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Thomas Hitzlsperger heute und seine damalige Freundin Inga auf der WM-Tribüne 2006.

Er war fast verheiratet

Hitzlsperger: "Sie blieb die Einzige für mich"

Berlin - Inzwischen sind eine Video-Botschaft und das ganze Interview mit Thomas Hitzlsperger veröffentlicht worden. Darin spricht der Ex-Profi über seine einzige Frau, die er fast geheiratet hätte.

Update vom 5. Februar 2019: David Matheson zählt in den USA zu den bekanntesten "Schwulen-Therapeuten". Nun hat er sich selbst als homosexuell geoutet.

Hitzlsperger outet sich kurz vor Olympia

Thomas Hitzlsperger hat den Zeitpunkt seines Coming-outs bewusst kurz vor die Olympischen Winterspiele in Sotschi gelegt. Nach dem Ende seiner Laufbahn als Fußballprofi habe er jetzt Zeit „für dieses Engagement. Überdies habe ich das Gefühl, dass jetzt ein guter Moment dafür ist. Die Olympischen Spiele von Sotschi stehen bevor, und ich denke, es braucht kritische Stimmen gegen die Kampagnen mehrerer Regierungen gegen Homosexuelle“, sagte der ehemalige Fußball-Nationalspieler im Interview der „Zeit“, das Abonnenten seit Mittwochnachmittag komplett vorliegt. Eine Drohung, ihn zu outen, habe es nicht gegeben.

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Der frühere Bundesliga-Spieler des VfB Stuttgart und des VfL Wolfsburg erklärte, warum er so lange über sein Schwulsein geschwiegen habe. „Wer ein Gefühl für die Stimmung in einer Mannschaft hat, der weiß einfach, was angesagt ist. Der Gruppenzwang kann enorm sein. Und genauso ist das in der Verwandtschaft“, sagte er und betonte: „Es gibt aber einen Unterschied zwischen Schweigen und Lügen.“

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Er war fast verheiratet

Der 31-Jährige sprach auch über die Beziehung mit seiner damaligen Freundin: „Sie blieb die einzige Frau mich. Ich wollte nach ihr keine andere.“

Hitzlsperger war lange Zeit mit seiner Jugendliebe Inga T. zusammen. Nach acht Jahren Beziehung entschlossen sie 2007, sogar zu heiraten. Die Hochzeit wurde aber nur vier Wochen vor dem Termin abgesagt. „Wir glauben, dass es die beste Lösung für uns beide ist. Jetzt geht jeder erst einmal seinen eigenen Weg“, hieß es damals.

Hitzlsperger hat sich zudem über eine in der Nacht zum Donnerstag um 24 Uhr freigeschaltete Internetseite (thomas-hitzlsperger.de) geäußert. "Profisport und Homosexualität schließen sich nicht aus, davon bin ich überzeugt", heißt es in der Erklärung. Dem Londoner "Guardian" sagte Hitzlsperger, eine Debatte über die Lage in Russland sei erforderlich.

Hier können Sie die Video-Botschaft im Wortlaut nachlesen

Hitzlsperger äußerte die Hoffnung, er werde mit seinem Schritt an die Öffentlichkeit "jungen Spielern und Profisportlern Mut machen". Jeder Mensch solle so leben dürfen, dass er "wegen seiner Herkunft, Hautfarbe, sexuellen Neigung oder Religion keine Angst haben muss diskriminiert zu werden", erklärte der 31-Jährige. "Das verstehe ich nicht als politisches Statement, sondern als Selbstverständlichkeit." Er wünsche sich, dass "die öffentliche Diskussion jetzt wieder ein Stück weiterkommt". Die "Fußballszene" begreife sich "in Teilen immer noch als Machowelt", beklagte Hitzlsperger. Das Bild eines schwulen Spielers werde "von Klischees und Vorurteilen geprägt", die Realität sehe indes "anders aus".

