricht. „Ich hatte auch mal eine Schultereckgelenk-Prellung, eine saublöde Geschichte – und monatelang damit zu kämpfen. Bei jeder Bewegung sticht es kurz in der Schulter. Für ein paar Wochen habe ich mich spritzen lassen gegen die Schmerzen, auch in der Halbzeit.“

„Heute noch habe ich auf meiner rechten Schulter so einen kleinen Huckel. Das Gute ist: Wenn ich da eine Reisetasche oder beim Einkaufen eine Tüte dranhänge, rutscht die nicht runter“, verriet Maier, der auch im fortgeschrittenen Alter seinen typischen Humor nicht verloren hat. Neuer verpasste vor der WM sieben Pflichtspiele aufgrund einer Schultereckgelenksprengung, für die letzten drei Bundesliga-Partien kehrte er aber rechtzeitig ins Tor zurück.

Sepp Maier: Deutschland trotz Neuer kein WM-Favorit

Maiers Meinung nach erreicht Deutschland sogar das WM-Halbfinale – auch dank Neuer. „Na logo, insgesamt ist er ja gut drauf“, gibt sich Maier zuversichtlich. Sein Favorit auf den Titel sind aber andere. „Die Spanier haben super gespielt, ganz stark. Deshalb war das 1:1 der Deutschen auch in Ordnung. Dagegen haben mich die Brasilianer trotz ihrer Siege noch nicht so überzeugt.“ Am Donnerstagabend geht es aber erstmal ums Achtelfinale, tz.de berichtet vom Gruppenfinale Deutschland gegen Costa Rica im Live-Ticker. (ck)

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