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„Sollte man schon dem FC Bayern überlassen“: Kahn mit vielsagender Antwort auf Watzke-Idee

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Von: Antonio José Riether

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Herbert Hainer machte sich für Oliver Kahn in der DFL-Führung stark, auch Aki Watzke wünscht sich eine Kandidatur des FC-Bayern-Vorstandes. Doch dieser reagierte nur zaghaft auf den Vorstoß.

Update vom 9. Dezember, 14.52 Uhr: Im Zuge der Vertragsauflösung der bisherigen DFL-Chefin Donata hopfen brachte der FC-Bayern-Präsident Herbert Hainer seinen Kollegen Oliver Kahn für eine Führungsposition ins Spiel. Auch DFL-Aufsichtsratschef Hans-Joachim Watzke zeigte sich am Donnerstag offen, was eine Zusammenarbeit mit dem Vorstandsvorsitzenden des FC Bayern betrifft. Kahn selbst reagierte nur zurückhaltend auf den Vorschlag.

DFL-Kandidatur nach Hopfen-Aus? Kahn reagiert schwammig auf Hainer-Vorstoß

„Ich habe zu Aki Watzke einen sehr guten Draht, wir tauschen uns zu allen wichtigen Themen aus“, sagte der ehemalige Nationalkeeper gegenüber Bild. Der FC Bayern werde „in dieser nicht einfachen Phase Verantwortung für den deutschen Fußball übernehmen. Um nichts anderes darf es jetzt gehen“.

Allerdings äußerte sich Kahn weder zu Plänen für ein konkretes Engagement noch zu der von Watzke erwünschten Kandidatur. „Wie das am Ende ausschaut, sollte man aber schon dem FC Bayern überlassen“, fügte der 53-Jährige hinzu.

DFL-Chaos: Hainer bringt Kahn ins Spiel - Watzke würde sich über Kandidatur freuen

München - Während der Weltmeisterschaft in Katar ist nicht allzu viel von den Verantwortlichen des FC Bayern zu hören. Am spielfreien Mittwoch stand Präsident Herbert Hainer beim Champions-League-Duell zwischen den FCB-Frauen und dem FC Barcelona jedoch wieder für Interviews bereit. Der 68-Jährige reagierte beim Streamingdienst DAZN auf die jüngsten Geschehnisse im deutschen Fußball und machte dabei eine interessante Ankündigung.

FC Bayern München
Gründung: 27. Februar 1900
Präsident: Herbert Hainer
Vorstandsvorsitzender: Oliver Kahn
Mitglieder: rund 295.000

FC Bayern: Herbert Hainer unterstützt Flick-Entscheidung und hofft auf „Schulterschluss“

Hainer wurde wenig überraschend auf die jüngsten Entscheidungen beim DFB angesprochen und stützte dabei den Beschluss, weiter an Bundestrainer Hansi Flick festzuhalten. „Ich finde das gut. Hansi Flick hat beim FC Bayern bewiesen, dass er eine Mannschaft erfolgreich trainieren kann, hat mit uns viele Titel gewonnen“, meinte der Dingolfinger.

Er sei „überzeugt davon, dass er das auch bei der Nationalmannschaft schaffen kann“, und wünscht sich nun mit Blick auf das nächste Turnier ein einheitliches Vorgehen. „Wir haben die Heim-EM vor der Nase 2024 und da heißt es jetzt: Schulterschluss, alle zusammen alle Kräfte bündeln, dass wir da nach vorne kommen und eine tolle Heim-EM spielen“.

DFL-Geschäftsführerin Donata Hopfen beendet ihre Tätigkeit vorzeitig

Auch den vorzeitigen Abschied der bisherigen DFL-Geschäftsführerin Donata Hopfen, die am Mittwoch ihren Rückzug nach einjähriger Amtszeit offiziell machte, kommentierte der Funktionär – und brachte einen unmittelbaren Kollegen ins Spiel.

Die Interessenvertretung Deutsche Fußball-Liga (DFL) besteht aus allen 36 Erst- und Zweitligisten und hat einen großen Einfluss auf den deutschen Profifußball. Eine besondere Verantwortung genießt die DFL, da sie die Verteilung der TV-Gelder an die 36 Mitglieder festlegt.

Nach Hopfen-Aus: Hainer bringt Kahn für DFL ins Spiel - „Sehr aktiv einbringen“

Wie Hainer betonte, sei eine starke DFL für den FC Bayern sowie die gesamte Liga „sehr, sehr wichtig“. Immerhin generierte der Rekordmeister im letzten Jahr 90 Millionen Euro aus Fernsehgeldern, was etwa 9 Prozent des Gesamtvolumens ausmacht.

„Da müssen wir uns alle zusammenschließen, und der FC Bayern wird sich da sehr aktiv, vor allem Oliver Kahn in der Person als Vorstandsvorsitzender, einbringen in den Prozess, die DFL weiter zu stärken“, sagte Hainer am Mittwochabend. Inwieweit sich Kahn künftig engagieren soll, ließ der ehemalige Adidas-Chef jedoch offen.

Die Führungsriege des FC Bayern: Herbert Hainer (r.) und Oliver Kahn (l.).
Die Führungsriege des FC Bayern: Herbert Hainer (r.) und Oliver Kahn (l.). © Frank Hoermann/imago

Dortmund-Boss Aki Watzke würde sich über Kahn-Kandidatur „persönlich freuen“

Ob der ehemalige Nationaltorhüter Kahn künftig wirklich eine feste Rolle in der DFL einnehmen wird, ist nach aktuellem Stand jedoch noch nicht bekannt. Erst am Donnerstagmittag gab BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim „Aki“ Watzke in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der DFL die Nachfolger von Donata Hopfen bekannt.

Axel Hellmann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von Eintracht Frankfurt, sowie Oliver Leki, Finanzvorstand des SC Freiburg, übernehmen bis Saisonende interimsweise die DFL-Führung. Beide Funktionäre bekleideten bislang schon Positionen innerhalb der DFL.

Dass sich Oliver Kahn möglicherweise in der Zukunft im Ligen-Zusammenschluss engagieren wird, ist laut Watzke durchaus denkbar. „Das einfachste, direkteste und unkomplizierteste wäre, wenn Oliver Kahn für das Präsidium kandidiert. Ich würde mich persönlich freuen“, meinte der 63-Jährige bei der Pressekonferenz am Donnerstag.

„Hinweis hätten wir nicht gebraucht“: Watzke mit Seitenhieb gegen FCB-Präsident Herbert Hainer

„Wir sitzen zusammen im Bord der ECA (Europäische Klub-Vereinigung; Kahn sitzt hier im Vorstand, Anm. d. Red.) und wir haben diesen Austausch immer und ich halte viel davon, ein paar Vorstandsvorsitzende ins Gremium zu kriegen“, meinte Watzke mit Blick auf ein mögliches Kahn-Engagement. „Es wäre fahrlässig, wenn wir nicht mit den Protagonisten des FC Bayern im Kontakt wären“, merkte er an.

„Herbert Hainer hat mich nicht angerufen, ich rede in der Regel mit der operativen Ebene, also mit dem Vorstandsvorsitzenden Oliver Kahn, oder mit Karl-Heinz Rummenigge, aber ich werde mich bald bei ihm (Hainer; Anm) melden“, meinte Watzke in Richtung des FCB-Präsidenten und fügte etwas süffisant hinzu: „Den Hinweis hätten wir nicht gebraucht“. (ajr)

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