Gegen die Diskriminierung von Minderheiten, ob sexueller oder anderer, müsse etwas unternommen werden, sagte Hitzlsperger dem "Guardian", der ihn auf die bevorstehenden Olympischen Winterspiele im russischen Sotschi ansprach. Er sei "neugierig" zu sehen, was bei den Olympischen Spielen in Russland geschehen werde, sagte Hitzlsperger. Jedenfalls habe er nichts dagegen, dass sein Coming out auch im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen diskutiert werde.

Bundestrainer Joachim Löw, unter dessen Verantwortung Hitzlsperger 36 seiner 52 Länderspiele bestritt, das letzte im August 2010 gegen Dänemark (2:2) sogar als Kapitän, fordert Respekt für die Entscheidung: „Thomas hat für sich persönlich entschieden, diesen Schritt zu gehen, und er sollte in einer toleranten Gesellschaft von allen respektiert werden.“ Für ihn als Trainer seien alleine die sportlichen Leistungen und das soziale Verhalten eines Spielers entscheidend, ergänzte er. Er wünsche sich, sagte Löw, „dass sein Bekenntnis bei uns allen zu einem entspannteren Umgang mit dieser Thematik beiträgt.“

Die Verantwortlichen der Nationalmannschaft hätten „keine Kenntnisse von seiner Homosexualität gehabt, als Thomas noch aktiver Nationalspieler war“, unterstrich indes Teammanager Oliver Bierhoff. Hitzlsperger habe sich „erst nach seinem Karriereende an uns gewandt. Dass er sich nun auch öffentlich bekennt, verdient Anerkennung und Respekt. Ich begrüße diesen Schritt, wir werden ihm alle Unterstützung zukommen lassen, damit er seinen mutigen Weg weitergehen kann.“

Diese Sportler outeten sich als homosexuell

Thomas Hitzlsperger hat einen mutigen Schritt gewagt. © AFP
Als bisher prominentester Fußballer hat sich der Ex-Nationalspieler als schwul geoutet. Wir zeigen Ihnen, welche Sportler sich schon vor Hitzlsperger zu ihrer Homosexualität bekannt haben. © AFP
Tom Daley: Der britische Wasserspringer enthüllte seine Liebe zu einem Mann Anfang Dezember 2013 im Internet: „Ich habe jemanden getroffen, der mich so glücklich gemacht hat, der mir Sicherheit gegeben hat. Es fühlt sich alles einfach großartig an. Und dieser Jemand - war ein Mann.“ © AFP
Justin Fashanu: Der britische Fußballer war 1990 der erste aktive Profi, der sich outete. Acht Jahre später erhängte sich der damals 37-Jährige nach einer regelrechten Hetzjagd in Großbritannien am 2. Mai 1998 in einer Garage. © dpa
Anton Hysen: 2011 outete sich der Schwede als erster prominenter Fußballer in dem skandinavischen Land. © Anton Hysen bei Twitter
Greg Louganis: Der viermalige Goldmedaillen-Gewinner der Olympischen Spiele 1984 und 1988 hatte kurz vor den Spielen in Seoul die HIV-Diagnose erhalten, dies aber zunächst verschwiegen. In der Qualifikation des 3-m-Wettbewerbs schlug er dann mit dem Kopf auf das Brett und zog sich dabei eine blutende Wunde zu. Diese wurde von einem Arzt ohne Handschuhe versorgt, der von der HIV-Infektion nichts wusste, später aber negativ getestet wurde. © AFP
Brian Orser: Der zweifache Silbermedaillen-Gewinner im Eiskunstlauf hatte lange versucht, seine Homosexualität zu verbergen - bis sie durch einen Prozess um den Unterhaltsanspruch seines Ex-Partners im Februar 1999 bekannt wurde. © AFP
John Amaechi: Der frühere NBA-Profi bekannte sich nach seiner Karriere in der nordamerikanischen Profiliga in seiner Autobiografie „Man in the Middle“ als erster Basketballer. © AFP
Robbie Rogers: Anfang 2013 outete sich der Fußballer und gab gleichzeitig seinen sofortigen Rücktritt bekannt. Am 27. Mai gab er für Los Angeles Galaxy in der 77 Minute sein Comeback und ist damit der erste geoutete homosexuelle Profi, der in der MLS ein Spiel absolvierte. © AFP
Brian Boitano: Der Eiskunstlauf-Olympiasieger outete sich im Dezember als schwul, zwei Tage nach seiner Berufung in die US-Delegation für die Winterspiele in Sotschi. „Ich bin ein Sohn, ein Bruder, ein Onkel, ein Freund, ein Sportler, ein Koch, ein Autor. Und schwul zu sein ist nur ein weiterer Teil von mir“, hieß es in einer von USA Today veröffentlichten Stellungnahme des 50-Jährigen. © AFP
Gareth Thomas: 2009 bekannte sich der Rugbyspieler zu seiner Homosexualität und wurde am Ende des Jahres an die Spitze der Pink List gewählt, der einflussreichsten Homosexuellen Englands. Eine Verfilmung seines Lebens ist geplant. © AFP
Mark Tewksbury (l.): Kurz nach seinem Outing 1998 verlor der Schwimm-Olympiasieger von Barcelona 1992 einen lukrativen Werbevertrag, weil er „zu offen schwul“ sei. 2008 sprach der Kanadier anlässlich einer neuen Verordnung zur Stärkung der Rechte Homosexueller vor der UN-Vollversammlung in New York. © AFP
Orlando Cruz: Der Federgewichtler aus Puerto Rico wollte als erster offen schwuler Boxer Weltmeister werden. Seinen WM-Kampf im Oktober 2013 gegen den Mexikaner Orlando Salido verlor er jedoch. Cruz hatte im Oktober 2012 sein Coming-out. © dpa
Martina Navratilova: Unfreiwillig war das Outing der Tennis-Legende. Ein New Yorker Journalist, dem sie 1981 eine Romanze anvertraute, verriet das Geheimnis. Zu jenem Zeitpunkt habe sie selbst nicht über ein Coming-out nachgedacht, sagte sie in einem „Spiegel“-Interview Jahre später. © dpa
Steffi Jones: Die 111-malige Nationalspielerin und Direktorin des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ließ sich beim „Ball des Sports“ 2013 in Wiesbaden mit ihrer Freundin Nicole fotografieren. Mitte 2014 will das Paar heiraten. © dpa
Ursula Holl: Als eher zufällig gilt das Outing der früheren Fußball-Nationaltorhüterin. Als sie in Köln mit ihrer Lebensgefährtin Carina eine eingetragene Lebenspartnerschaft einging, tauchte ein WDR-Team auf. Das war eigentlich auf der Suche nach Menschen, die an diesem Tag nicht das deutsche WM-Spiel gegen Serbien im Fernsehen sehen konnten, weil sie aufs Standesamt mussten¿. © dpa

Auch Lukas Podolski lobte per Twitter seinen Ex-Kollegen für dessen Courage. „Mutig - und richtig. Respekt, Thomas Hitzlsperger! Ein wichtiges Zeichen in der heutigen Zeit.“ Liga-Präisdent Reinhard Rauball sprach von einem „großen Schritt“, der im Kampf gegen Homophobie „sicherlich wegweisend“ sei. Bei einem noch aktiven Profi wären die Reaktionen jedoch „weiterhin nur schwer kalkulierbar“.

Hitzlsperger hatte sich Anfang September bereits mit sehr kritischen Worten aus dem Fußball-Geschäft verabschiedet. „Wirtschaftlich überdreht ist die Branche schon seit langem, und diese Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen“, hatte er in der Süddeutschen Zeitung erklärt. Er stelle sich die Frage, „ob irgendwann mal die Ernüchterung eintritt und ans Tageslicht kommt, was sich hinter diesem Boom alles abgespielt hat“.

Hitzlsperger, der in 52 Länderspielen sechs Tore erzielte, hatte zuletzt im August 2010 gegen Dänemark (2:2) im DFB-Team gespielt und dabei sogar die Kapitänsbinde getragen. 2006 war er mit dem Nationalteam WM-Dritter, 2008 Vize-Europameister geworden. Bis zum Juli stand „The Hammer“, wie er wegen seines harten Schusses auf der Insel genannt wurde, beim englischen Premier-League-Klub FC Everton unter Vertrag.

dpa/sid/afp/tz

"Respekt!" Stimmen zum Hitzlsperger-Outing

Großbritanniens Premierminister David Cameron schrieb bei Twitter: „Ich habe immer bewundert, was Thomas Hitzlsperger auf dem Feld geleistet hat - aber heute bewundere ich ihn noch mehr.“ © AFP
Wolfgang Niersbach (DFB-Präsident): „Thomas Hitzlsperger war zur seiner Zeit als Nationalspieler immer ein Vorbild, vor dem ich den höchsten Respekt hatte - und dieser Respekt ist jetzt noch weiter gewachsen. Er hat sich entschieden, den Schritt in die Öffentlichkeit zu gehen, und ich stehe zu unserem Wort, dass er von uns jede erdenkliche Unterstützung bekommt.“ © dpa
Oliver Bierhoff (Manager Nationalmannschaft): „Als Thomas noch aktiver Nationalspieler war, hatten wir von seiner Homosexualität keine Kenntnis. Er hat sich erst nach seinem Karriereende an uns gewandt und uns darüber informiert. Dass er sich nun auch öffentlich bekennt, verdient Anerkennung und Respekt. Ich begrüße diesen Schritt, wir werden ihm alle Unterstützung zukommen lassen, damit er seinen mutigen Weg weitergehen kann.“ © dpa
Reinhard Rauball (Ligapräsident): „Die Entscheidung ist auch nach seiner aktiven Karriere ein großer und mutiger Schritt und im Kampf gegen Homophobie sicherlich wegweisend. Mit Blick auf die enorme Öffentlichkeit im Profifußball wären die Reaktionen im Falle des Outings eines aktiven Profis jedoch weiterhin nur schwer kalkulierbar. In dieser Hinsicht tragen die Klubs als Arbeitgeber eine außerordentliche Verantwortung. Auch vor diesem Hintergrund würde ich einem Betroffenen raten, im ersten Schritt die Vereinsverantwortlichen wie Vorstand und Trainer sowie Mannschaftskollegen ins Vertrauen zu ziehen.“ © dpa
Guido Westerwelle (ehemaliger Außenminister; bei Zeit Online): „Dieser Mut verdient größten Respekt. Der Schritt in die breite Öffentlichkeit liest sich viel leichter, als er tatsächlich ist. Ich erhoffe mir Ermutigung, Respekt und Anerkennung für die vielen, die im Hinblick auf ihre gleichgeschlechtliche Orientierung noch mit sich, ihrem Umfeld und der Gesellschaft ringen.“ © dpa
Theo Zwanziger (ehemaliger DFB-Präsident und Mitglied im FIFA-Exekutivkomitee; bei Zeit Online): „Endlich hat ein Fußballer den Mut, seine Homosexualität öffentlich zu machen - zumindest in engem Zeitabstand zu seiner Karriere. Das hat hoffentlich eine positive Wirkung auf die Gesellschaft und den Profifußball der Männer. Der ist nämlich nach wie vor ein hartes Geschäft, ein offener Umgang mit Homosexualität ist leider immer noch nicht selbstverständlich. Aber ich bin zuversichtlich, dass sexuelle Neigungen im Fußball bald kein Thema mehr sind.“ © dpa
Dieter Hecking (Trainer VfL Wolfsburg): „Das ist ein sehr mutiger Schritt, ich kann Thomas nur gratulieren, dass er ihn gegangen ist. Den hat er für seinen inneren Frieden sicher gebraucht. Es ist gut, dass das Thema Homosexualität im Fußball jetzt öffentlich gemacht wird, das ist für unsere heutige Zeit auch normal. Ob das auch eine Ermutigung für andere homosexuelle Fußballer, wird man sehen.“ © dpa
Imke Duplitzer (homosexuelle Fecht-Europameisterin): „Give him a big hand!Respekt!“ © dpa
Annike Krahn (Fußball-Nationalspielerin): „RESPEKT!!!“ © dpa
Lukas Podolski (Nationalspieler und ehemaliger Mitspieler von Hitzlsperger): „Mutig - und richtig. Respekt, Thomas Hitzlsperger! Ein wichtiges Zeichen in der heutigen Zeit.“ © dpa
Julius Brink und Jonas Reckermann (Beachvolleyball-Olympiasieger): „Wir möchten Herrn Hitzlsperger unseren Respekt und Glückwünsche für diesen Schritt aussprechen!“ © dpa
Startschuss SLSV Hamburg (einer der ältesten schwul-lesbischen Sportvereine Deutschlands): „Hoffentlich wird allmählich auch dem Letzten klar, dass die sexuelle Orientierung nichts mit Leistungsfähigkeit zu tun hat. Für junge Fußball-Talente, die zufällig schwul sind, ist das ein ganz starkes Signal, dass auch für sie Platz im Profigeschäft ist. Wir sollten aber auch darüber nachdenken, was der Zeitpunkt des Coming Outs verrät: Was muss im Profi-Fußball für eine Atmosphäre vorherrschen, dass Thomas Hitzlsperger diesen Schritt erst nach seinem Karriereende für möglich gehalten hat? Wenn wir in die Amateurvereine schauen, hat sich in den letzten Jahren vieles gebessert. Es ist dort aber immer noch zu sehr Glückssache, ob man im Verein als homosexueller Mitspieler willkommen ist oder gemobbt wird.“ © dpa
Volker Beck (Grünen-Politiker und einer der ersten bekennenen homosexuellen Bundestags-Abgeordneten): „Ich habe großen Respekt vor dem Outing. Schade ist zugleich, dass dieser Schritt erst nach Beendigung seiner aktiven Fußballerkarriere möglich war. Es ist jetzt Aufgabe des DFB, aktiven Spielern Mut zu machen.“ © dpa
Gary Lineker (englische Fußball-Legende): „Herzlichen Glückwunsch! Er ist sehr mutig, dass er als erster Spieler, der in der Premier League gespielt hat, sein Coming-Out hat.“ © AFP
Michael Vesper (Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes): "Das ist ein gutes Signal. Jeder weiß, dass es auch im Spitzensport Schwule und Lesben gibt. Von daher verdient Thomas Hitzlspergers Coming Out unseren großen Respekt. Es ist für ihn sicher keine leichte Entscheidung gewesen. [...] Das Coming Out ist vor allem auch deshalb bedeutungsvoll, weil wir aus dem Umgang mit anderen Tabu-Themen wissen, dass Vorbilder zur Aufklärung, also zum Abbau von Unsicherheiten und Unwissenheit beitragen können.“ © dpa
Markus Hörwick (Mediendirektor FC Bayern): „Die Gesellschaft nimmt für sich in Anspruch, dass so etwas Normalität ist, und so sollten wir auch damit umgehen.  [...] Ich glaube, dass es im Fußball schwieriger ist, sich zu outen, denn man geht alle zwei Wochen in ein fremdes Stadion und kämpft gegeneinander. Da wird es schwierig sein, die Toleranz der Gesellschaft, die wir auch einfordern, zu behalten. Deshalb ist der Schritt umso bemerkenswerter“. © dpa
Arne Friedrich (früherer Fußball-Nationalspieler): „Bin stolz auf dich. Gute Entscheidung und aus meiner Sicht richtiger Zeitpunkt.“ © dpa
Stefan Kretzschmar (ehemaliger Handball-Nationalspieler): „Respekt !!! Leider erst nach der Karriere.“ © dpa
Regierungssprecher Steffen Seibert: „Es ist gut, dass er über etwas spricht, das ihm wichtig ist und was ihn möglicherweise auch befreit. Wir leben in einem Land, in dem niemand Angst haben sollte, seine Sexualität zu bekennen, nur aus Angst vor Intoleranz. Wir haben als Land, als Gesellschaft im vergangenen Jahrzehnt gerade auf diesem Gebiet doch enorme Fortschritte gemacht. Fußballer beurteilen wir danach, ob sie sich auf dem Platz und abseits des Platzes gut und würdig verhalten, und ich glaube, das trifft beides für Herrn Hitzlsperger zu.“ © dpa
Fredi Bobic (Sportvorstand Fredi Bobic) hat Thomas Hitzlsperger „größten Respekt“ gezollt. Dessen Coming-Out sei ein „sehr mutiger Schritt“, sagte Bobic am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. „In der heutigen Zeit sollte es eigentlich zur Normalität werden, aber ich weiß, dass es jetzt vor allem in der Fußball-Community viele Diskussionen darüber geben wird.“ Hitzlsperger werde sich über diesen Schritt sehr viele Gedanken gemacht haben, glaubt Bobic. „Es ist seine Entscheidung und die gilt es zu respektieren.“ © dpa
Christine Lüders (Leiterin der Bundes-Antidiskriminierungsstelle): „Thomas Hitzlsperger hat großen Mut bewiesen - und er ist ein Vorbild für Tausende andere Sportlerinnen und Sportler, die sich bislang nicht getraut haben, mit ihrer sexuellen Orientierung offen umzugehen. Menschen in ganz Deutschland identifizieren sich mit dem Fußball und insbesondere mit der DFB-Nationalmannschaft. Vor allem Schwulsein ist leider immer noch ein Tabu im Fußball, Diskriminierung ist immer noch an der Tagesordnung. Alle, die Thomas Hitzlsperger jetzt gratulieren, sollten nun mithelfen, ein Klima der Akzeptanz und Offenheit zu schaffen.“ © dpa
Axel Hochrein (Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes LSVD): „Für uns das Tor des Monats! Das öffentliche Bekenntnis zu seiner Homosexualität rüttelt an einem der größten Tabus im Profifußball. Es ist ein sehr wichtiger Schritt, um die Diskussion zu beleben und wird für die nächste Generation von Fußballern von großer Bedeutung sein.“ © dpa
Martin Gerster (Sportpolitischer Sprecher der SPD im Deutschen Bundestag): „Ich finde den Schritt enorm mutig. Er will die Diskussion über dieses Thema vorantreiben - das is gut. Der Sport tat sich bislang mit diesem Thema ja etwas schwer. Doch jetzt ist neuer Schwung in der Debatte. Ich hoffe, dass der ein oder andere noch aus der Deckung kommt.“ © dpa
Claudia Roth (Vize-Präsidentin des Bundestags): „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Das gilt für Fußballer genauso wie für jeden anderen Menschen. Wenn sich Thomas Hitzlsperger jetzt öffentlich zu seiner Homosexualität bekennt, gebührt dieser Entscheidung größter Respekt. Sie ist mutig, weitsichtig und in jeder Hinsicht vorbildhaft für tausende Amateur- und Profisportler in Deutschland.“ © dpa
Joachim Löw (Bundestrainer): „Thomas hat für sich persönlich entschieden, diesen Schritt zu gehen, und er sollte in einer toleranten Gesellschaft von allen respektiert werden. Für mich als Trainer sind alleine die sportlichen Leistungen und das soziale Verhalten eines Spielers entscheidend, und ich habe Thomas immer als ehrgeizigen, zuverlässigen Profi kennengelernt. Ich wünsche mir, dass sein Bekenntnis bei uns allen zu einem entspannteren Umgang mit dieser Thematik beiträgt.“ © dpa

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